Teddybären, Puppen und Eisenbahnen bringen nicht nur Kinderaugen zum Leuchten, sondern erzielen als gefragte Sammlerobjekte auf Auktionen seit Jahren wahre Liebhaberpreise. Eine Stichprobenbefragung der Dresdner Bank unter Spielzeugexperten anlässlich der diesjährigen Spielwarenmesse vom 7. bis 12. Februar in Nürnberg ergab: Sammler können bei Raritäten mit Renditen von bis zu zehn Prozent rechnen. Dieser branchenübliche Durchschnittswert wird von einigen Top-Stücken noch weit übertroffen.
"Die Faktoren Qualität, Seltenheit und Erhaltungszustand bestimmen Preis und mögliche Wertsteigerung eines Spielzeugs", sagt Herbert Tier vom Wiener Auktionshaus Dorotheum. Sammler sollten ihre Schätze daher im Originalkarton verpackt lassen, denn nur Ware im Topzustand bringt hohe Preise. Daniel Agnew, der fast zwei Jahrzehnte bei Christie's Spielzeug unter den Hammer gebracht hat, rät Liebhabern, zusätzlich auf bekannte Marken zu setzen. "Während der vergangenen zwanzig Jahre haben sich die Marken Steiff, Märklin und die Modellbausätze der Firmen Britains, Dinky und Corgi als besonders lukrativ erwiesen", sagt Agnew. Für eine Märklin-Bahn gab Agnew beispielsweise einmal den Zuschlag bei stolzen 110.000 britischen Pfund, das wären heute knapp 150.000 Euro. Ein Modell-LKW der Marke Dinky brachte 12.000 Pfund (rund 16.000 Euro). Sammler sollten aber keine hohen Renditen in kurzer Zeit erwarten, sondern erworbenes Spielzeug zwischen zehn und zwanzig Jahre behalten, bevor sie es verkaufen.
Dass Investments in antiquarisches und hochwertiges Spielzeug sehr gewinnbringend sein können, belegen weitere Auktionsergebnisse: Der teuerste Teddy der Marke Steiff wechselte im Jahr 2000 in Monaco für 213.720 Euro den Besitzer. Dieser Bär war allerdings nicht antik und wurde für die Firma Louis Vuitton in beschränkter Auflage genäht und mit Vuitton-Accessoires sowie einem echten Goldknopf im Ohr versehen. Steiff-Teddy "Happy" aus dem Jahr 1926 führt die Liste der teuersten antiken Bären an, zum stolzen Preis von 156.240 Euro kam er 2002 unter den Hammer.
Spielzeug muss aber nicht unbedingt ein Jahrhundert alt sein, um Wertsteigerungen zu erzielen. 2006 wurde die "Barbie in Midnight Red" aus dem Jahr 1965 für 13.500 Euro versteigert. Barbiepuppe No.1 von 1959 wechselte für 4.286 Euro den Besitzer, die Verkäuferin hatte die Puppe seinerzeit für umgerechnet 4,50 Euro erstanden. Bei dieser weltweit ersten großen Barbie-Versteigerung des Londoner Auktionshauses Christie's wurden insgesamt 4.000 der schlanken Puppen aus dem Hause Mattel für zusammen 166.100 Euro verkauft.
Allzu neu dürfen die Objekte allerdings auch nicht sein: Der Sammlermarkt für elektronisches Spielzeug der neunziger Jahre, wie Tamagotchi, Playstation und Co., kann nach Angaben von Herstellern wie Sony und Nintendo noch nicht eingeschätzt werden.
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