(Instock) Nach einer Tal- und Bergfahrt legte der Dax zuletzt 168 Zähler oder 2,8 Prozent auf 6.133 Punkte zu. Die überraschende Zinssenkung der EZB katapultierte den Index kurzzeitig auf 6.192 Punkte. Danach schwanden die Kräfte, der Verzicht Griechenlands auf die umstrittene Volksabstimmung zwecks Legitimierung des Sparpakets ließ die Kurse jedoch wieder klettern. Tagestief: 5.832 Punkte. Alle Index-Mitglieder schlossen in der Gewinnzone. Am Devisenmarkt notierte der Euro mit 1,3750 US- Dollar. Eine Feinunze Gold kostete 1.764 Dollar.
Trotz inflationärer Tendenzen senkte die Europäische Zentralbank unter ihrem neuen italienischen (!) Chef Mario Draghi den Leitzins von 1,50 auf 1,25 Prozent. Zuletzt war der Zinssatz am 7. Juli von 1,25 auf 1,50 Prozent angehoben worden. Draghi hat seinen Posten am 1. November vom Franzosen Jean-Claude Trichet übernommen.
Im Blickpunkt
Der Quartalsüberschuß des Baustoffproduzenten HeidelbergCement (+ 3,7 Prozent auf 33,62 Euro) schrumpfte aufgrund deutlich gestiegener Kosten von 367,6 auf 316,1 Millionen Euro. Vor Steuern (EBT) sank der Gewinn von 441,3 auf 402,8 Millionen Euro. Das operative Ergebnis fiel von 572,6 auf 562,2 Millionen Euro. Unter anderem erhöhte sich der Materialaufwand von 1,32 auf 1,46 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte von 3,40 auf 3,62 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr sollen nach wie vor Umsatz und operatives Ergebnis zulegen.
BMW (+ 4,6 Prozent auf 60,61 Euro) erhöhte den Überschuß im dritten Quartal von 874 Millionen auf 1,08 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) stieg von 1,36 auf 1,64 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,19 auf 1,72 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz von 15,94 auf 16,55 Milliarden Euro zu. 2011 soll der Vorsteuergewinn nach wie vor „signifikant“ steigen.
Anschlußkäufe schoben MAN auf 67,46 Euro (+ 7 Prozent). Die chinesische Kartellbehörde gab grünes Licht für die Mehrheitsübernahme durch VW – damit steht dieser nichts mehr im Wege.
Von Juli bis Ende September schrumpfte der Gewinn des Kosmetik- und Klebstoffherstellers Beiersdorf (+ 1,7 Prozent auf 40,96 Euro) aufgrund erhöhter Kosten von 104 auf 78 Millionen Euro, vor Steuern (EBT) von 168 auf 135 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel von 167 auf 142 Millionen Euro. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank der Umsatz von 1,38 auf 1,37 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Marketing und Vertrieb stiegen von 566 auf 609 Millionen Euro, die Forschungs- und Entwicklungskosten von 38 auf 42 Millionen Euro. Für 2011 prognostizieren die Hamburger ein „leichtes Umsatzwachstum“. Die EBIT-Marge soll 10 bis 11 Prozent erreichen.
Metro (+ 9 Prozent auf 36,56 Euro) erhöhte den Gewinn im dritten Quartal von 170 auf 211 Millionen Euro. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn legte von 149 auf 190 Millionen Euro zu. Vor Steuern (EBT) stieg der Gewinn von 275 auf 377 Millionen Euro, vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 425 auf 563 Millionen Euro. Dagegen schrumpfte der Umsatz von 16,30 auf 15,98 Milliarden Euro. In Deutschland sank der Umsatz von 6,10 auf 6,07 Milliarden Euro, der im Ausland erzielte Umsatz von 10,20 auf 9,91 Milliarden Euro – hier belastete die Aufgabe von Media-Saturn Frankreich sowie Metro Cash & Carry Marokko. 2011 will Metro auf bereinigter Basis mehr als im Vorjahr umsetzen. Vor Sonderposten soll das EBIT um 5 bis 10 Prozent zulegen.
Im dritten Quartal steigerte Adidas (+ 0,2 Prozent auf 51,52 Euro) den Gewinn von 266 auf 304 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) legte von 380 auf 418 Millionen Euro zu. Der Umsatz zog dank einer weltweit großen Nachfrage von 3,47 auf 3,74 Milliarden Euro an. Im Gesamtjahr soll der Umsatz währungsbereinigt um rund 12 Prozent zulegen – zuvor hatte der Sportartikelanbieter ein Plus von etwa 10 Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie soll von 2,71 auf etwa 3,15 Euro steigen (zuvor: 3,10 bis 3,12 Euro).
Gewinner
1. Metro + 9,02 Prozent (Kurs: 36,56 Euro)
2. MAN + 6,98 Prozent (Kurs: 67,46 Euro)
3. RWE + 5,91 Prozent (Kurs: 30,67 Euro)
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