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Nur ein Gefühl von Reichtum

Donnerstag, 26. April 2018 um 13:19

Von Bernd Niquet

Wie wäre das früher gewesen, habe ich mir überlegt, als ich mich spontan entschieden hatte, am Sonntag noch nicht abzufahren, sondern den Urlaub noch zu verlängern, weil das Wetter so schön war und ich so gerne einmal grillen wollte? Das wäre schwierig gewesen.

Heute jedoch hat der Netto-Markt auch am Sonntag auf. Zum ersten Mal bin ich in so einem Laden drinnen und staune nur noch. Da kostet ja alles fast gar nichts. Der Generationensack Grillkohle 2,19 Euro, 400 Gramm Bratwurst 1,79 Euro und die Dose Pils 29 Cents. Da ist in den meisten Läden ja das Wasser teurer.

So etwas kann es doch eigentlich alles gar nicht geben, denke ich.

Und auch sonst: Fast überall, wo man in unserem Land hinkommt, propere Häuser, Hunde als lebende Alarmanlage und mindestens zwei bis drei Autos auf dem Grundstück. Und in den Städte können die Mieten ruhig explodieren, die Parkplätze sind noch knapper als der Wohnraum.

Es ist wie im Schlaraffenland, doch meistens habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich mir das anschaue. Irgendwie hat sich eine Wagenburg-Mentalität ausgebreitet. Früher, da hat uns die Sowjetunion mit ihren Raketen bedroht, heute hingegen bedrohen wir uns selbst mit unserem Egoismus.

Mal sehen, wie lange das noch gut geht.

Wieder zu Hause, lässt der Nachbar die Steine seiner völlig intakten Autoabstellplätze auswechseln, einfach so, weil Granit schöner ist als normaler Stein. Ich finde das herrlich, denn endlich kann ich die Musik einmal richtig laut machen.

Ich höre die alten Platten von Van Morrison durch, aus seiner für mich goldenen Zeit zwischen 1982 und 1999, und finde gleich auf dem ersten Album ein Lied, das mir vorher niemals aufgefallen ist: „Across the Bridge Where Angels Dwell“.

Ganz versonnen denke ich: Was ist das für eine Zeit gewesen, in der solche Musik geschrieben worden ist? Als es noch solche Melodien gegeben hat und die Menschen noch ruhig sein, die Augen schließen und träumen konnten?

Was für eine wunderbare Zeit muss das gewesen sein?

Aber nein, natürlich nicht. Denn damals, 1982, schwankte der Dax rückgerechnet zwischen 500 und 550 Punkten. Und es gab noch feste Ladenschlusszeiten. Wie unendlich arm die Menschen damals gewesen sein müssen.

Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen. Solche Armut. Geschlossene Läden und nicht einmal ein Zwanzigstel.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

******* DAS ENDE EINES LANGEN ZYKLUS *** NEUES BUCH *******

Bernd Niquet, „IN TIEFSTEN SCHICHTEN“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2015, 327 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-95744-926-9.

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de/db/autorwerke.php

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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