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Sojabohnen auf dem Prüfstand

Freitag, 8. Mrz 2013 um 12:29

Von Marc Nitzsche
Aufgrund der letztjährigen Dürre-Periode in wichtigen amerikanischen Anbaugebieten gehörten Sojabohnen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 zu den Überfliegern an den Rohstoffmärkten überhaupt. Ein Großteil des massiven Kursanstiegs wurde mittlerweile wieder korrigiert und viele Leser dürften sich zur Stunde die Frage stellen, wie es mit den Sojabohnen-Notierungen weitergeht.

Für tendenziell fallende Kurse spricht der Umstand, dass das US-Landwirtschaftsministerium für die laufende Saison mit einer Normalisierung des Flächenertrags und damit von einer erheblich höheren Ernte ausgeht. Derzeit rechnen die Behörden mit einem Zuwachs um rund 13 Prozent gegenüber dem Ausstoß im vorherigen Wirtschaftsjahr. Da die Vereinigten Staaten der weltgrößte Sojabohnen-Produzent sind, sollten sich die derzeit vergleichsweise leeren Lagerhallen demnächst wieder füllen. Und da die Preise immer noch hoch genug sind, ist – anders als bei Baumwolle – auch nicht von einer signifikanten Verringerung der Anbaufläche auszugehen. Somit dürfte das Angebot an amerikanischen Sojabohnen in dieser Saison durchaus üppig sein.

Südamerika im Anleger-Fokus

Da es bis zur US-Ernte aber noch einige Monate dauert, fokussiert sich die Anlegergemeinde derzeit auf die Lage in Südamerika. Immerhin ist Brasilien die Nummer zwei und Argentinien die Nummer drei unter den Sojabohnen-Produzenten. Im zweitgenannten Land ist es momentan zu trocken, so dass die Analysten von Oil World ihre Produktionsschätzung auf 50 Millionen Tonnen gesenkt hat. Vor einigen Monaten prophezeiten die Experten noch einen Output von 56 Millionen Tonnen. Das US-Landwirtschaftsministerium geht unverändert von 53 Millionen Tonnen aus. Allerdings dürften nicht wenige Farmer ihre Ernte wegen des schwachen Pesos möglicherweise zurückhalten. In Brasilien wurden die Produktionsschätzungen um 500.000 Tonnen angehoben. Zuletzt sorgten Gerüchte um einen Hafenstreik für Sorge, dass die Verschiffung nicht gewährleistet sein könnte. Die Arbeitsniederlegung wurde jedoch „abgeblasen“. Dies führte zu abermaligen scharfen Rücksetzern der Notierungen, die zuvor – eben wegen der genannten Sorgen – kräftig nach oben schnellten.

Kursunterstützend sollte darüber hinaus die anhaltend starke chinesische Nachfrage sorgen. Zunächst machten Gerüchte die Runde, dass chinesische Importeure nach den Neujahrs-Festivitäten zwischen 400.000 und 500.000 Tonnen Sojabohnen aus den USA geordert haben. Kurze Zeit später wurde dies durch das USDA im Wesentlichen bestätigt, die bekannt gaben, dass innerhalb weniger Tage tatsächlich insgesamt 540.450 Tonnen ins Reich der Mitte verkauft wurden. Sobald die südamerikanische Ernte in trockenen Tüchern ist, könnten die Chinesen vorübergehend auf Sojabohnen aus Brasilien und Argentinien ausweichen, was zu einer Belastung der Notierungen von US-Sojabohnen führen könnte. Mittel- bis längerfristig wird man als größter Konsument aber kaum am größten Produzenten als Lieferant vorbeikommen. Auf Sicht von mehreren Monaten wird der hohe chinesische Bedarf die Kurse stützen.

Charttechnisch angeschlagen

Unter technischen Gesichtspunkten wirkt der Markt aber ziemlich angeschlagen. Der Aufwärtstrend seit Herbst 2011 ist einem intakten Abwärtstrend seit dem Spätsommer 2012 gewichen. Aktuell notieren Sojabohnen erkennbar unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und kämpfen mit der 38-Tage-Linie. Die Chancen, dass dieser Kampf gewonnen werden kann, stehen jedoch nicht sonderlich gut. Immerhin hat die Stochastik jüngst auf „verkaufen“ gedreht und der RSI bewegt sich im bärischen Terrain. Kurzfristig sollte ein Test der Unterstützung im Bereich von 1.375 US-Cents unbedingt einkalkuliert werden. Dreistellige Notierungen sind bis auf weiteres aber eher nicht zu erwarten.

Alles in allem drängen sich nach unserer Einschätzung derzeit weder Long- noch Short-Investments in Sojabohnen aus. Wer diesen Rohstoff unbedingt handeln will und ein bisschen Zeit mitbringt, kann sein Glück mit Wetten auf steigende Kurse versuchen.

Marc Nitzsche ist Herausgeber des Rohstoff-Trader.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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