Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1.2795 US-Dollar, nachdem am Mittwoch im europäischen Handel Höchstkurse bei 1.2855 Dollar und Tiefstkurse bei 1.2697 Dollar markiert wurden. Der Dollar stellt sich gegenüber dem Yen auf 84.25. In der Folge notiert Euro-Yen bei 107.80, während Euro-Franken bei 1.3015 oszilliert. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone für den produzierenden Sektor lieferte mit 55,1 Punkten eine marginale positive Überraschung. Die Konsensprognose war bei 55,0 Punkten angesiedelt. Gegenüber dem Vormonat kam es zu einem Rückgang des Index um 1,6 Punkte. Hier läßt sich eine abnehmende Aufwärtsdynamik konstatieren. Das Indexniveau beschreibt dennoch solide und hohe Expansion in diesem Wirtschaftssektor und ist damit völlig ungeeignet, Konjunktursorgen zu befeuern.
Der „Challenger Report“, der Auskunft über angekündigte Massenentlassungen in den USA gibt sorgte für Entspannungssignale. Gegenüber dem Vormonat kam es zu einem Rückgang bei der Anzahl der betroffenen Jobs um -16,6% von 41.676 auf 34.768. Im Jahresvergleich entsprach das einem Rückgang um -54,5%. Dieser Monatswert bewegt sich im Dunstkreis der Tiefstwerte der vergangenen zehn Jahre. Das hat eine hohe und nachhaltige Aussagekraft. Hier wird ansatzweise klar, daß die Bereitschaft, Mitarbeiter zu entlassen, in den USA deutlich abnimmt. Daraus läßt sich schließen, daß ein Bodensatz in der Beschäftigung erreicht ist. Es heißt andererseits aber noch nicht, daß damit eine Bereitschaft gegeben ist, höhere Beschäftigung in den Unternehmen umzusetzen. Gleichwohl verbessert sich die Grundlage für eine derartige Entwicklung. Dagegen lieferte der „ADP Employment Report“ eine leichte Enttäuschung. Per August kam es nicht wie erwartet zu 19.000 neu geschaffenen Stellen in der Privatwirtschaft, sondern es wurden laut dieser Erhebung 10.000 Jobs abgebaut.
Aus der US-Baubranche erreichten uns erwartungsgemäß negative Nachrichten, die sogar noch einen hohen Überraschungswert boten. Die Bauausgaben sanken im Monatsvergleich im Juli um 1,0%. Die Prognose lag bei lediglich -0,5%. Darüber hinaus wurde der Vormonatswert von +0,1% auf -0,8% revidiert. Entsprechend wurde die Konsensprognose im Zweimonatsvergleich um markante -1,4% verfehlt. Im Jahresvergleich stellte sich ein nicht unerheblicher Rückgang um -10,7% ein.
Positiv überraschte dagegen der ISM-Index für das produzierende US-Gewerbe. Per August kam es nicht zu dem erwarteten Rückgang von zuvor 55,5 auf 53,0 Punkte, sondern es stellte sich ein Anstieg auf 56,3 Punkte ein. Diese Tendenz des nationalen Index steht ein gutes Stück weit im Widerspruch zu den regionalen Einkaufsmanagerindizes. Wir nehmen das zur Kenntnis, ohne darauf herumreiten zu wollen. Fakt ist, daß das produzierende Gewerbe der USA eng mit der Weltwirtschaft verzahnt ist. Fakt ist, daß wir eine positive Haltung für die Weltwirtschaft nach der „kleinen Sommerpause“ vertreten. Entsprechend ist dieses Ergebnis für uns vor diesem Hintergrund weniger erstaunlich! Der Produktionsindex legte von 57,0 auf 59,9 Punkte zu. der Auftragsindex sank leicht von 53,5 auf 53,1 Zähler. Dagegen legte der Beschäftigungsindex deutlich von 58,6 auf 60,4 Punkte zu. Die Subindizes liefern damit eine fulminante Bestätigung des Gesamtindex.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützung bei 1.2580 – 1.2610 negiert den positiven Bias.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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