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BIP-Zahlen schwach

Montag, 18. Februar 2013 um 08:26

Von Stefan Böhm
War das jetzt der Tag der Wahrheit? Ich meine nicht. Die BIP-Zahlen fielen zwar in den südeuropäischen Ländern schwächer aus als erwartet, richtig überrascht ist man von dieser Meldung aber nicht. Vor allem in Italien gab es einen schweren Einbruch der Wirtschaftsleistung. Insgesamt sank das BIP der Eurozone im vierten Quartal um 0,6 Prozent. Im Schnitt hatten Volkswirte mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Der Blick richtet sich bereits wieder nach vorne.

Auch in Deutschland schrumpfte das BIP mit 0,6 Prozent etwas stärker als vorhergesagt. In Frankreich betrug das Minus dagegen nur 0,3 Prozent. Dennoch sollte man sich vom Blick zurück nicht täuschen lassen. Zumindest in Deutschland dürfte es im ersten Quartal wieder aufwärts gehen, darauf weisen die vorauslaufenden Indikatoren hin. Zudem sind die Euro-Ängste nicht mehr so stark wie noch im vergangenen Jahr verbreitet, was sich positiv auf die Investitionen auswirken sollte. Für die Euro-Zone insgesamt sind 2013 aber keine Wunderdinge zu erwarten. Die EU-Kommission erwartet ein Mini-Plus von 0,1 Prozent.

Langsame Erholung am US-Arbeitsmarkt

Wenigstens vom US-Arbeitsmarkt kamen gute Nachrichten. So gab es mit 341.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe weniger Anträge als vorhergesagt. Für viele US-Unternehmen hat sich die Nachfragesituation inzwischen verbessert, so dass kein Personalabbau mehr betrieben wird. Dies ist ein erster Schritt hin zu einem stärkeren Arbeitsmarkt, der dann in einem zweiten Schritt auch den wichtigen Konsum unterstützen wird. Für eine wirkliche Initialzündung der US-Wirtschaft reicht das aber noch nicht. Im Moment sehen wir nur eine langsame Erholung der US-Wirtschaft – aber wir sehen eine Erholung. In Japan ist davon noch nichts zu spüren, trotz der Geldschwemme der japanischen Notenbank. Das BIP sank im vierten Quartal überraschend um 0,1 Prozent – Japan verharrt in der Rezession. Nur einige Exportunternehmen wie Sony und Toyota hatten dank des schwächeren Yen positiv überrascht. Doch das sind im Moment noch Einzelfälle und zu wenige, um Japans Wirtschaft anzustoßen.

Fazit: Auch wenn die Kurse nach der Veröffentlichung der BIP-Zahlen einknickten, so dürfte dies nur temporärer Natur sein. Schon das erste Quartal wird in Deutschland wieder Wachstum bringen. In den USA setzt sich die zugegeben wenig dynamische Konjunkturerholung ebenfalls fort. Insgesamt bleiben die Voraussetzungen für steigende Kurse am Aktienmarkt intakt, nicht zuletzt auch, weil sich die Unternehmensgewinne im vierten Quartal angesichts des schwierigen Umfelds besser als erwartet entwickelten.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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