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Erst Geldflut – dann Sintflut

Donnerstag, 23. Juli 2020 um 16:18

Von Bernd Niquet

Ich muss gestehen, selbst nicht entscheiden zu können, ob es sich bei mir gerade um einen Anfall von Zynismus handelt oder ob ich tatsächlich ein bisschen doof bin. Doch ich habe die Verhandlungen über das Finanzierungspaket beim EU-Gipfel nie wirklich ernst genommen.

Denn welchen Unterschied macht es, ob die Hilfen jetzt per Zuschuss oder Kredit gewährt werden und wer hier letztlich als Schuldner auftritt? Denn dafür werden Anleihen herausgegeben, die anschließend die EZB kauft und auf Dauer behält.

Die Sache wird also bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag geschoben – und die Schulden sind eh bereits so hoch, dass ein paar Billionen mehr oder weniger auch nichts mehr ausmachen.

Man darf nur nicht darüber sprechen. Über das wirklich Wichtige und Entscheidende darf man nicht reden. Dann ist alles gut.

Warum also die Aufregung?

Das alles erinnert mich enorm an die Situation in der Wohnanlage, in der ich wohne. Hier kommt alle zwei Wochen ein Gartenunternehmen, dass zum geschätzt Doppelten des Marktpreises den Rasen schneidet und den Garten pflegt.

Ärgerlich daran ist vor allem, dass trotz des üppigen Salärs der Rasen noch mit alten Benzinmähern gemäht wird, was einen Höllenlärm verursacht. Ich habe daher der netten Dame in der Hausverwaltung geschrieben, dass mittlerweile in der Tat bereits Elektromotoren für Rasenmäher erfunden worden sind, falls sie das noch nicht mitbekommen habe. Und damit würden heute sogar Autos fahren.

Wie sie darauf reagiert, qualifiziert sie eigentlich für eine Stelle bei der EU. Denn in vier Briefen, die wir mittlerweile gewechselt haben, ist sie nicht ein einziges Mal auf dieses Argument eingegangen, sondern hat jedes Mal von Neuem geschrieben, sie habe mit der Gartenfirma gesprochen und könne mir versichern, dass die Gärtner die Geräte sorgsam und vorschriftsmäßig benutzen würden.

Hier schließt sich dann nahezu perfekt der Kreis: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam. Oder der Murmeltiertag auf EU-Lateinisch. Im übrigen bin ich der Meinung, dass es Eurobonds nicht geben sollte.

Man sollte es eben nur immer vermeiden, die wirklich entscheidenden Dinge anzusprechen. Und muss dann in konsequenter Art sofort in den Schatten abzutauchen.

Benzinmotoren versus Elektromotoren? Ist doch kein Thema, so lange sie richtig gewartet werden und das Geld fließt. Und Zuschüsse oder Kredite? Na ja, man muss sich schon Verantwortungsbewusstsein auf die Fahne schreiben, doch so lange das Geld fließt, ist das doch kein Thema.

Im Grunde ist das jedoch alles scheißegal. Auf lange Sicht sind wir sowieso alle tot. Vor allem die Mieter. Hoffentlich. Nach der Geldflut die Sintflut.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. FÜNFTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2019, 624 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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Bernd Niquet und die Flüchtlingskrise. Die Geschichte von Bernd Niquet ist mittlerweile in den Jahren 2015 und 2016 angekommen. Das ist die Zeit des massenhaften und ungehinderten Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland. Die Hauptfigur der Ereignisse muss jetzt nicht mehr wie vorher nur die Lasten seines eigenen Lebens und seiner familiären Verhältnisse schultern, sondern sieht sich darüber hinaus gezwungen, aus sich selbst herauszutreten und sich ganz grundsätzliche weiterführende Gedanken zu machen.

»Immer, wenn die große Mittelmacht auf dem europäischen Kontinent verrückt spielt, resultieren daraus immense Verwerfungen. Wird der wirtschaftlichen Nord-Süd-Teilung zur Eurorettung jetzt auch noch eine kulturelle Ost-West-Spaltung zur Flüchtlingsrettung hinzugefügt? Denn das hieße ja nichts anderes als die bildliche Kreuzigung unseres Kontinents.«

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt trotz seines Umzugs im vergangenen Jahr weiterhin im selben ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die ersten vier Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen, und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2018.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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