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Expansive Geldpolitik sorgt für weiteren Auftrieb

Montag, 15. April 2013 um 08:23

Von Stefan Böhm
So schnell kann es gehen. Noch am vergangenen Dienstag herrschte Trübsal an den deutschen Börsen, ehe ein fulminanter Mittwoch die Kurse in die Höhe trieb. Was war geschehen? Nicht etwa die guten Quartalszahlen von Alcoa waren Auslöser der Rallye, sondern das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed. Die Anleger fühlen sich nun wieder sicher, dass die Fed vorerst an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten wird – insbesondere nach den vermeintlich schlechten Arbeitsmarktdaten vom vorangegangenen Freitag. Zum Wochenschluss drückten aber erneut schwache US-Konjunkturdaten auf die Stimmung.

Wird Europa abgehängt?

Trotz des kleinen Dämpfers am Freitag: Die Wall Street feiert die neue Zuversicht mit neuen Rekorden – nicht nur beim Blue Chip Index Dow Jones Industrial, sondern auch beim marktbreiten S&P 500 Index. Auch in Japan legte der Nikkei 225 weiter zu – die Bank of Japan agiert noch aggressiver als die Fed – und kletterte so hoch wie seit Juli 2008 nicht mehr. Und die europäischen Märkte? Die agieren derzeit abgekoppelt und hinken je nach Grad der Verstrickung in der Schuldenkrise hinterher. Der Dax hat die 8.000 Punkte-Marke und auch seine Allzeithochs bei 8.151 Punkten wenigstens nicht aus den Augen verloren und befindet sich weiterhin in Schlagweite. Der französische CAC 40, der italienische MIB und der spanische IBEX liegen dagegen noch weit hinter ihren Allzeithochs, folglich ebenso der Euro Stoxx 50.

Aufholen können die Krisenländer nur, wenn die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Die jüngsten Konjunkturdaten machen jedoch nur wenig Hoffnung. Die Industrieproduktion in Italien und Spanien blieb im Februar hinter den Erwartungen zurück, in Italien gab es sogar ein überraschend starkes Minus von 0,8 (Prognose: -0,5) Prozent. Wenigstens aus Frankreich kam ein Lichtblick: Dort stieg die Industrieproduktion überraschend stark um 0,7 (Prognose: +0,2) Prozent. Auch die Industrieproduktion im Januar wurde nach oben revidiert. Nachdem Präsident Hollande trotz massiver Gewerkschaftsproteste auch Arbeitsmarktreformen auf den Weg gebracht hat, die unter anderem Kurzarbeit und einen gelockerten Kündigungsschutz vorsehen, ist die Blockade in Frankreich zumindest ein kleines Stückchen aufgebrochen.

Fazit: In den USA und Japan bleiben die Notenbanken die wichtigsten Kurstreiber für die Märkte. In Europa kann außer dem Dax nur eine kleine Zahl an Märkten annähernd Schritt halten. Daran dürfte sich vorerst nur wenig ändern, auch wenn es hier und da positive Signale wie nun aus Frankreich gibt. Dort wird eine echte Trendwende jedoch noch lange auf sich warten lassen. Aktien aus den Krisenländern haben zwar Aufholpotential, sind aber auch riskant. Auf die richtige Mischung kommt es daher an.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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