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Bremst die Politik den Dax aus?

Dienstag, 1. Oktober 2013 um 14:37

Von Stefan Böhm
Erst kommt das Land, dann die Partei? Diesen Spruch kennen Sie sicherlich, aber die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen wieder einmal, dass er nur eine hohle Phrase ist. In vielen Ländern sieht es nämlich umgekehrt aus. Erst kommen die Parteiinteressen, dann vielleicht das Land. Deutschland möchte ich im Moment noch ausnehmen vom Vergleich der größten Politchaoten. Die Regierungssuche bewegt sich noch im Rahmen. In Italien dachte man, dass das Land nach dem Abgang von Silvio Berlusconi die schlimmsten Zeiten hinter sich hat, doch die Schatten des Cavaliere sind lang. Nach seiner rechtskräftigen Verurteilung als Steuersünder schreckt er nicht davor zurück, das Land ins Chaos zu stürzen und die Minister seiner Partei machen gewissenlos mit. Nach dem Rückzug aus der Regierung steht Ministerpräsident Letta ohne Mehrheit da, dabei hat die Regierung durchaus Erfolge und wichtige Weichenstellungen vorzuweisen. Am Mittwoch wird es nun die Vertrauensfrage im Parlament in Rom geben. Verliert Letta, sind Neuwahlen wahrscheinlich und die Populisten um Berlusconi und 5-Sterne-Chef Grillo könnten weiter zulegen. Für die Eurozone wäre dies ein großes Risiko und an den europäischen Aktienmärkten droht das neu gewonnene Vertrauen zerstört zu werden. 

Tea Party überspannt den Bogen

Noch dramatischer sieht es in den USA aus, wo die republikanischen Tea-Party-Abgeordneten die Gesundheitsreform Obamas kippen wollen und dafür bereit sind, die Zahlungsunfähigkeit der USA zu riskieren. Die gemäßigten Republikaner sind ziemlich genervt von ihren radikalen Parteifreunden. Nachdem die Frist Ende September verstrichen ist, sind vom „Shutdown“ rund 800.000 Staatsbedienstete betroffen, die kein Geld mehr bekommen und zu Hause bleiben müssen. Der Schaden für die Wirtschaft wäre umso größer, je länger die Auszeit dauert. Da es bei dem Streit jedoch nicht um Geld geht, sondern um die Macht im Land, zählen rationale Argumente vor allem bei der Tea Party wenig. Dass eine knappe Mehrheit der Amerikaner Obamas Krankenversicherung befürwortet, ignoriert sie ebenfalls. Dieser Schuss könnte für die Republikaner am Ende nach hinten los gehen. Das weiß man auch in Washington und deshalb glaube ich, dass ein Kompromiss möglich sein wird.

Fokus auf US-Arbeitsmarktdaten

Die politischen Unsicherheiten schmecken den Börsianern nicht und der Dax fiel zum Wochenstart zeitweise unter die Marke von 8.600 Punkten zurück. Aber auch an den meisten anderen Aktienmärkten weltweit ging es wieder nach unten. Der „Weltleitindex“ Dow Jones Industrial befindet sich ohnehin seit dem 19. September im Rückwärtsgang. Vielleicht können aber die zahlreichen Konjunkturdaten aus den USA, Europa und Asien in dieser Woche die Stimmung wieder zum Positiven wenden. So wird sich die Aufmerksamkeit immer stärker auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag richten, denn die Arbeitsmarktlage ist letztlich maßgeblich dafür, ob die US-Notenbank schon in einer der nächsten Sitzungen das Anleihekaufprogramm zurückfährt. Möglich aber, dass die Veröffentlichung dieser Zahlen wegen des „Shutdowns“ verschoben werden muss. An der grundsätzlichen Einschätzung, dass sich die Weltwirtschaft auf einem moderaten Erholungspfad befindet, werden aber die Konjunkturdaten dieser Woche voraussichtlich wenig ändern.

Fazit: Das Risiko für eine kurzfristige Börsenkorrektur ist gestiegen, denn in den nächsten Wochen könnten negative Meldungen zum Haushaltsstreit in den USA die Nachrichten dominieren. An den mittelfristigen Konjunkturaussichten wird aber auch ein zeitweiliger Ausgabestopp in den USA wenig ändern. Der Dax ist nach einer mehrtägigen Seitwärtsbewegung wieder zurückgefallen, die Konsolidierung könnte nun noch anhalten. Mittelfristig bleiben die Aussichten aber gut.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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