Von Jochen Steffens
Zunächst wurden eher enttäuschende Zahlen vom Black Friday, dem Beginn der Weihnachtssaison in den USA, gemeldet. Der durchschnittliche Einkaufsumsatz sei von 372,6 im Vorjahr auf 343,3 US-Dollar je Einkäufer gefallen. Die Menschen in den USA scheinen also weniger Geld auszugeben. Das hört sich zunächst schlecht an. Doch stieg auch die Zahl der Schopper, so daß der Einzelhandelsumsatz am Black Friday von 41 auf 41,2 Milliarden Dollar leicht gestiegen ist. Das wiederum ist angesichts der Krise doch erfreulich. Allerdings wurden hauptsächlich Schnäppchen gekauft und das hochpreisige Segment war nachgefragt. Was fehlte, waren die Umsätze des mittleren Preissegments. Oder um es in den Worten eines US-Einzelhändlers auszudrücken: „Ware, die nicht dramatisch reduziert war, wurde erst gar nicht angeschaut.“ Das wiederum ist schlecht für die Einzelhändler, da sich dieses Verhalten auf die Margen auswirkt.
Im Einzelhandel wurde der Black Friday somit insgesamt eher als eine Enttäuschung empfunden. Allerdings konnte man in den vergangenen Jahren in den USA einen Trend zu Last-Minute-Einkäufen erkennen, so daß diese Zahlen nicht uneingeschränkt auf das Gesamtweihnachtsgeschäft schließen lassen.
Erfreuliche Nachrichten kamen zudem vom Online-Handel. So konnte im E-Commerce-Sektor am Black Friday der Umsatz um 11 Prozent auf 595 Millionen Dollar gesteigert werden. Auch der zunehmende Trend zu Online-Käufen wird sich natürlich auf den US-Einzelhandel ausgewirkt haben und weiter auswirken.
Dubai gibt keine Garantien
Zwar ist Dubai World in Staatsbesitz, aber das Emirat Dubai am Montag erklärt, daß Dubai für die Schulden des Immobilienabwicklers keine Garantien geben wird, da seit Gründung dieser Gesellschaft ein Haftungsausschluss existiert. Auch diese Nachricht wird dazu führen, daß die Sorge weiter zunimmt, der Finanzsektor der Golfregion könne von einer Destabilisierung bedroht sein. Was nun nicht passieren darf ist, daß andere Emerging Markets in Schieflage geraten oder andere schlechte Nachrichten aus dieser Richtung kommen. Diesen einen Schock scheint die Börse noch gut zu verkraften, weitere zeitnahe Schocks würden jedoch so langsam den Ball endgültig in die Hände der Bären spielen.
Wie Sie sich vielleicht erinnern, hatten wir hier im Steffens Daily auf die Ähnlichkeiten der aktuellen Erholung nach dem Crash mit der Erholung nach dem 2000-2003er Crash hingewiesen. Demnach sollte es nun zu einer Seitwärtsbewegung wie m Jahr 2004 kommen. Schaut man sich den Dax nun an, scheinen wir uns bereits mitten in dieser Seitwärtsbewegung zu befinden. Es kann also gut sein, daß der Dax nun noch eine Weile in dieser Seitwärtsbewegung gefangen bleibt. Die obere und untere Begrenzung ist dabei zur Zeit noch nicht sonderlich gefestigt, so daß man leider auch mit größeren Fehlausbrüchen rechnen muß. Sollte es allerdings zu einem nachhaltigen Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung kommen, muß man davon ausgehen, daß diese Bewegung dann insgesamt auch nachhaltiger sein wird.
Jochen Steffens ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters "Steffens Daily". Weitere Informationen finden sie hier.









