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Fallende Inflationsraten reichen nicht

Donnerstag, 28. September 2023 um 07:33

Von Bernd Niquet

Als der Kunde sich an der Kasse bei Aldi echauffiert, stehe ich direkt hinter ihm. Er sagt: „Jetzt geht die Inflation deutlich zurück, doch die Preise steigen trotzdem immer weiter!“

Und ich finde, er hat recht. Er spricht genau das aus, was die Menschen fühlen. Mir geht es da genauso.

Doch es ist hier auch nicht anders beim Klima und im Energiebereich: Man muss die Gefühle von der Logik trennen.

Ich glaube, bei uns herrscht in der Bevölkerung ein irriges Gefühl über die Inflation vor. Und ich gebe zu, dass ich selbst davon auch nicht frei bin.

Denn wir denken ja alle, wenn die Inflation jetzt zurückgeht, wird alles wieder gut. Und wenn sie dann im Zielkorridor von 2 Prozent angekommen ist, haben wir die Sache überstanden und alles ist wieder wie vorher.

Doch kaum ein Gedanke könnte trügerischer und falscher sein. Denn es ist dann NICHTS mehr wie vorher.

Die Inflation ist in Deutschland gemessen am Verbraucherpreisindex von 8,7 am Jahresanfang auf jetzt 6,1 Prozent gefallen, jeweils gerechnet gegenüber dem Vorjahresmonat

Nehmen wir einmal der Einfachheit an, wir hätten im vergangenen Jahr 8 Prozent Inflation gehabt und würden dieses Jahr 6 Prozent erreichen.

An dieser Stelle kommt dann der erboste Aldi-Kunde ins Spiel. Denn es gibt leider einen entscheidenden Unterschied zwischen den Veränderungsraten der Preise und den absoluten Preisen, also den Preisen, die auf dem Preisschild stehen.

Im Grunde weiß das sicherlich auch jeder, doch das Wissen geht dann manchmal im Getümmel verloren. Da dominieren dann die Gefühle.

Es ist nämlich leider eine Tatsache, dass wir dann, wenn wir im vergangenen Jahr 8 Prozent Inflation hatten und dieses Jahr 6 Prozent Inflation haben, uns nicht wirklich über den Rückgang freuen können.

Selbst dieser Rückgang bedeutet nämlich, dass sich im Zeitraum von Anfang 2022 bis 2023 die Preise um grob gesprochen 14 Prozent erhöht haben. Weil die Zuwachsraten bei der Betrachtung der Preise auf dem Preisschild sich nämlich addieren.

Und wenn wir jetzt neben 2022 und 2023 auch noch die Vorgeschichte betrachten sowie daran denken, wie das 2024 weitergehen wird, dann kann einem schon übel werden.

Denn 2021 lag die Inflation bei 5 Prozent und 2024 wird es bestimmt auch noch eine deutlich über 2 Prozent liegende Preissteigerung geben.

Insgesamt werden wir dann also mehr als 20 Prozent Preisanstieg in vier Jahren erlebt haben. Und das ist nur das, was die offizielle Statistik ausweist, der Schnitt dessen, was ein normaler Mensch so einkauft, liegt sicher darüber.

Ende 2024 wird dann hierzulande alles rund 25 Prozent teurer sein als im Jahr 2021, so denke ich. Und das bleibt so. Das geht eher noch weiter hoch, aber niemals mehr nach unten.

Spiegelbildlich bedeutet das, dass diejenigen, die für ihre Rente ansparen, in Kaufkraft betrachtet plötzlich ein Viertel weniger haben. Schwuppdiwupps, ein schneller Schnitt und ein großer Teil des Ersparten ist plötzlich verschwundibus.

Und wer sich eine Wohnung gekauft hat, der wird noch viel schlechter aussehen. Nur die Aktienbesitzer kommen wohl einigermaßen gut durch.

Inflation ist wirklich das Brutalste, was es in der Wirtschaft gibt.

Der einzige Trost, der jetzt noch bleibt, ist, dass dann, wenn sich so eine Krise wiederholt, die absoluten Verluste das nächste Mal geringer ausfallen werden.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. ACHTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2022, 632 Seiten, 23,50 Euro

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Kann man eigentlich durch einen Wohnungsumzug jünger werden? Vielleicht. Und gibt es so etwas wie einen Sinn des eigenen Lebens? Oder Dinge, die die Seele noch vor dem Tod zu erledigen hat? Schon schwieriger. Dabei hatte Goethe doch bereits den Chor der Engel singen lassen, dass derjenige, der sich immer strebend bemüht, erlöst werden kann. Die wichtigste Frage im Leben lautet dann aber wohl doch, was denn nun erfolgreicher weiterhilft, die eigene Intuition oder wissenschaftliche Erkenntnisse?

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am letzten grünen Zipfel der Failed Stadt Berlin. Die vorangegangenen sieben Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019, 2020 und 2021.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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