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Gewissheit am Aktienmarkt hat ihren Preis

Donnerstag, 21. April 2022 um 23:22

Von Thomas Grüner
Wann und wie wird Russlands schreckliche Invasion in ukrainisches Territorium enden? Wie hoch werden die Öl- und Gaspreise klettern? Steigen als Nächstes die Lebensmittelpreise oder kommt es sogar zu einer Lebensmittelknappheit? Wird Chinas erneuter Lockdown die ohnehin schon anfälligen Lieferketten weiter belasten? Was passiert mit der Zinsstrukturkurve, wenn die Zinsen aufgrund der strafferen Geldpolitik der Fed steigen? Im ersten Quartal des Jahres 2022 herrschte scheinbar allgegenwärtige Unsicherheit, die Aktien bekanntlich nicht mögen. Auch viele Anleger sind beunruhigt und schieben Investitionen erst einmal nach hinten, bis wieder klare Sicht herrscht und sich der Nebel der Unsicherheit gelegt hat.

Hohe Unsicherheit

Das alte Sprichwort, dass Aktien Ungewissheit hassen ist zwar korrekt – aber nur teilweise. Aktien hassen hohe und steigende Unsicherheit, so wie es im ersten Quartal 2022 der Fall war. Die Invasion Russlands in ukrainisches Territorium und die darauffolgenden Reaktionen des Westens haben die anfängliche Unruhe zusätzlich verstärkt und zu steigender Unsicherheit geführt. Mittlerweile herrscht bei einigen Fragestellungen jedoch zunehmende Klarheit, die gestiegene Unsicherheit des ersten Quartals hat ihren Hochpunkt erreicht und bereits die Umkehrbewegung aufgenommen – ein Umfeld schwindender Ungewissheit, das die Aktienmärkte meist antreibt. Der weitere Verlauf des Krieges bleibt zwar unbekannt, dennoch zeichnet sich Klarheit über eine der Hauptsorgen der „kaltherzigen“ Märkte ab: die Energiepreise. Sowohl der Ölpreis als auch der Preis für europäisches Erdgas liegen deutlich unter ihren Höchstständen vom März. Die Märkte haben Kaufverbote auf russisches Öl, wie von den USA und Großbritannien bereits eingepreist. China, Indien und andere Länder kaufen billiges russisches Öl auf und halten so die Nachfrage aufrecht. Auch wird Putin die Energielieferungen kaum einschränken, denn diese Einnahmen machen mehr als ein Drittel des russischen Haushalts aus. Alle diese Faktoren schaffen eines – Klarheit. Eine gewisse Energieunsicherheit bleibt zwar bestehen, dennoch verringert jeder zeitliche Schritt nach vorne die Ungewissheit und nimmt Spekulationen ihre Kraft. Die Energiepreise werden bald entweder niedriger sein als bisher oder die Märkte werden sich an die hohen Preise gewöhnt haben. Eine hohe, aber sinkende Unsicherheit steht den Aktienmärkten nicht im Weg. Im Gegenteil, sie wirkt meist beflügelnd.

China als weiterer Faktor

Eine weitere Quelle potentiell sinkender Unsicherheit sind die Lockdowns in China. China verfolgt als einzige große Nation eine Null-Covid-Strategie, die mit Komplettabriegelungen ganzer Städte einhergeht. Solche Maßnahmen legen zwar die Produktion teilweise lahm und können einen gewissen wirtschaftlichen Schaden anrichten, allerdings sind die Auswirkungen jetzt auch relativ vorhersehbar. Die Märkte haben aus 2020 gelernt und wissen nun, dass sich die starke Verlangsamung bei vorübergehendem Abschalten der Produktion schnell umkehrt, wenn die Beschränkungen wieder aufgehoben werden. Das ist insofern von Bedeutung, da Aktien etwa 3 bis 30 Monate in die Zukunft blicken und die erwarteten Ereignisse in dieser Zeitspanne einpreisen. Die kommenden Wiedereröffnungen sollten China und auch der Weltwirtschaft durch zunehmende Klarheit Rückenwind verleihen. Selbst ein möglicher Rückgang der chinesischen Wirtschaft kann dazu beitragen, die Unsicherheit zu verringern. Die Frage nach dem Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens wäre beantwortet und Investoren können den Blick wieder auf neue Themen richten.

Fazit: Viele der eingangs genannten Fragestellungen werden im Laufe der Zeit deutlich klarer und der Nebel der Unsicherheit wird sich weiter legen. Die Erholung an den globalen Aktienmärkten seit März spiegelt möglicherweise bereits die abnehmende Unsicherheit wider. Kurzfristige Rücksetzer und erhöhte Volatilität könnten jedoch bleiben. Lassen Sie sich davon aber nicht beirren. Sobald Gewissheit oder auch schon nur mehr Klarheit herrscht, liegen die Aktienmärkte regelmäßig höher als zu Zeiten, in denen viele Fragezeichen für Ungewissheit sorgen. Halten Sie sich nicht damit auf, was gerade passiert ist oder morgen passieren könnte. Schauen Sie sich an, was die Märkte in den nächsten 3 bis 30 Monaten tun, und stellen Sie sich auf eine schwindende Unsicherheit ein.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.


Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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