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Starbucks geht neue Wege

Mittwoch, 12. Dezember 2012 um 08:55

Von Stefan Böhm
Die sogenannte Systemgastronomie ist inzwischen weltweit ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftsfaktor. Ob Bulettenbrater, Pizzakette oder Kaffeehausimperium – die Schattierungen sind zahlreich. Dass es Firmen wie McDonald´s geschafft haben, Marken zu kreieren, die zu den wertvollsten der Welt gehören und Jahr für Jahr Milliarden umzusetzen, unterstreicht die Bedeutung der Branche. Doch auch die Systemgastronomie unterliegt den Schwankungen der Konjunktur.

Weltweite Wachstumsstrategie

So geriet beispielsweise die Kaffeehauskette Starbucks nach der Lehman-Pleite unter Druck, weil viele Amerikaner arbeitslos wurden oder den Gürtel enger schnallen mussten und sich den Kaffee von Starbucks nicht mehr leisten konnten oder wollten. Auch drängten Mitbewerber wie McDonald´s mit eigenen Angeboten in den Kaffeemarkt. Umso wichtiger ist es, eine stringente Wachstumsstrategie zu verfolgen, um nicht zu abhängig von Trends in einzelnen Ländern oder Regionen zu sein. Genau diese Stoßrichtung verfolgt der in der vergangenen Woche veröffentlichte Wachstumsplan bei Starbucks. In Nord- und Südamerika sollen bis 2017 mehr als 3.000 neue Filialen eröffnen. China soll schon 2014 der zweitgrößte Markt für die Kaffehauskette werden. Geplant ist die Erweiterung auf 1.500 Shops in 70 chinesischen Städten bis 2015. Insgesamt will das Unternehmen bis 2014 weltweit 20.000 Shops betreiben. Derzeit gibt es rund 18.000 Filialen.

Ehrgeizige Pläne also, doch damit nicht genug. Durch den Einstieg in den Teemarkt hat Starbucks schon die nächste Erweiterungsrunde eingeläutet. Im November kaufte Starbucks den US-Teehändler Teavana für 620 Millionen Dollar. Starbucks-Chef Howard Schultz begründete den Kauf mit dem rasanten Wachstum, vor dem das Teegeschäft stehe. Mit Teashops soll der Erfolg der Kaffeeshops nun wiederholt werden. Neben eigenständigen Teehäusern sollen auch in die bestehenden Starbucks-Läden Tee-Bars eingebaut werden. Ganz neu ist das Teegeschäft für Starbucks allerdings nicht. Die hauseigene Teemarke Tazo erwirtschaftet bereits einen Umsatz von 1 Milliarde Dollar jährlich.

Starbucks-Aktie kein Schnäppchen mehr

Das hört sich alles sehr gut und logisch an. Doch unter Bewertungsgesichtspunkten ist die Starbucks-Aktie kein Schnäppchen mehr. Mit einem KGV für das im September 2013 endende Geschäftsjahr von 24,4 ist die Bewertung sogar recht ambitioniert. Trotzdem kann eine hohe Bewertung gerechtfertigt sein, nämlich dann, wenn ein Unternehmen ein hohes Wachstum aufweist. Die Analysten erwarten für Starbucks in diesem und im nächsten Geschäftsjahr ein Gewinnwachstum von jeweils mehr als 20 Prozent. Das kann sich sehen lassen, vorausgesetzt das Unternehmen kann seine ehrgeizigen Pläne umsetzen. Am Aktienmarkt geben die Anleger den Plänen offenbar gute Erfolgschancen. Darauf lässt jedenfalls der Aktienkurs schließen, der schon vor einiger Zeit den mittelfristigen Abwärtstrend durchbrach und auch die Widerstandszone zwischen 48 und 51 Dollar hinter sich lassen konnte.

Fazit: Starbucks hat seine Krise überwunden und den Schalter in Richtung neues Wachstum umgelegt. Freilich ist ein solch großangelegtes Expansionsprogramm nicht ohne Risiken. Anleger sollten daher mit Sicherheitspuffer in die Aktie investieren.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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