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Eine steile These zur Inflation

Donnerstag, 20. Januar 2022 um 07:54

Von Bernd Niquet

Ja, es geht noch weiter mit den Preissteigerungen und wird das auch noch eine Weile tun. Dennoch werden die inflationären Kräfte schneller schwinden als die meisten sich das heute vorstellen, behaupte ich.

Es wird keinen kumulativen Inflationsprozess geben.

Warum bin ich da so zuversichtlich? Ich werde heute hier dazu die folgende These vertreten: Bei funktionierenden Märkten und einem freien globalen Handel ohne gravierende externe Ereignisse gibt es keine Inflation.

Wie sollte es sie auch geben? Denn sobald jemand versucht, die Preise zu erhöhen, wird jemand anderes sein Angebot darunter setzen. Und wenn die Arbeiter zu hohe Lohnforderungen stellen, werden eben andere Arbeiter in anderen Ländern diese Arbeit verrichten.

Daher werden sich die Preise stets an den objektiven Kosten zuzüglich einem Gewinnaufschlag orientieren.

Natürlich gibt es Ausnahmebereiche wie knapper werdende Rohstoffe, Oligopole in manchen Bereichen und ein hoher Ausbildungsgrad der Arbeiter. Dafür gibt es andererseits den technischen Fortschritt und Produktivitätssteigerungen, die die Kosten senken.

Doch eine Inflation als eine Bewegung steigender Preise auf breiter Front kann es bei funktionierenden Märkten und einem freien globalen Handel ohne gravierende externe Ereignisse nicht geben.

Daher werfen wir einmal einen Blick zurück. Wann gab es denn Phasen großer Inflation? Und wann nicht? Ich begrenze diese grobe Schilderung einmal auf die vergangenen 150 Jahre, denn was die alten Griechen gemacht haben, das weiß ich nicht.

Die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg war eine Phase eines relativ freien Welthandels mit funktionierenden Märkten, aber eben auch keinen Gewerkschaften und keinem Schutz der Arbeitnehmer. Eine signifikante Inflation gab es dort nicht. Das entspricht meiner These.

Dann kam der Erste Weltkrieg mit seinen Verwerfungen wie Kriegsfinanzierung mit anschließendem Schulden- und Währungszusammenbruch und Reparationsleistungen. Hier gab es sogar eine Hyperinflation. Das widerspricht meiner These nicht.

Das Gleiche dann bei Hitler und seinem Wahnsinnskrieg bis zur Währungsreform 1948. Das widerspricht meiner These ebenfalls nicht.

Die Nachkriegszeit wird dann fisselig. Das Hauptargument für die Inflation beginnend in den 1970er Jahren ist für mich die Tatsache, dass trotz zunehmendem Wohlstand die Weltwirtschaft weiterhin reguliert wurde.

Wir hatten keine freien Märkte, Güter- und Kapitalbewegungen waren nicht frei und auch die Lohnabschlüsse wurden im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft gleichsam im Gemeininteresse festgelegt. Einen weltweiten Konkurrenzmechanismus in Hinsicht auf Waren, Arbeit und Kapital wie vor dem Ersten Weltkrieg gab es nicht. Daher die Inflation. Das ist genau das Spiegelbild meiner These.

Ihr Ende gefunden hat die Inflation dann durch den Fall der Mauer zwischen Ost und West. Jetzt wurde die Welt wieder so wie vor dem Ersten Weltkrieg und die Inflationsraten fielen stark bis hin zur Furcht vor einer Deflation. Das entspricht meiner These in perfekter Weise.

Und jetzt? Die Märkte sind zwar prinzipiell weiterhin frei, durch Corona hat sich jedoch ein gravierendes externes Ereignis ergeben, das Einfluss auf die Märkte nimmt – durch Unterbrechung der Lieferketten und Angebotsverknappungen auf den Warenmärkten.

Doch sobald das abgebaut ist, werden wir wieder zu moderaten Inflationsraten zurückkehren, das ist meine feste Überzeugung.

Wobei allerdings anzumerken ist, dass durch die künstliche Verteuerung der Energie aufgrund der Klimapolitik natürlich ein gewisser Preisschub bestehen bleiben wird. Das würde ich jedoch nicht als Inflation bezeichnen.

Und mit der Geldmengen-Ausweitung der Notenbanken hat das gegenwärtige Szenario nichts zu tun, denn dann hätten die Preise schon vor zehn Jahren in die Höhe schnellen müssen.

Auch können Notenbanken nicht selektiv Energiepreise zum Steigen bringen, die zudem bei einer identischen Geldpolitik überall in der EU länderspezifisch sehr unterschiedlich ausfallen.

Und zu guter Letzt: Der russische Präsident Putin lässt sich ja eigentlich durch wenig beeindrucken und durch niemanden beeinflussen. Dass er uns jetzt mehr für sein Gas abknöpft, liegt daher sicher nicht an der Inflation, sondern eher an unserer Dämlichkeit in Energiedingen.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

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Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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