Von Bernd Niquet
Obwohl die Wirtschaftsdaten sich zunehmend befestigen, ist die Börse heftig in die Knie gegangen. Der Grund findet sich darin, dass US-Präsident Obama die Bankenmacht beschneiden und den gesamten Eigenhandel der Banken untersagen will. Auch Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds sollen sie nicht mehr kaufen dürfen. Das alles klingt wie das Glass-Steagall-Gesetz in der Krise der 30er Jahre.
Natürlich wird das die Ergebnisse der Banken schmälern. Doch was hat man denn gedacht? Dass man Lutschbonbons verteilt, die eine Wiederholung der Krise vermeiden? Ich bin mir nicht sicher, ob Obamas Weg tatsächlich der richtige ist, ich halte diese Maßnahmen aber durchaus für angebracht.
Wenn der Markt jetzt tatsächlich weiter einbrechen und tatsächlich eine „neue Ära“ der Kursentwicklung eingeläutet werden sollte, dann hieße das, dass die Marktteilnehmer vorher tatsächlich auf eine künstliche Aufblähung der Märkte gesetzt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das tatsächlich der Fall ist. Im Gegenteil, indem die Politik jetzt signalisiert, zu verhindern, dass die Banken das System nicht noch einmal an den Rand des Abgrundes führen können, ist das mittel- bis langfristig eher eine gute Nachricht.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
+++++++ AUCH 2010 NOCH FRISCH +++++++
Bernd Niquet, TAUPUNKTE, Erzählung, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2009, 133 Seiten, 9,95 Euro. ISBN 3-86901-434-2.
Das neue Buch von Bernd Niquet bezieht sich nicht direkt auf die Börse und die Finanzen, sondern packt den Menschen in seiner Gesamtheit. Wie wäre es, fragt er, wenn man plötzlich ganz neu in unsere Welt hinein träte, ohne jede Historie in ihr zu besitzen? Wie würde man die Welt dann wahrnehmen? Und mit wem hätte man Umgang?
Auf jeden Fall stünde man wohl ziemlich alleine da, schwämme gegen den Strom und bewegte sich gegen den Strich – ganz so also, wie es auch dem erfolgreichen antizyklisch orientierten Anleger geht.
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