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Aktien alternativlos?

Montag, 8. April 2013 um 08:06

 Von Frank Sterzbach

Rund 2.000 Punkte konnte der Dax seit Sommer des vergangenen Jahres zulegen. Dies ist fürwahr ein dicker Schluck aus der Kurs-Pulle. Trotz Zypern-Krise. Trotz Italien-Wahl. Trotz Euro-Krise, die noch lange nicht gelöst scheint. Doch lässt sich der Kursanstieg beim Dax auch logisch begründen? Fakt ist: Wir leben in Zeiten billigen Geldes. Durch Leitzinsen nahe Null fluten die Notenbanken die Märkte mit Liquidität. Außerdem: Seit September des vergangenen Jahres scheinen die Märkte wieder etwas zu vertrauen. Denn damals verkündete die Europäische Zentralbank (EZB), dass man unter Bedingungen unbegrenzt Anleihen hochverschuldeter Staaten aufkaufen werde – womit eine Art Brandmauer errichtet wurde.

Negativer Realzins

Die Niedrigzinspolitik sorgt auch für eine Art Anlagenotstand. Mit Tagesgeld beispielsweise lässt sich derzeit oftmals nur eine Zinsrendite erzielen, die unterhalb der Teuerungsrate liegt. Man spricht in diesem Fall von einem negativen Realzins. Anleihen von finanziell stabilen Staaten wie beispielsweise Bundesanleihen oder von Dax-Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe als krisenresistent gelten, stehen hoch im Kurs und bieten im Umkehrschluss derzeit nur geringe Renditen. Hinzu kommt, dass Aktien noch moderat bewertet sind. Was ein durchschnittliches Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 1,5 unterstreicht. In gewisser Weise sind Aktien also alternativlos.

Ohne Zweifel stellt die Euro-Krise weiterhin einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor dar. Vor allem die politische Unsicherheit in Italien, Europas drittgrößter Volkswirtschaft, könnte den Aktienmarkt an dem einen oder anderen Frühjahrstag belasten. Etwas eingetrübt hat sich aktuell das Chartbild beim Dax, nachdem am Freitag der mittelfristige Aufwärtstrend bei etwa 7.800 Punkten nach unten durchbrochen wurde. Alles in allem aber erwarten wir angesichts oben genannter Gründe einen freundlichen Frühling am deutschen Aktienmarkt. Erst bei einem Rutsch unter die charttechnisch wichtige Marke von 7.500 Punkten könnte sich das Börsenwetter deutlich verschlechtern.

Frank Sterzbach ist Chefredakteur des Börsenbriefes "Finanzen & Börse" – ein wöchentlich erscheinender Gratis-Newsletter mit Informationen rund um die Themen Geldanlage, Börse und Finanzen. Unter www.finanzenundboerse.de kann der Börsenbrief kostenlos und unverbindlich abonniert werden.

 Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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