Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1,3660 US-Dollar, nachdem am Mittwochabend Höchstkurse im Bereich von 1,3735 gehandelt wurden. Euro/Yen konnte sich nicht in gleichem Maße erholen und tendiert aktuell bei 120.50. Dollar/Yen liegt bei 88.20. Griechenland spart. Am Mittwoch wurden folgende Details zum geplanten griechischen Sparpaket veröffentlicht:
- Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2% auf 21%
- Kürzung der Gehaltszuschläge im öffentlichen Dienst (12%)
- Erhöhung der Tabaksteuer um 2% auf 65%
- Erhöhung der Alkoholsteuer
- Erhöhung der Spritsteuer 3-8 Cent/Liter
- Besitz und Einkommen der Kirchen soll besteuert werden
- Einführung einer neuen Steuer auf Luxusgüter (Luxusautos, Yachten, große Immobilien)
Dieses Sparpaket fand die Unterstützung hochrangiger Politiker. Sowohl Frau Merkel („Griechischer Sparplan ist ein richtiger Schritt“) als auch Europapolitiker wie die Herren Barroso („Griechenland ist mit seinen Plänen für die Reduzierung des Defizits auf Kurs und kann auf die Solidarität der EU zählen“) oder Junker („Griechenlands Sparprogramm ist glaubwürdig – jetzt kommt es auf die zügige Umsetzung an. Die Euro-Länder stehen bereit zu entschiedenem und abgestimmten Handeln zur Sicherung der Finanzstabilität in der Euro-Zone, wenn es notwendig ist.“) äußerten sich positiv zu dem Paket und sicherten gleichzeitig die Unterstützung durch die EU zu.
Die Pläne sind also soweit gut. Man darf gespannt sein, wie die praktische Umsetzung erfolgt. Die Proteste im Land waren ja schon im Vorfeld der Bekanntgabe ausgeprägt. Auch am Mittwoch sah man wieder Bilder in den Nachrichten, die aufgebrachte Bürger zeigten.
Positives gab es vom US-Arbeitsmarkt zu berichten. Der aktuelle Challenger Report (Ankündigung von Massenentlassungen) wies mit 42.090 betroffenen Mitarbeitern die niedrigste Zahl seit Juli 2006 auf. Auch der ISM-Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes konnte positiv überraschen. Per Februar wurde ein Indexstand von 53,0 Punkten veröffentlicht (Prognose 51,0). Mit einem Wert deutlich über 50 signalisiert der Index eine Ausweitung des Geschäftes der US-Dienstleister. Dies ist der höchste Indexstand seit zwei Jahren.
Am heutigen Donnerstag stehen einige wichtige Zahlen auf der Agenda. Zudem erwarten wir die EZB-Zinsentscheidung mit anschließender Pressekonferenz. Entscheidend für den Wochenausklang am Devisenmarkt sind ohnehin die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3430-1.3450 neutralisiert den positiven Bias des Euro.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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