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Keine Aktienkategorie ist perfekt

Donnerstag, 7. September 2023 um 22:09

Von Thomas Grüner
Aktienmärkte haben es in den Medien tendenziell schwer. Wenn nicht gerade eine euphorische Stimmung herrscht, werden Aktien regelmäßig als riskant, gefährlich oder viel zu volatil beschrieben. Gemessen an dieser Grundeinstellung gibt es allerdings eine Kategorie, die in den Medien noch relativ gut wegkommt: Dividendenaktien!

Die US-Ratingagentur S&P bezeichnet in ihren Index-Konstruktionen die größten Dividendenzahler als „Aristokraten“, häufig werden in den Schlagzeilen Dividendenaktien als Alleskönner angepriesen. Im Bullenmarkt würden hohe Dividenden die Gesamtrendite befeuern, im Bärenmarkt spürbar den Schmerz lindern – dieser Wahrnehmung folgend sind einige Anleger auch tatsächlich bereit, über eine schlechte Kursentwicklung hinwegzusehen, wenn eine Aktie hohe Dividenden ausschüttet.

Keine strukturellen Vorteile

Die langweilige Wahrheit ist jedoch: Aktien mit hohen Dividendenzahlungen sind auch einfach nur Aktien. Wie jede Kategorie stehen sie mal auf der Sonnenseite, mal hinken sie dem breiten Markt hinterher. Bei der eigenen Portfoliokonstruktion ist es für Anleger deshalb wichtig, Dividendenaktien keine strukturellen Vorteile zuzuschreiben, über die sie langfristig gar nicht verfügen.

Im letztjährigen Bärenmarkt sind Dividendenaktien verstärkt in den Fokus gerückt, weil sie sich stabiler gehalten haben als der breite Markt – seit dem Tiefpunkt der Märkte im vergangenen Oktober hinken Dividendenaktien allerdings deutlich hinterher! Insgesamt liegen Dividendenaktien seit den Höchstständen im Januar 2022 immer noch leicht vorne, allerdings sind wir aufgrund der Sektor- und Stilzusammensetzung des dividendenstarken Aktienuniversums skeptisch, dass diese Kategorie zum großen Gewinner des laufenden Bullenmarkts wird.

Marktphase ist entscheidend

Der Grund dafür ist, dass Dividendenaktien in der Regel in Value-orientierten Bereichen angesiedelt sind, zum Beispiel bei Versorgern, Finanztiteln, Basiskonsumgütern und im Gesundheitswesen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie in einem Bullenmarkt, in dem Wachstumswerte die Hauptlast tragen, an der Spitze stehen werden – was unserer Meinung nach in absehbarer Zukunft das wahrscheinlichste Szenario ist. Überwiegend liegen die Schwerpunkte zudem in Sektoren, die in Bullenmärkten traditionell hinterherhinken. Die Anleger sind heute auf der Suche nach den Aktien, die in einer langsam wachsenden Weltwirtschaft am ehesten in der Lage sind, ihre Erträge zu steigern – echte Wachstumswerte. Hier gibt es viele Überschneidungen mit Technologiewerten, die 22,5 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI World Index ausmachen, aber nur 10,3 Prozent des MSCI World High Dividend Index.

Dividendenstarke Aktien haben auch ein geringeres Engagement in wachstumsstarken Teilbereichen anderer Sektoren, beispielsweise innerhalb der zyklischen Konsumgüter. Eine zu starke Konzentration auf Dividendenwerte impliziert also, dass Sektorenentscheidungen getroffen werden, die eine ungewollte Diskrepanz zu den Werten erzeugen, die im jungen Bullenmarkt tendenziell zu präferieren sind.

Fazit: Anleger sollten Dividenden nicht als den wichtigsten Faktor betrachten, der für die Kaufentscheidung im Aktienbereich relevant ist. Auf Portfolioebene ist es wichtig, auf die Gesamtrendite zu achten – Kursentwicklung plus Dividenden. Es kann durchaus Marktphasen geben, in denen es vorteilhaft ist, Schwerpunkte im dividendenstarken Value-Bereich zu setzen. Aktuell befinden wir uns jedoch wohl in einem jungen Bullenmarkt, in dem wahrscheinlich andere Prioritäten gefragt sind.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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