(Morningstar) Während die Analyse des Berenberg Balance Select Fonds nach einem Gespräch mit dem Fondsmanagement verfasst wurde, wurde diese Analyse des Berenberg Select Income Universal Fonds ohne ein Managerinterview angefertigt. Die Analyse stützt sich auf im Analyseprozess des Berenberg Balance Select Fonds gewonnene Erkenntnisse und öffentlich zugängliche Quellen wie Jahresberichte oder Fact Sheets.
Wir halten die Konzeption des Berenberg Select Income mit Blick auf die inhärente Illiquidität der in diesem Fonds dominanten Vermögensklasse offene Immobilienfonds für den Anleger ungeeignet. Zudem sehen wir das Verhältnis von Gebühren und zu erwartenden Renditen als wenig vorteilhaft an.
Fangen wir mit der Verteidigung an: Der Prospekt und das Fact Sheet des Berenberg Select Income weisen klar aus, dass die Anlagemittel zu mindestens 65% in Renten- und offene Immobilienfonds und zu maximal 35% in Aktienfonds investiert werden können. Anleger wussten also, dass sie in ein Produkt mit starkem Fokus auf offene Immobilienfonds investieren. Daran wäre an sich auch nichts auszusetzen, wenn der Fonds ein geschlossener wäre und man somit der Illiquidität der Anlageklasse offene Immobilienfonds Rechnung getragen hätte. Der Berenberg Select Income ist aber als offener Dachfonds konzipiert, was die tägliche Rückgabemöglichkeit der Anteile einschließt und ein wichtiges Merkmal von Publikumsfonds ist. Somit sehen wir den Berater und Asset Manager Berenberg Lux Invest in der Verantwortung, ein solches Konzept aufgesetzt zu haben.
Der Berenberg Select Income hält per Ende 2008 insgesamt zehn offene Immobilienfonds, die 46% des Fondsvermögens ausmachen. Ende 2007 lag diese Quote sogar bei fast 83%. Die noch verbleibenden Immobilienfonds im Berenberg Select Income sind vorwiegend Fonds, die institutionellen Investoren wie zum Beispiel Dachfonds vorbehalten sind. Diese Vehikel haben keine tägliche Rückgabemöglichkeit und hohe Mindestanlagen. Wenn institutionelle Anleger aussteigen wollen, müssen sie vorher die Kapitalanlagegesellschaft informieren (Mindestkündigungsfrist), können meist nur ein oder zwei Mal im Jahr die Anteile zurückgeben und müssen bei Fristunterschreitung Rücknahme-gebühren entrichten. Damit sind 46% der Anlagegelder dieses Fonds illiquide investiert. Alleine die beiden UBS Fonds machen fast 19% des Anlagevermögens aus.
Der Fonds weist für das Jahr 2007 eine TER von 1,86% aus. Defensive Mischfonds (Aktienquote<35%) werden im Schnitt mit 1,32% belastet. Hinzu kommen bei Dachfonds die Verwaltungsvergütungen für die Zielfonds, die in der TER nicht ausgewiesen werden. Die in diesem Fonds enthaltenen Verwaltungsvergütungen für die offenen Immobilienfonds liegen bei mindestens 0,5% je Mandat, was letztendlich zu einer Gesamtkostenbelastung im Fonds zwischen 2% und 2,5% jährlich führen kann. Anleger sollten hier im Hinterkopf haben, dass die Rendite risikoloser zehnjähriger Bundesanleihen bei rund 3% liegt.
Wir halten die Konzeption des Fonds für ungeeignet, die Gebühren für unverhältnismäßig und vergeben deshalb trotz der positiven Renditen des Fonds ein Inferior Rating. (Werner Hedrich)
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