(Dresdner Bank) "Money, money, money": Frei nach einem der größten Hits der schwedischen Popgruppe ABBA aus dem Jahr 1976 haben Musikfans nicht nur akustische, sondern oftmals auch finanzielle Freude an ihren Stars. Besitzer von Schallplatten und Erinnerungsstücken profitieren seit einigen Jahren von der lebhaften Entwicklung auf dem Musik-Sammlermarkt.
Anders als manche andere Liebhaberei kann die gute alte Vinyl-Schallplatte ihrem Besitzer noch echte Wertsteigerung bringen. Zwar pressen die großen Labels ihre Neuerscheinungen heute nur noch für ein Nischenpublikum als schwarze Kunststoffscheibe. Laut Bundesverband Musikindustrie kommen derzeit in Deutschland 700.000 Schallplatten pro Jahr in die Ständer, während es auf dem Höhepunkt Anfang der 80er Jahre Millionen waren. Die finanzielle Musik spielt indes bei den alten Scheiben: Schmuckstücke und Raritäten erzielen Spitzenpreise, mit denen man einen Kleinwagen erwerben könnte.
So wechselte beispielsweise eine besondere Ausgabe des "White Album" der Beatles 2008 bei Ebay für 19.000 britische Pfund (22.000 Euro) den Besitzer und dürfte damit die teuerste jemals verkaufte LP aller Zeiten sein. Kurioserweise finden sich unter den inoffiziellen Top Ten der teuersten Scheiben viele Veröffentlichung der Punkband Sex Pistols, die damit Megastars wie Rolling Stones oder Pink Floyd den Rang ablaufen. Und der "King of Rock'n Roll" Elvis Presley liegt mit seiner 1954 erschienene Single "That's All Right / Blue Moon of Kentucky" für 11.400 US-Dollar nur auf Platz zwölf. Die Interpreten der Geld-Hymne "Money, money, money" findet man im Mittelfeld der Sammlerpreise: Der teuerste bekannte Auktionspreis für eine ABBA-Scheibe wurde 2007 gezahlt - 2.027 US-Dollar für die 1979 erschienene blaue Vinylplatte "Sång till Görel“. Aktuelle und historische Preise können Sammler im Internetportal www.popsike.com nachschlagen und so besser schätzen, was ihre eigene Sammlung etwa wert ist.
Dass Platten, Memorabilien und Instrumente auch bei Finanzprofis einen gewissen Stellenwert haben, zeigt die 2007 gegründete Fondsgesellschaft Marquee Capital. Sie sammelt Kapital für Investments in Erinnerungsstücke der Pop- und Rockkultur ein. Anleger müssen mindestens 10.000 britische Pfund investieren, um an Wertsteigerungen teilzuhaben, die von Stars wie dem "Material Girl" Madonna abgelegten Kleider eventuell erzielen. Wettbewerber Anchorage Capital Partners plant einen "Guitar Fund" und zielt damit auf die ganz großen, fast unbezahlbaren Erinnerungsstücke von Gitarren-Göttern der Musikgeschichte – wie etwa die "Blackie" von "Mr. Slowhand" Eric Clapton, die 2004 bei Christie’s in New York schon 959.500 US-Dollar brachte.
Ob nun Sammler oder reiner Liebhaber: Die für Juni 2009 geplante Eröffnung des ABBA-Museums in Stockholm ist zwar auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Aber noch im Laufe dieses Jahres sollen rund 750 Memorabilien des legendären Popquartetts Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson, Bjorn Ulvaeus und Agnetha Faltskog als Wanderausstellung auf Welttournee gehen. Eine der weltgrößten Sammlerbörsen für Schallplatten und Fanartikel findet vom 21. bis 22. November 2009 im niederländischen Utrecht statt.
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