Von Bernd Niquet
Der „Deutsche Bank Prize in Financial Economics“ ist in diesem Jahr an den US-Ökonomen Robert Shiller vergeben worden. So lautet die Meldung in der Presse.
Doch bald danach kommt die Pointe.
In der Begründung liest man, dass die Jury damit ein Zeichen setzen und einen hervorragenden Ökonomen ehren wollte, der die moderne Theorie vertritt, das gesamte Rüstzeug des anerkannten Ökonomen beherrscht, aber dennoch nicht zum Mainstream gehört und sowohl im Jahr 2000 vor einer spekulativen Blase am Aktienmarkt als auch 2005 vor Übertreibungen am Immobilienmarkt gewarnt und in beiden Fällen Recht bekommen hat.
Und wo ist nun die Pointe?
Das war die Pointe!
Die Welt ist heute so irrwitzig geworden, dass man sich an den Irrwitz bereits gewöhnt hat. Man erkennt den Irrwitz also gar nicht mehr, da er längst zur Normalität mutiert ist.
Denn was bedeutet diese Preisverleihung eigentlich? Sie bedeutet, dass man einem Ökonomen dafür einen Preis verliehen hat, dass er das, was alle normalen Menschen gewusst haben, ebenfalls mitbekommen hat. Ökonomen bekommen heute also bereits einen Preis dafür, wenn sie in ihren Aussagen nicht völlig schief liegen.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
+++++++ DIE BUCH-NEUERSCHEINUNG 2009 +++++++
Bernd Niquet, TAUPUNKTE, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009, 133 Seiten, 9,95 Euro. ISBN 3-86901-434-2.
Das neue Buch von Bernd Niquet bezieht sich nicht direkt auf die Börse und die Finanzen, sondern packt den Menschen in seiner Gesamtheit. Wie wäre es, fragt er, wenn man plötzlich ganz neu in unsere Welt hinein träte, ohne jede Historie in ihr zu besitzen? Wie würde man die Welt dann wahrnehmen? Und mit wem hätte man Umgang?
Auf jeden Fall stünde man wohl ziemlich alleine da, schwämme gegen den Strom und bewegte sich gegen den Strich – ganz so also, wie es auch dem erfolgreichen antizyklisch orientierten Anleger geht.
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