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Wie wird der Juli?

Dienstag, 2. Juli 2019 um 08:19

Von Stephan Feuerstein
In der vergangenen Woche hatten sich Anleger in Zurückhaltung geübt. Schließlich erwartete man vom Gipfeltreffen der 20 führenden Wirtschaftsnationen im japanischen Osaka einen besonderen Impuls. Insofern war man auf das Gespräch zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Staatslenker Xi Jinping gespannt. Schließlich waren die Verhandlungen über ein Ende der Handelsstreitigkeiten zuletzt nicht nur ins Stocken geraten, sondern hatten sich mit weiteren Strafzöllen weiter verschärft. 

Börse feiert Absichtserklärung

Eigentlich war es nicht überraschend, dass sich die USA und China wieder angenähert haben, denn schließlich haben beide Länder unter dem Handelskrieg zu leiden. Daneben ist Trump bereits im Wahlkampfmodus und eine Entschärfung der Handelsstreitigkeiten würde auch beim Wähler gut ankommen. So kam es zur Absichtserklärung, dass man mit den Verhandlungen weiter fortfahren möchte. Die Aktienmärkte feierten dies zum Wochenauftakt, als ob der Handelskrieg damit bereits beigelegt worden wäre. Allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass man sich eben genau an dem Punkt befindet, an dem die Verhandlungen zuletzt gescheitert waren. Man darf also gespannt sein, ob man sich auch in den letzten, aber sicherlich nicht unwichtigen Punkten einigen wird. Denn erst dann ist es sinnvoll, das Kursfeuerwerk zu zünden. Sollte es bis dahin dem US-Präsidenten einmal mehr zu lange dauern, könnten die bisher ausgebliebenen weiteren Strafzölle auch rasch wieder auf der Tagesordnung stehen.

Saisonal starker Juli

Die Auswertung der vergangenen Jahrzehnte ergab, dass zwar an der Börsenweisheit „sell in may and go away – but remember: come back in september“ durchaus etwas dran ist. Bei detaillierterer Betrachtung fällt aber auf, dass der Juni und der Juli in der Regel einen schwächeren Mai mit einer freundlichen Tendenz beziehungsweise einer kleinen Zwischenrallye überdecken. Kritisch wird es dann wieder im August und September, so dass sich ein günstiges Niveau in der Regel erst Ende September ergibt. Sollte sich an den freundlichen Juni nun auch ein halbwegs freundlicher Juli anschließen, sollte man in besonderem Maße auch auf die Stimmung der Marktteilnehmer achten. Wird diese immer euphorischer, wäre es spätestens Ende Juli an der Zeit, die Früchte der Zwischenerholung vom Juni und Juli zu ernten. Bis dahin gilt allerdings eine andere Börsenweisheit: "the trend is your friend!"

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes "Hebelzertifikate-Trader". Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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