(Morningstar) Der E&G Immobilienaktien Europa investiert in Aktien, die meist nicht in den EPRA-Indizes enthalten sind. Der Fonds verdient im engsten Sinne des Wortes des Attribut benchmarkunabhängig. Schwerpunkt des Fonds sind Titel, die einen Bezug zu Osteuropa haben.
Ein langjähriger Manager des Fonds Stefan Leibold hat im Februar 2008 die Stuttgarter Privatbank Ellwanger & Geiger verlassen und sich im Agrobusiness selbstständig gemacht. Der Fonds wird nun von seinem langjährigen Kompagnon Helmut Kurz und zwei Analysten geführt. Die Stuttgarter Privatbank ist eine bekannte Adresse im Immobilienbereich, die nicht nur Immobilienaktien im Volumen von 50 Millionen Euro managt, sondern der physischen Asset Klasse Immobilie einen hohen Stellenwert beimisst.
Die Performance des Fonds litt in der jüngsten Vergangenheit unter seinem Osteuropa-Exposure und dem relativ hohen Gewicht an Nebenwerten. Die Morningstar Style Box zeigt Blend und Small Caps an, die Aktien im Fonds haben eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von 420 Millionen Euro. Auf Einzeltitelebene haben dem Fonds die 8 Prozent Position an IVG Immobilien geschadet. Der Bewertung hänge nunmehr nur noch vom Verkauf des Kavernengeschäfts. Findet dieser Verkauf statt, steige die Eigenkapitalquote und die Bilanz sehe besser aus, so Kurz. Insgesamt sieht der Fondsmanager mittlerweile das Maß erreicht, an dem Immobilienaktien mit bedeutenden Abschlägen zu ihren langfristig zu erwartenden Werten handeln. Das gelte auch für die britische Land Securities wie British Land. Die drittgrößte Position im Fonds Eastern Property Holdings sieht Kurz mittlerweile als grotesk niedrig gepreist an. Der Aktienmarkt bewerte mit Blick auf den physischen Markt Immobilien zu niedrig, das gelte auch für die britischen property shares. Konsumabhängige französische Gesellschaften wie Unibail-Rodamco und Klepierre werden dagegen die sich abschwächende Konsumnachfrage zu spüren bekommen. Die jüngsten Zahlen von Carrefour lassen ahnen, welchen Einfluss steigende Ölpreise auf das Ausgabeverhalten haben können.
Der E&G Immobilienaktien Europa hat einen speziellen fundamentalen Investmentfokus, es werden Aktien jenseits der ausgetretenen Pfade gekauft. Die gekauften Titel notieren wegen ihrer niedrigen Marktkapitalisierung mit einer Liquiditäts-Prämie, sprich es ist schwierig ein- und auszusteigen, ohne den Kurs zu bewegen (market impact). Das Fondsvolumen des Fonds von rund 45 Millionen Euro erlaubt dies aber.
Die fundamental geprägte Strategie hat zu einer Underperformance im Bullenmarkt geführt (keine britischen High Flyer), gleichzeitig litten die Nebenwerte mindestens genauso stark wie die etablierten Mega-Konzerne an den Börsen in Paris oder London.
Dieser Fonds ist im aktuellen Umfeld eine gute Wahl für sehr langfristig orientierte Anleger, die einen ergänzenden Portfoliobaustein suchen. Wer zudem die stark unter die Räder gekommenen britischen und französischen Gesellschaften haben möchte, sollte den E&G Immobilienaktien Europa mit einem Immobilienaktien-ETF kombinieren. Für beide Investmentvehikel gilt: Hier wird gegen den Strom (Markt) geschwommen. (Werner Hedrich)
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