(Morningstar) Der DWS Akkumula ist weniger bekannt als der Vermögensbildung I, aber mindestens genauso gut. Eine Kernstrategie für jeden Fondssparer, der in Aktien langfristig investieren möchte. Dieser Fonds wird seit 1991 von Klaus Kaldemorgen gemanagt, drei Jahre länger als der Vermögensbildung I. Eine wunderbare Ausgangsbasis für einen Fondsanalysten, weil man sehen kann, wie die Leistung eines einzigen Managers in unterschiedlichen Marktphasen war. Der Akkumula hat einen exzellenten langfristigen Track Record und eine TER (Total Expense Ratio), die 0,2 Prozent unter dem Schnitt globaler Aktienfonds liegt.
Wo liegt der Unterschied zum Vermögensbildung I (VB I)? Der Fonds wird defensiver gesteuert. Sektor und Einzeltitel-Engagements sind weniger ausgeprägt, wenn es in offensive Marktphasen geht. Der Akkumula hat eine Neigung zu Value-Titeln, während im VB I mehr Wachstumsaktien ins Portfolio gekauft werden. Auch finden 10 bis 15 Titel mehr Einzug in das Portfolio. Der Fonds wird mit einer ruhigeren Hand gemanagt. Spricht Kaldemorgen zum Beispiel Energieaktien eine vernünftige Bewertung und solide Bilanzen zu, hat er diesen Sektor im VB I Ende 2008 mit 16 Prozent gewichtet, während er das Gewicht von Royal Dutch Shell, Total und BP im Akkumula auf fast 22 Prozent erhöhte. Diese Herangehensweise hat in den vergangenen Monaten nur teilweise funktioniert. Phasenweise war der VB I das defensivere Portfolio, weil der Markt Aktien mit Growth-Neigung spielte. Ein anderes Beispiel wäre die Deutsche Telekom: Im VB I sind die Aktien mit 2,6 Prozent und im Akkumula mit 3,3 Prozent gewichtet. Der Deutschen Telekom spricht man wegen der hohen Dividendenrendite defensive Qualitäten zu. An dieser Stelle liegt ein Schwachpunkt der DWS, das fundamentale Aktienresearch. Die globalen Fonds würde noch besser dastehen, würden die Picks innerhalb eines Sektors mehr überzeugen.
Der Akkumula gehört über drei, fünf und zehn Jahre gemessen mit einer risikoadjustierten Rendite, dem Morningstar Sterne Rating, zu den 10 Prozent besten Fonds der Kategorie Aktien weltweit Standardwerte Blend und ist damit einen Tick besser als der Vermögensbildung I.
Klaus Kaldemorgen zieht in den beiden globalen Blue Chip Mandaten alle Register des Fondsmanagement: Top-Down Blick auf die Welt, Einsatz der Kasse in Baisssemärkten, opportunistisches Währungshedging bei US-Dollar und britischen Aktien, wenn er schwächere Währungen gegenüber dem Euro erwartet. Und wenn Märkte beginnen zu laufen, dann schaltet Kaldemorgen auch mal einen Gang höher. So geschehen während der Technologie-Hausse vor der Jahrtausendwende und dem Emerging Markets Boom ab 2004. Die überdurchschnittliche Leistung wird auch in fallenden Aktienmärkten deutlich. Hier helfen Kaldemorgen das Halten von Kasse, die Ende 2008 mehr als 20 Prozent des Fondsvermögens ausmachte. (Werner Hedrich)
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