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Rohstoffindustrie unter Druck

Donnerstag, 1. August 2013 um 09:26

Von Thomas Grüner
Der angebliche „Super-Zyklus“ der Rohstoffe ist zu Ende. Vom September 2000 bis zum Ende des Jahres 2010 legte der MSCI World Metals & Mining Index eine historische Aufwärtsbewegung hin. Der MSCI World Index wurde in diesem Zeitraum um 455 Prozentpunkte geschlagen. Seit Beginn des Jahres 2011 hinkt der MSCI World Metals & Mining Index jedoch dem MSCI World beständig hinterher. Die Underperformance betrug zeitweise mehr als 60 Prozent. Viele Anleger sind an den Sachverhalt gewöhnt, dass sich die Rohstoffindustrie in guten Börsenphasen hervorragend entwickelt und nehmen die signifikante Schwächephase der vergangenen beiden Jahre zum Anlass, in absehbarer Zeit einen bemerkenswerten Turnaround zu vermuten. Die historischen Daten sprechen jedoch dagegen!

Große Zyklen

Traditionell handelt es sich um eine eher zyklische Industrie, bei der schon immer große und lang anhaltende Aufwärtsbewegungen von ebenso scharfen und nachhaltigen Korrekturen gefolgt wurden. Erlaubt man kleinere Gegenbewegungen, sind stets signifikante, lang anhaltende Phasen der Out- und Underperformance gegenüber dem breiten Markt zu beobachten. Diese Zeiträume erstrecken sich über mindestens drei Jahre, können sich aber auch erheblich länger hinziehen: Der klaren Underperformance zwischen 1989 und 2000 folgte die historische Aufwärtsbewegung der Rohstoffaktien bis ins Jahr 2011 hinein. Selbst die in diesem Zusammenhang relativ kurze, jedoch umso heftigere Korrektur im Rahmen der Finanzkrise 2008 konnte der deutlichen Outperformance gegenüber dem breiten Aktienmarkt keinen Abbruch tun. Die langfristig ausgelegten Relationen führen jedenfalls zu der Annahme, dass die gegenwärtige Abwärtsbewegung seit dem Jahr 2011 durchaus noch eine Weile anhalten könnte. Zudem ist der „Renditerückstand“ von rund 60 Prozent im historischen Vergleich noch nicht übermäßig ausgeprägt. Der Optimismus zahlreicher Analysten ist definitiv mit Vorsicht zu genießen. Allgemein gilt: Je länger diese Abwärtsbewegungen andauern und je stärker sie sind, desto länger und stärker erscheint die nachfolgende Aufwärtsbewegung. Ein Grund dafür ist sicherlich die Angebotsanpassung der Rohstoffindustrie auf steigende und fallende Rohstoffpreise.

Angebot und Nachfrage

Ein Zyklus beginnt in der Regel mit einem plötzlichen, starken Anstieg der Nachfrage. Darauf reagiert die Industrie mit einem künstlich beschränkten Angebotsausbau. Daraus folgt, dass die Preise für Metalle sprunghaft ansteigen. Die höheren Preise setzen starke Anreize, die Produktion deutlich nach oben zu fahren, was zwangsläufig dazu führt, dass das Angebot die Nachfrage deutlich übertrifft. Da die Industrie sehr kapitalintensiv ist und die Anlagen eine sehr lange Laufzeit haben (mehrere Dekaden), ist sie sehr anfällig für diesen Fall, da es äußerst schwierig ist, die Produktion kurzfristig an die exogenen Konditionen anzupassen. Die Preise fallen und die Industrie leidet aufgrund ihrer hohen Fixkosten sehr darunter. Daraufhin verspricht man sich, nie wieder die Produktion dermaßen hochzufahren und das Angebot dauerhaft künstlich zu begrenzen - man legt den Grundstein für die Wiedergeburt des Zyklus. Dieser Prozess startet jetzt.

Fazit: Die Rohstoffindustrie unterliegt lang andauernden und ausgeprägten Zyklen. Die relative Underperformance seit 2011 gibt keinen Aufschluss darüber, dass sich der Sektor in absehbarer Zeit automatisch zum Turnaround-Kandidaten entwickelt – auch wenn sich die Börsen in einer nachhaltigen Aufwärtsphase befinden. Eine neutrale Betrachtungsweise ist empfehlenswert.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per E-Mail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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