Von Bernd Niquet
Unfassbares tut sich gegenwärtig an den Devisenmärkten. Große US-Hedge-Fonds haben sich abgesprochen, konzertiert gegen den Euro zu spekulieren. Mit dabei der mittlerweile rechtskräftig wegen Insiderhandels verurteilte George Soros. Andere mindere Kreaturen springen nun auf diesen Zug auf, prophezeien einen Währungscrash und ermuntern Anleger zum Mitmachen.
Prinzipiell ist es in einem freien Marktsystem legitim, gegen jede mögliche Währung Stellung zu beziehen. Doch können die westlichen Demokratien den Aufbau solch riesiger Positionen gestatten? Der Verlust ist nämlich bereits am Anfang vorprogrammiert: Geht die Spekulation auf, wird möglicherweise der Euro gesprengt, was erhebliche Probleme auslösen wird. Geht sie hingegen schief, werden auch wir Europäer die Herren Spekulanten mit unseren Steuergeldern herausboxen müssen, weil sonst das System kracht.
Am besten wäre also, sie allesamt vorsorglich einen Kopf kürzer zu machen. Wer heute zu Hexenjagden aufruft und damit erneut mittelalterliche Verhältnisse herausbeschwört, muss auch mittelalterliche Maßnahmen gegen sich gelten lassen.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
+++++++ AUCH 2010 NOCH FRISCH +++++++
Bernd Niquet, TAUPUNKTE, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009, 133 Seiten, 9,95 Euro. ISBN 3-86901-434-2.
Das neue Buch von Bernd Niquet bezieht sich nicht direkt auf die Börse und die Finanzen, sondern packt den Menschen in seiner Gesamtheit. Wie wäre es, fragt er, wenn man plötzlich ganz neu in unsere Welt hinein träte, ohne jede Historie in ihr zu besitzen? Wie würde man die Welt dann wahrnehmen? Und mit wem hätte man Umgang?
Auf jeden Fall stünde man wohl ziemlich alleine da, schwämme gegen den Strom und bewegte sich gegen den Strich – ganz so also, wie es auch dem erfolgreichen antizyklisch orientierten Anleger geht.
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