Von Bernd Niquet
Wie sich die Dinge doch manchmal zusammenfügen. Von einem Leser bekomme ich immer wieder einmal Texte zugeschickt mit Schmunzelnswertem, das so von Elliottwellen-Theoretikern abgesondert wird. Und als ich gerade beginne, über die neueste Elliottblüte zu schreiben, kommt der obligatorische Klick im Netz dahingehend, ob sich diese dumme Theorie nun mit einem oder mit zwei „t“ schreibt. Ich kann mir das einfach nicht merken, wahrscheinlich weil ich keinen Bezug dazu finde.
Was ich dann aber finde, ist etwas ganz anderes, nämlich dass es einen US-amerikanischen Familienfilm aus dem Jahr 1977 gibt, der heißt „Elliot, das Schmunzelmonster“. Ab heute ist es also egal, ob ich „Elliott“ oder „Elliot“ schreibe, das Schmunzelmonster treffe ich stets.
Und das Elliott-Schmunzelmonster dieser Woche sind die Äußerungen eines hervorragenden Vertreters dieser Linie, geäußert zum Anfang der gerade abgelaufenen Woche: „Nach einer intensiven Analysearbeit“, schreibt dieser, „bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass der Dow Jones Index weiter steigen kann oder dass er direkt fällt. Eine durchaus beachtliche Leistung. Ich kann also nahezu ausschließen, dass der Dow Jones Index in der kommenden Handelswoche seitwärts verläuft.“
Das Schmunzelmonster kugelt sich hier nun gleich an zwei Stellen. Erstens an der „beachtlichen Leistung“ selbst und dann natürlich an der Beobachtung, dass in der vergangenen Woche jedoch genau das der drei Szenarien eingetroffen ist, das nicht eintreffen sollte.
Von mir aus könnte ich jeden Tag so einen Bericht lesen. Ich will einfach mehr Elliot(t). Davon fühle ich mich gut! Ich will mehr!!!
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
+++++++ DIE BUCH-NEUERSCHEINUNG 2009 +++++++
Bernd Niquet, TAUPUNKTE, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009, 133 Seiten, 9,95 Euro. ISBN 3-86901-434-2.
Das neue Buch von Bernd Niquet bezieht sich nicht direkt auf die Börse und die Finanzen, sondern packt den Menschen in seiner Gesamtheit. Wie wäre es, fragt er, wenn man plötzlich ganz neu in unsere Welt hinein träte, ohne jede Historie in ihr zu besitzen? Wie würde man die Welt dann wahrnehmen? Und mit wem hätte man Umgang?
Auf jeden Fall stünde man wohl ziemlich alleine da, schwämme gegen den Strom und bewegte sich gegen den Strich – ganz so also, wie es auch dem erfolgreichen antizyklisch orientierten Anleger geht.
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