Von Folker Hellmeyer
Euro/Dollar eröffnete bei 1,3580 Dollar. Die in der Nacht gehandelte Bandbreite war sehr gering. Vermutlich wird bis zu den US-Arbeitsmarktdaten auch nicht viel passieren. Euro/Yen liegt bei 121,30. Dollar/Yen bei 89.30. Der Leitzins der EZB bleibt unverändert bei 1,00%. Die EZB rechnet bis 2011 mit einer schwachen Konjunktur und einer niedrigen Inflation. Trichet sieht das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone in diesem Jahr zwischen 0,4 und 1,2 %. Die Teuerungsrate wird für 2011 in einer Bandbreite von 0,1% bis 1,5% erwartet. Ein höheres Inflationsziel ist nach Trichets Meinung kontraproduktiv – Zinserhöhungen macht er nur von einer höheren Inflationserwartung abhängig. Zu Euro/Dollar gab es nichts Neues. Betont wurde erneut, dass die EZB die USA in der Betonung eines starken Dollar unterstützt.
Griechenland hat unterdessen eine Anleihe von rund 5 Milliarden Euro auf dem Kapitalmarkt plaziert. Das Interesse an dieser Anlage war groß. Es gab Angebote im Volumen von 16 Milliarden Euro. Für die Anleihe wird ein Risikoaufschlag von 3,1 % über einem vergleichbaren deutschen Papier bezahlt. Das rege Interesse zeigt, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit Griechenlands am Markt als relativ niedrig angesehen wird – dies ist nach Auswertung aller bisher verfügbaren Informationen auch richtig so.
Das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone ist – wie erwartet – im vierten Quartal 2009 um 2,1 % gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Gegenüber dem dritten Quartal gab es ein zaghaftes Plus von 0,1%. Im Gesamtjahr 2009 brach die Konjunktur um 4,1 % ein – und damit so stark wie noch nie zuvor in der Geschichte der Währungsunion.
Am Donnerstag gab es zudem einige Veröffentlichungen aus den USA, denen wir uns kurz widmen möchten. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen geringfügig auf 469.000 zurück. Dies war im Mittel auch so erwartet worden. Der Trend zeigt hier weiter abwärts. Die Auftragseingänge der Industrie fielen mit einem Plus von 1,7% im Januar positiv aus Insbesondere der Ordereingang bei den „dauerhaften“ Wirtschaftsgütern trug zu diesem Ergebnis bei (Neuaufträge +2,6%).
Heute schauen wir – wie jeden ersten Freitag im Monat – auf die sog. „Nonfarm Payrolls“ aus den USA. Die Zahl wird mit -50.000 erwartet. In der Regel ist alleine die Veröffentlichung der Zahl eine anschließende Kursbewegung in Euro/Dollar von 1 bis 2 Cent wert. Eine Prognose dieser Zahl ist sehr schwierig.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das nach wie vor den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3430-1.3450 neutralisiert den positiven Bias des Euro.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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