Von Bernd Niquet
In der letzten Zeit schaue ich meist mit noch größerem Vergnügen auf die Wetterprognosen als auf die Börsenprognosen. Denn obwohl es beim Wetter wesentlich mehr Varianten gibt als an der Börse, liegt die Trefferquote dort bemerkenswert viel höher.
Neulich habe ich jedoch etwas ganz anderes erlebt. Da stand ein Ausflug an und die Prognose lautete noch am Morgen in perfekter Weise auf sonnenreiches Wetter. In Wirklichkeit war es dann jedoch bewölkt und nieselte sogar. Als ich schließlich am Nachmittag enttäuscht noch einmal auf meine Wetterseite geklickt habe, sah ich, dass das Bild der Vormittagsprognose mittlerweile der (bereits vergangenen) Realität angepasst war.
Das ist natürlich eine phantastische Möglichkeit, denke ich – Rückwärtsprognosen! Da steigt die Trefferquote sofort ins Unermessliche. Und sofort denke ich weiter, dass man das doch an der Börse ebenfalls übernehmen sollte. Aber was rede ich denn, das ist doch hier bereits schon immer die Regel.
Wie konnte ich nur so dumm sein? Man schaue sich nur einmal an, was heute so alles zur Finanzkrise geschrieben wird. Denn im Grunde genommen hat doch jeder vorher gewusst, was da kommt.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
… UND ALS STRANDLEKTÜRE FÜR DEN URLAUB:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
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