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Kommt jetzt die Rohöl-Schwemme?

Montag, 11. Mrz 2013 um 09:07

Von Marc Nitzsche
Überraschend kam die Nachricht vom Tod Hugo Chavez nicht. Immerhin litt der ehemalige Präsident Venezuelas bereits seit längerer Zeit an einer unheilbaren Krebs-Erkrankung. Ob das Ableben des postkommunistisch angehauchten Politikers für die Bevölkerung ein Segen oder eher einen Fluch darstellt, soll jedoch nicht unser Thema sein. Wir wollen stattdessen lieber der Frage nachgehen, ob dieses Ereignis eine Öl-Schwemme auslösen könnte.

Theoretisch sicherlich! Schließlich verfügt das südamerikanische Land über fast 18 Prozent der weltweit bekannten Öl-Reserven. Saudi-Arabien sitzt lediglich auf 16 Prozent (Kanada 11 Prozent). Dennoch wird es aus politischen Gründen – zumindest in absehbarer Zeit – nicht zu einer Öl-Schwemme kommen. Bei Neuwahlen gilt Chavez sozialistische Partei als klarer Favorit. Damit wird sich an der grundsätzlichen Linie (USA als Feindbild, Öl als Druckmittel) nicht viel ändern, zumal die Investitions-Bereitschaft nach den von Chavez vorgenommenen Enteignungen ausländischer Konzerne nicht die größte sein dürfte. Und ohne diese finanziellen Mittel wird es schwierig, den Öl-Ausstoß zeitnah zu erhöhen, zumal auch eigene Raffinerien teilweise in einem erbärmlichen Zustand sind.

Längerfristig sieht es etwas anders aus: Trotz der gewaltigen Reserven produziert Venezuela nur 3 Prozent der weltweiten Ölmenge (Saudi-Arabien 13 Prozent). Diese Zahlen zeigen, dass das Land in Sachen Öl-Produktion ein erhebliches Steigerungspotential besitzt. Um dieses umzusetzen, sind aber geänderte politische Bedingungen erforderlich, nach denen es zur Stunde allerdings nicht „riecht“. Von daher brauchen Öl-Bullen nicht in Panik zu geraten!


Marc Nitzsche ist Herausgeber des Rohstoff-Trader.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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