Von Bernd Niquet
Oft treten in der Wirtschaft und an den Börsen Schockerlebnisse auf. Die Erdölkrise der 70er Jahre war so etwas, die Zahlungsschwierigkeiten Russlands und der LTCM-Zusammenbruch 1998 auch. Und natürlich auch die jetzige Finanzkrise.
Dann gehen die Aktienkurse erst einmal in den Keller. Doch der erste Verlust ist meist der kleinste, denn langsam setzt dann stets die Wirkung der Multiplikatoren ein, die den Anfang nun gleich vervielfachen.
Doch genauso geht es dann auch im Aufschwung. Zuerst passiert nicht mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings, doch langsam werden die Luftverwirbelungen stärker, kommt eine leichte Brise auf, die die Wolken wieder vertreibt. Und dann setzt – noch mächtiger als im Abschwung – die Hebelkraft der Multiplikatoren ein. Wie ein Schaufelrad treiben sie das Schiff jetzt an und kein Halteseil kann es mehr bändigen.
Das passiert immer. Ohne Ausnahme. Die Frage ist stets nur: wann. Aufgrund des heftigen und abrupten Schocks im vergangenen Jahr, der keinerlei Grund in der Ökonomie fand, scheint die Annahme legitim, dass es sich dieses Mal auch schnell wieder deutlich zum Besseren wendet.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
+++++++ DIE BUCH-NEUERSCHEINUNG 2009 +++++++
Bernd Niquet, TAUPUNKTE, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009, 133 Seiten, 9,95 Euro. ISBN 3-86901-434-2.
Das Buch erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der sein gesamtes bisheriges Leben in vollkommener Isolation verbracht hat. Doch plötzlich tritt er heraus und ist geblendet von einer Wirklichkeit, deren Existenz er niemals für möglich gehalten hat. Nur langsam und sehr mühsam ist er in der Lage, erste Schritte zu unternehmen. Dann bilden sich ein paar Vorlieben heraus und in ihm wächst die Begeisterung, unbekannten Dingen nachzuspüren und neue Orte aufzusuchen. Sein Vorleben spielt jedoch auch in der neuen Welt eine dominierende Rolle. Und erst die Musik ist es, die das Eis der vergangenen Jahrzehnte ein wenig zum Tauen bringt.
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