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Sind Anleger zu optimistisch?

Montag, 4. Februar 2013 um 08:58

Von Stefan Böhm
Sind Anleger zu optimistisch? Da hilft es, die Psychologie zu Rate ziehen, denn die Risiken der Eurokrise waren in den vergangenen Monaten ja nicht verschwunden. Einzig in der Wahrnehmung der Anleger traten die Risiken einmal mehr, einmal weniger in Erscheinung. Fakt ist aber auch, dass die größten Risiken der Eurokrise – ein Auseinanderbrechen der Eurozone mit unkontrollierbaren Folgen – verhindert wurden. Fakt ist genauso, dass die Refinanzierungsbemühungen der Krisenstaaten deutliche Fortschritte gemacht haben. Italien beispielsweise kann sich zu solch niedrigen Zinsen Geld leihen, wie seit Oktober nicht mehr. Fakt ist aber auch, dass viele Länder der EU – nicht nur der Eurozone – sich immer noch in der Rezession befinden und unter hoher Arbeitslosigkeit leiden.

Risiko Währungsaufwertung

Für die Kurse an der Börse muss dies aber nicht schlecht sein, denn am Aktienmarkt wird die Zukunft gehandelt. In Italien hat Monti gute Arbeit geleistet, hier verunsichern im Moment noch die bevorstehenden Neuwahlen. In Spanien hat sich die Rezession im vierten Quartal stark bemerkbar gemacht, doch auch hier gibt es Signale für einen Aufschwung 2013. Auch Griechenland macht Fortschritte, wie auch Irland und Portugal. Nicht umsonst befindet sich der Euro deshalb wieder auf dem Vormarsch und das nicht nur gegen den Dollar, sondern auch in Relation zum Schweizer Franken. Doch gerade diese Stärke des Euro macht es der Wirtschaft in der Eurozone schwerer. Von der Europäischen Zentralbank ist im Moment keine Hilfe zur Schwächung des Euro zu erwarten. Doch man kann dieses Problem auch positiv umkehren. Rohstoffimporte, beispielsweise beim Öl, werden durch den starken Euro billiger.

Fazit: Anleger sind nicht zu optimistisch, denn die verhaltene Kursreaktion des Dax seit dem 4. Januar zeigt, dass am Aktienmarkt mitnichten eine überbordende Euphorie herrscht. Der langfristige Aufwärtstrend ist weiterhin intakt, kurzfristige Kurskorrekturen sind daher als normale technische Reaktionen einzustufen, die nicht überbewertet werden sollten. In Euroland, den USA und auch in Schwellenländern wie China schreitet die Konjunkturerholung, teils zwar nur langsam, voran. Die langfristigen Aussichten für Aktien bleiben daher gut.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

 

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