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Haben Versorger die Talsohle erreicht?

Mittwoch, 13. Februar 2013 um 08:48

Von Stefan Böhm
Einst galten die Versorgeraktien als Witwen- und Waisenpapiere, also Langeweileraktien mit hoher Dividende und eher geringen Kursausschlägen. Von solchen Zeiten können sicherheitssuchende Anleger heute nur noch träumen. Die Finanzkrise hat auch die Versorgeraktien negativ beeinflusst. In Deutschland kam nach Fukushima 2011 noch die Energiewende hinzu, die Eon und RWE ziemlich unvorbereitet traf und neue Löcher in die Kassen riss.

Veränderte Rahmenbedingungen

Zu lange hatten sich die großen Versorger darauf verlassen, dass ihnen noch viele Jahre in der profitablen atomaren Hängematte bevorstünden. Mit der überraschenden Energiewende Angela Merkels haben sich die Rahmenbedingungen für die Branche jedoch tiefgreifend verändert. Für RWE heißt dies unter anderem, dass von 2012 bis 2014 Investitionen zum Kapazitätsumbau in Höhe von 16 Milliarden Euro aufgewendet werden müssen. RWE-Vorstandschef Terium sprach in diesem Zusammenhang von zunehmenden Staatseingriffen in den Energiesektor, verschweigt aber, dass Firmen wie RWE sich lange bequem im Energiemarkt eingerichtet hatten, denn ein echter Markt, auf dem Angebot und Nachfrage den Preis regelten, war dieser Sektor in Deutschland noch nie. Während das Energieoligopol die Kunden zur Kasse bat, bekamen wenigstens die Aktionäre, auch die Kleinaktionäre, ihren Teil vom Kuchen ab. Geht es nach den Pessimisten unter den Finanzanalysten, sind diese Zeiten ein für alle Mal vorbei.

Analysten sehen Versorger kritisch

In den vergangenen Monaten gab es reihenweise Herabstufungen für RWE und Eon – nicht ohne Grund. Die Energienachfrage ist aufgrund der schleppenden Konjunktur zurückgegangen und der Umbau im Energiesektor kostet viel Geld. Die hohe Verschuldung der Unternehmen wird dadurch noch höher. Alleine RWE schiebt inzwischen Schulden von über 34 Milliarden Euro vor sich her. Bis Ende 2012 hat RWE durch ein Desinvestitionsprogramm 1,8 Milliarden Euro Schulden abgebaut, 2013 sollen die Schulden insgesamt um 7 Milliarden Euro sinken. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, das manche Analysten für nicht erreichbar halten. Auch Kapitalerhöhungen oder eine Dividendenkürzung sind daher nicht auszuschließen. Seit 2010 hat sich der Kurs der RWE-Aktie allerdings bereits mehr als halbiert.

Der gedrückte Aktienkurs zeigt, dass die negativen Aussichten zumindest zu einem guten Teil bereits im Kurs eingearbeitet sind, schließlich hatten die Anleger seit Fukushima lange genug Zeit, sich mit den Folgen der Energiewende zu beschäftigen. Auch die Analysten wurden seitdem nicht müde, Verkaufsempfehlungen und Warnungen an ihre Kunden herauszugeben. Alleine seit dem 31. Januar gab es fünf neue Verkaufsempfehlungen. Wankelmütige Anleger dürften daher kaum noch in RWE investiert sein, dementsprechend wirkungslos waren die letzten Verkaufs-Analysen am Aktienmarkt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich will das Risiko nicht klein reden. Aber auch Analysten unterliegen dem Herdentrieb und hecheln den Entwicklungen oft hinterher. Die Wahrscheinlichkeit, dass die RWE-Aktie das Schlimmste hinter sich hat, ist groß, auch weil RWE im Vergleich zu Eon besser aufgestellt und stark im Bereich der fossilen Kraftwerke ist.

Fazit: Die RWE-Aktie ist reif für eine Erholung. Auf mittelfristige Sicht ist zumindest eine ausgeprägte Bodenbildungsphase realistisch. Der Titel bietet sich daher für ein Investment in ein Bonuszertifikat an.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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