Von Bernd Niquet
Gerade komme ich aus einem sehr erholsamen Urlaub zurück, bei dem ich – wie eigentlich immer – die Börse nicht verfolge. Ich denke ja stets so langfristig, dass für mich das tägliche Auf und Ab nur irritierend ist. Aber es sieht ja wirklich nett aus am Markt. War nicht eigentlich wieder Weltuntergang angesagt?
Wenn ich mir jetzt so durchlese, was gegenwärtig über die Börse geschrieben wird, muss ich an die vielen Frauen denken, die intensiv diskutieren, ob sie nun Mutter werden wollen oder nicht. Oder an die Schweinegrippe und die wichtige Frage, ob diese eigentlich auch auf Fische übertragbar ist – und wenn ja, auf welchem Wege die Ansteckung dann eigentlich vor sich gehen könnte.
Und ich erinnere mich an den Tausendfüßler, der plötzlich anfing, zu überlegen, wie das eigentlich funktionieren konnte, seine tausend Füße so zu koordinieren, dass er sich selbst nicht permanent auf die Füße trat – und der just in diesem Moment die Fähigkeit zur Fortbewegung verlor. Und was hier rein physisch abläuft, sehe ich überall auf das Denken übertragen.
Ich mache es mir da ganz einfach. Ich stelle mich niemals gegen die Notenbanken. Und auch nicht gegen den Staat. Die Geld- und Fiskalpolitik sind so expansiv wie niemals zuvor in der Geschichte. Die Wirtschaft und die Börse sind heftig eingebrochen. Wenn sie sich in den nächsten Jahren nicht kräftig erholen, fresse ich einen Besen. In zwei bis drei Jahren steht alles doppelt so hoch. Aber so lange muss man warten können.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
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Bernd Niquet, Der MADchester-Kapitalismus. Das Buch zur Krise, München 2008, 143 Seiten. 12 Euro, ISBN 978-3-937200-49-1.
Leseprobe: „Bis vor Kurzem ist ja noch immer alles gut gegangen. Alle Krisen haben wir hervorragend überstanden. Doch während die Arbeiten zu diesem Buch abgeschlossen werden, hat gerade die letzte deutsche Großbank ihre Auszahlungen gestoppt. Was nun kommt, ist völlig offen. Wir betreten historisches Neuland. Die Situation ist besorgniserregend. Die Regierungen und Notenbanken weltweit tagen fieberhaft. Immer wieder ist von so einer Situation geredet worden, doch niemand hat geglaubt, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Entsprechend unvorbereitet ist man."
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