Von Bernd Niquet
Es ist Samstag am späten Vormittag. Ich sitze an meinem Schreibtisch und höre den Ventilator rauschen. Ob ich jetzt das Fenster öffne oder nicht, ist egal, denn draußen sind 30 Grad und drinnen ebenfalls. Ich lese ein paar Sachen im Internet und stelle eine erstaunliche Asymmetrie fest: Die meisten Leute scheinen davon überzeugt, dass Deutschland Weltmeister wird und dass die Börsen wieder auf ihre alten Tiefs fallen.
Ich hingegen sehe es genau anders herum.
Ich lege meine Lieblings-Hitze-Platte auf „Casa Babylon“ von Mano Negra. Sie klingt wie ein Abend in Südamerika hinter dem geöffneten Hinterhoffenster. Immer wieder höre ich das Lied „Santa Maradona“. Ich habe bereits seit der Weltmeisterschaft 1978 mit Argentinien gehalten, habe Maradona in den 80ern in Neapel verfolgt und war zu dieser Zeit sogar selbst einmal in der Stadt. Ich bin den Argentiniern ja nicht einmal böse für ihren Zahlungsausfall bei meinen Anleihen. In mir liegt eine versteckte Liebe für dieses Land, vielleicht liegt das daran, dass ich dort noch niemals war.
Dass mit der Börse auf mittlere Sicht nichts passiert, da bin ich mir sicher. In ein paar Jahren steht alles deutlich höher als jetzt, daran führt kein Weg vorbei. Was jedoch beim Fußball passieren wird, da wage ich inzwischen nichts mehr zu sagen.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
… UND ALS STRANDLEKTÜRE FÜR DEN URLAUB:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
Jetzt hier bestellen.









