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Palladium: Angebotsengpaß

Donnerstag, 22. November 2012 um 14:59

Von Stefan Böhm
Die Edelmetallpreise haben sich in den vergangenen beiden Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Während beim Gold die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen die Hauptrolle spielte, sind es bei den anderen Edelmetallen auch konjunkturelle Einflüsse, die eine große Rolle spielen. Silber etwa ist ein wichtiger Bestandteil in der Medizintechnik. Palladium kommt in der Automobilindustrie zum Einsatz. Das spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Während Gold in den vergangenen beiden Jahren am besten performte, liegt Palladium in der Wertentwicklung hinten.

Automobilindustrie braucht Palladium

Platin und Palladium sind wegen ihrer chemischen Eigenschaften bestens für den Einsatz in Katalysatoren geeignet. Rund 60 Prozent der Nachfrage nach Palladium kommen aus der Automobilindustrie. Nicht so bedeutend ist der Einsatz in der Elektrotechnik und der Medizintechnik. Angesichts der Krise vieler Automobilhersteller blieb der Preis für Palladium in den vergangenen beiden Jahren relativ konstant. Doch damit könnte es nun vorbei sein, weil die Nachfrage das Angebot bald deutlich übersteigen wird. Aus der Automobilindustrie ist wieder steigende Nachfrage zu verzeichnen, während das Angebot vor allem durch die Streiks in Südafrika sinkt. Rund 35 Prozent der weltweiten Palladiumproduktion kommt aus dem Land, beim Platin ist der Anteil noch deutlich größer. Während aber der Platinpreis bereits deutlich angezogen hat, blieb Palladium gedrückt. Die Autoindustrie hat nicht zuletzt auch deshalb begonnen, Platin durch Palladium zu ersetzen. Auch dies ist ein Preistreiber für Palladium. Einer Umfrage von Bloomberg zufolge erwarten die Analysten im Schnitt einen Preis von 800 US-Dollar/Unze im nächsten Jahr. 2014 gehen die Konsensusschätzungen von 925 Dollar/Unze aus. Zum Vergleich: Aktuell kostet eine Unze Palladium rund 640 Dollar.

Streiks verschärfen Situation

Die Tatsache, dass die Streiks in Südafrika, die bei Lonmin Platinum begannen und die sich auf die gesamte Branche des Landes ausgebreitet haben, immer noch nicht beendet sind, wirft ein besonderes Schlaglicht auf die Lage. Für die Arbeiter ging es vor allem um mehr Lohn, allerdings waren auch untereinander streitende Gewerkschaften im Spiel. Die Minenkonzerne reagierten bislang vor allem mit Entlassungen. Das beruhigt kurzfristig zwar die Situation, aber es beschränkt auch die Produktionsmöglichkeiten der Unternehmen – weniger Arbeiter, geringere Produktion und somit ein geringeres Angebot.

Fazit: Aus charttechnischer Sicht hat Palladium zwischen 560 und 600 Dollar einen massiven Boden gebildet. Mit dem Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend Ende Oktober wurde zudem die Grundlage für einen kurzfristigen Anstieg bis zum Widerstand bei 700 Dollar geschaffen. Palladium ist auf dem aktuellen Kursniveau ein interessantes Investment sowohl für kurz- bis mittelfristige Anleger, aber auch für längerfristig orientierte Investoren.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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