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Doch kein Währungskrieg?

Dienstag, 19. Februar 2013 um 09:17

Von Stephan Feuerstein
Die Politik zeigte sich auf dem G20-Gipfel am Wochenende harmonisch. „Es gibt keinen Währungskrieg“, verkündete Angel Gurria, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gegen Ende der Pressekonferenz lautstark. Man sollte keine Kriege von gestern führen, sondern sich auf die Zukunft konzentrieren. Und so fiel auch eine Rüge zur japanischen Vorgehensweise aus. Schließlich ist allen klar, dass es bei einem Abwertungswettlauf der Währungen am Ende nur Verlierer geben kann.

Auslöser für die beim G20-Gipfel nicht gestellte Frage war, ob aufgrund des Verhaltens Japans ein Währungskrieg droht. So ist der Druck des japanischen Premiers Shinzo Abe auf die japanische Notenbank erheblich, was nicht zuletzt am vorgezogenen Rücktritt des obersten Währungshüters Nassaki Shirakawa erkennbar wird. Regierungschef Abe will mit einem niedrigen Yen die Exportwirtschaft ankurbeln und geht dabei mit seinem Einfluss auf die Notenbank für den einen oder anderen Ökonomen fragwürdige Wege.

Des einen Freud des anderen Leid?

Die Vorgehensweise in Japan lockt natürlich auch den einen oder anderen Akteur an beziehungsweise fordert eine Strategie geradezu heraus. Man darf also nicht verwundert sein, dass die meisten Hedgefonds mittlerweile contra Yen positioniert sind und im Zuge der Talfahrt der Währung in den vergangenen Wochen üppige Gewinne eingefahren haben. So soll der bekannte Hedgefonds-Manager George Soros, welcher ohnehin seine Berühmtheit durch den einen oder anderen Währungstrade erlangt hat, die Gunst der Stunde frühzeitig erkannt haben und mit der Abwertung des japanischen Yen mittlerweile rund 1 Milliarde US-Dollar verdient haben.

Das Geschehen um den G20-Gipfel hat jedenfalls noch nicht zu diplomatischem Druck auf Japans Regierung geführt. Und auch charttechnisch ist das Währungspaar aufgrund der aktuellen Konsolidierung immer noch interessant. Wenngleich natürlich nach der Rallye der vergangenen Wochen durchaus Rückschlagsgefahr vorhanden ist, heißt ein steiler Anstieg noch nicht zwingend, dass eine Korrektur unmittelbar bevorsteht. Rein charttechnisch hätte der Kurs in den kommenden Wochen durchaus noch Potential bis in die Region um etwa 139 Yen. Das Eisen ist momentan also noch nicht verglüht!

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes "Hebelzertifikate-Trader". Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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