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Jetzt verkaufen! Oder nicht?

Donnerstag, 12. September 2013 um 07:56

Von Thomas Grüner
In den vergangenen Wochen häufen sich wieder die Auftritte der Crash-Propheten in den Medien, die auf die aktuellen Höchststände verweisen und die allgegenwärtigen Gefahren beschwören. Ob es vermeintlich „klare Zeichen“ von Chartanalysten sind oder das Bauchgefühl von Goldanhängern, heftige Schlagzeilen verkaufen sich einfach besser.

In meiner letzten Kolumne habe ich beschrieben, worauf es für den langfristigen Erfolg in einem Portfolio ankommt. Sich nicht von den Medien zu sehr beeinflussen lassen, sondern rational abzuwägen gehört definitiv dazu!

Bei uns in der Vermögensverwaltung legen wir den Fokus genau darauf! Da wir die Verantwortung tragen, müssen wir jeden Tag aufs Neue abwägen wie die Zeichen tatsächlich – nicht wie in den Medien gezeigt – stehen. Für uns gehört unter anderem dazu, die fundamentalen Daten auszuwerten und die Marktstimmung richtig einzuschätzen. Wer hier Fehler begeht, hat bereits verloren.

Anlegerstimmung und Fundamentaldaten

Zur aktuellen Anlegerstimmung eine Aussage zu treffen, ist für uns in der Vermögensverwaltung nicht sehr schwer. Zum einen führen wir alle sechs Monate umfassende Umfragen durch und zum anderen reden wir täglich mit einigen hundert Kunden und Interessenten. Von Euphorie ist hier keine Spur. Wenn es keine aktuellen Ereignisse wie Syrien oder die Bundestagswahl gibt, werden immer wieder alte Ängste aufgewärmt und neu thematisiert. Bullenmärkte entwickeln sich hervorragend in einem solchen Sentiment, da die an der Seitenlinie geparkte Liquidität sukzessive in den Markt findet.

Auch bei den fundamentalen Daten sehen wir noch gehöriges Potential für Kurssteigerungen. Während sich die Märkte bei den letzten Höchstständen größtenteils komplett vom tatsächlichen Geschehen abgekoppelt hatten, besteht jetzt noch immer großer Bewertungsspielraum. Die Gewinne der großen Firmen haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, die Märkte haben hier noch Nachholpotential. Wenn man sich die Entwicklung der Unternehmensgewinne im Vergleich zu den Marktentwicklungen vor den zurückliegenden Bullenmärkten anschaut, stellt man fest, dass die Märkte unabhängig von der Entwicklung der Unternehmensgewinne gestiegen sind – bis zum Ende des Bullenmarktes. In der jetzigen Situation ist das immer noch umgekehrt. Seit 2008 sind die Gewinne der Unternehmen deutlich stärker gestiegen als die Indizes, in denen sich die Unternehmen befinden. Die Märkte hinken der Gewinnentwicklung immer noch hinterher.

Fehlende Alternativen

Eine weitere Besonderheit der „neuen Höchststände“ ist die Alternativlosigkeit zur Aktie. Anleihen rentieren weiterhin auf extrem niedrigem Niveau und Edelmetalle haben gezeigt, wie volatil „die sichere Währung“ tatsächlich ist. Wenn man sich dagegen große Unternehmen aussucht, die in der Regel nicht nur eine attraktive Dividendenrendite bieten sondern am Ende des laufenden Bullenmarktes – historisch betrachtet – die klaren Outperformer sind, stellt man sich für die Zukunft gut auf. Der ruhige und geduldige Anleger hat klar die Nase vorn.

Fazit: Weiterhin gilt: Wer investiert ist, hat im ersten Schritt alles richtig gemacht und sollte sich nicht zu sehr von Schlagzeilen beeindrucken lassen. Die gefühlte Volatilität ist um einiges höher als die tatsächliche. Emotional geleitete Entscheidungen sind, wenn es um ihr Geld geht, fehl am Platz! Der laufende Bullenmarkt wird auch in Zukunft Kursschwankungen unterliegen – das ist aber normal und gut so!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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