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US-Aktien vor neuen Höchstständen

Mittwoch, 23. Januar 2013 um 10:12

Von Stefan Böhm
Für US-Aktien war 2012 ein gutes Jahr, trotz des gefährlichen Streits der beiden großen Parteien um Steuern und Staatsausgaben, der das Land an den Rand des Absturzes brachte. Ganz offensichtlich hat die Fiskalklippe auch viele Anleger abgeschreckt, so dass sie US-Aktien nur wenig oder gar nicht bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigten. Das hat sich gerächt, denn Indizes wie der Dow Jones und der S&P 500 befinden sich nicht mehr weit von ihren Allzeithochs entfernt. Und je länger US-Aktien gut performen, umso größer wird der Druck, doch noch einzusteigen.

Aus makroökonomischer Sicht ist die Erholung am US-Immobilienmarkt ein entscheidender Faktor für die US-Konjunktur. Seit einiger Zeit gibt es belastbare Signale, die ein Ende der Krise am Immobilienmarkt anzeigen. US-Aktien-Expertin Joanna Shatney vom Vermögensverwalter Schroders sieht dadurch positive Multiplikatoreffekte für die Wirtschaft, die von den Investoren bislang unterschätzt würden. Für eine durchgreifende Erholung muss allerdings auch der Arbeitsmarkt wieder Fahrt aufnehmen. Hier gibt es bislang nur zaghafte Signale, die zudem vom Parteienstreit belastet werden, denn sollte es zu starken Ausgabenkürzungen kommen, wird sich dies negativ auf die Beschäftigung auswirken. Durch die Anhebung der US-Schuldengrenze für drei Monate – ein neuer Vorschlag der Republikaner – ist zumindest etwas Zeit gewonnen. Das Durchwursteln im Washingtoner Politikbetrieb geht damit weiter. Für Aktien ist das zwar nicht optimal, aber man kann damit leben.

Gewinne steigen wieder

Damit zum zweiten wichtigen Thema, den Unternehmensgewinnen. Schon die Zahlen zum dritten Quartal 2012 zeigten eine deutliche Verlangsamung des Gewinnwachstums. Die aktuelle Berichtssaison zum Schlussquartal 2012 dürfte ebenso durchwachsen werden. Die bislang veröffentlichten Zahlen belegen diese These, wenngleich die positiven News leicht überwiegen. Von den etwa 70 S&P 500 Unternehmen, die bislang Zahlen vorlegten, konnten rund 60 Prozent die Erwartungen übertreffen – im Schnitt um 2,3 Prozent beim Gewinn und 5,8 Prozent beim Umsatz. Die Gewinne dieser Unternehmen stiegen im Schnitt um 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass 2012 ein Übergangsjahr war. Allerdings sind die Erwartungen auch nicht allzu hoch. Für die noch ausstehenden rund 430 Unternehmen des S&P 500 wird im Schnitt ein Gewinnrückgang von 2,5 Prozent für das 4. Quartal vorhergesagt. Im Gesamtjahr 2012 dürften die Unternehmensgewinne damit um magere 2,7 Prozent steigen. Die Prognose für 2013 liegt mit +8,3 Prozent wieder deutlich darüber und mit +11,3 Prozent für 2014 sowieso. Treffen die Prognosen zu, so würde durchaus Potential für eine höhere Bewertung der Aktien vorliegen. Das 2012er KGV des S&P 500 ist mit 17,5 allerdings schon recht hoch. Auf Basis der 2013er Gewinnschätzungen sieht diese Kennzahl mit 13,3 schon wieder viel freundlicher aus. Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, rückt verstärkt die 2013er Prognose ins Blickfeld – und die lässt weiteren Bewertungsspielraum nach oben zu.

Fazit: Trotz Unsicherheitsfaktoren wie den Parteienstreit sind US-Aktien derzeit attraktiv. Der marktbreite S&P 500 hat kürzlich den wichtigen Widerstand bei 1.467 Punkten überwunden und so auch charttechnisch ein Kaufsignal generiert.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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