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Kommt jetzt die Korrektur?

Mittwoch, 24. Oktober 2012 um 16:26

Von Armin Brack

Nach diesem Start in die Ergebnissaison kommen wohl selbst hartgesottene Bullen ins Grübeln: Mit Google, Microsoft, Intel und IBM enttäuschte bisher die gesamte Technologie-Elite mit den Zahlen für das dritte beziehungsweise dem Ausblick für das vierte Quartal.

Hochgehandelte Wachstumswunder aus der zweiten Reihe wie beispielsweise Mellanox, Sourcefire, Align Technology und Chipotle Mexican Grill kamen noch deutlicher unter die Räder. Geht jetzt der ganze Technologie-Sektor in die Knie? Mit Ebay gibt es zumindest eine positive Ausnahme.

Schauen wir uns die Aktien im Einzelnen an: Intel, der weltgrößte Chiphersteller, leidet unter der rückläufigen Nachfrage nach PCs und kämpft im Mobile Segment um den Anschluss. Hier dominiert der britische Konkurrent ARM Holdings.

Intel ist allerdings im angestammten PC-Sektor extrem gut positioniert und ist gerade dabei, den Dauerkonkurrenten AMD (Advanced Micro Devices) in die Bedeutungslosigkeit zu katapultieren.

Intel versteht es extrem gut, sich kostentechnisch an die traditionell extrem zyklische Geschäftsentwicklung im Chipsektor anzupassen. So verdienen die Mannen um Andy Grove auch in schwierigem Umfeld Geld. Die Aktie ist eine Halteposition.

IBM arbeitet bereits seit Längerem an seiner Transformation vom Hardware- in ein Software & Service-Unternehmen. Das ist die richtige Strategie. Die Umsätze mit großen Mainframe-Computern sind rückläufig und auch das Servergeschäft stagniert.

Big Blue ist aber gut gemanagt und versteht es, im Software-Geschäft seine Positionierung durch clevere Zukäufe zu verbessern. Im Service-Geschäft nimmt man der Konkurrenz Marktanteile ab. Obwohl die Gesamtumsätze im dritten Quartal leicht rückläufig waren, stieg der Gewinn je Aktie.

Dieser Fokus auf Profitabilität ist mittelfristig der richtige Weg, um die bilanzielle Substanz zu erhalten oder auszubauen. Mit einem 2012er-KGV von 13 und einem 2013er-KGV von zwölf liegt die fundamentale Bewertung im typischen Rahmen für einen Marktführer in einer reifen Branche. Die Aktie ist eine Halteposition für eher konservative Anleger.

Als IBM-Aktionäre befinden Sie sich übrigens in guter Gesellschaft mit einigen der Größen der US-Anlegerszene. In Warren Buffetts Portfolio zählt IBM zu den Top 3. Auch die Milliardäre Ken Fisher und David E. Shaw besitzen in ihren Fonds jeweils mehr als 2 Millionen IBM-Aktien, was umgerechnet einem Wert von jeweils rund 400 Millionen US-Dollar entspricht.

Deutlich spannender ist die Situation bei Google. Die heftigen Verlust von in der Spitze 9 Prozent deuten auf die Tragweite hin, die die Anleger den Drittquartalszahlen beimessen. Knackpunkt: Die Cash-Cow von Google, das Pay-for-Click-Werbegeschäft, kommt unter Druck.

Der Preis, den Werbekunden für einen Klick auf die typischen Google-Textanzeigen bezahlen, fiel im vergangenen Quartal um durchschnittlich 15 Prozent. Das verschärft die Angst der Anleger, dass der immer wichtiger werdende Mobile Internet-Sektor weniger profitabel ist als das herkömmliche "stationäre" Geschäft, bei dem die Nutzer via PC und Notebook auf Googles Anzeigen klicken.

Das ist auch der Grund dafür, warum die Facebook-Aktie gleich mitgefallen ist. Der Social Media-Riese hat ähnliche Monetarisierungs-Probleme, wie es neudeutsch heißt.

Uneinig sind sich die Analysten und Marktbeobachter indes darüber, ob und wenn ja wie schnell es Google gelingen wird, das Mobile-Problem in den Griff zu bekommen. Google-Mitbegründer und Konzernchef Larry Page ist optimistisch.

Er behält das große Bild im Auge: "Die Möglichkeiten, die sich aus der Tatsache ergeben, dass die Menschen ständig ihren Computer mit dabei haben und bekannt ist, wo sich dieser befindet, sind enorm." Er spielt damit zum Beispiel auf Möglichkeiten der lokalen Suche an.

Angenommen Sie befinden sich in einer fremden Stadt. Mit Funktionen wie Google Maps erfahren Sie dann sofort, wo sich ihr Lieblingsrestaurant befindet, die nächste Tankstelle, die nächste Shopping Mall, das nächste Freibad etc. Page ist sich sicher: "Die Monetarisierung wird durch das Mobile Internet steigen. Die Möglichkeiten verbessern sich und neue Produkte werden für die Menschen bessere Dienste leisten. Ich denke, Google ist sehr gut darin, das zu verstehen. Daher denke ich, die Entwicklung wird für uns ein Benefit sein, kein Hindernis."

Dabei helfen sollen die neuen Chromebooks, die in der kommenden Woche in Kooperation mit Samsung auf den Markt kommen. Diese greifen frontal das Apple MacBook und auch Tablet PCs wie das iPad oder das ebenfalls in Kürze auf den kommende Microsoft Surface-Tablet an.

Bisher war das 2009 eingeführte Chromebook ein Flop für Google. Zu klobig kam das Gerät daher und bei einem Verkaufspreis von 349 US-Dollar war die Kaufpreis-Differenz zu Apples iPad offensichtlich nicht hoch genug, um sich einen nennenswerten Marktanteil zu sichern.

Das könnte sich nun aber ändern: Erste Rezensenten zeigen sich begeistert vom neuen Chromebook (beispielsweise Anton Wahlman von TheStreet.com). Es läuft auf Basis der neuen ARM A15-Prozessoren, die auch in der kommenden Generation der High End-Smartphones enthalten sein werden, es ist so groß wie das Apple MacBook, so leicht wie das Apple MacBook, es kommt ohne nervige Belüftung aus, es ist hauchdünn (ca. 2 cm) und soll eine stattliche Akkubetriebszeit von 6,5 Stunden haben.

Es werden keine Software-Updates benötigt. Der Hammer ist aber der Verkaufspreis, der bei 249 US-Dollar liegt. Das ist nur rund ein Viertel dessen, was das Apple MacBook kostet und gut die Hälfte dessen, was die Basic-Versionen von iPad und Surface kosten beziehungsweise kosten werden.

Google zielt damit auf den Massen- und Zweitgerätemarkt ab. Sundar Pichai, Senior Vice President von Google bringt es auf den Punkt: "Die Preisgestaltung wird es Familien ermöglichen, Chromebooks als Zusatzgeräte zu verwenden. Eins für die Küche, eins für die Kids usw."

Das könnte funktionieren, denn Geräte wie das Chromebook könnten künftig im Alltag Dinge wie den Terminplaner, den Einkaufszettel oder die Geburtstagsliste ersetzen. Gelingt es Google tatsächlich nach dem enormen Erfolg des mobilen Betriebssystems Android auch auf dem Hardware-Markt einen Fuß in die Tür zu bringen, hat die Aktie Potential.

Allerdings dürfte die Aktie etwas Zeit brauchen, bis die Anleger den Ergebnisschock verkraftet haben.

Microsoft dagegen hat gleich zwei Baustellen: Der Software-Gigant versucht über sein unmittelbar vor der Markteinführung stehendes Surface-Tablet endlich im Hardwaresektor einen Erfolg zu landen und gleichzeitig mit Windows 8 auch beim von Android und Apples iOS dominierten Markt für mobile Betriebssysteme verlorenen Boden wieder gut zu machen. Alles in allem eine Herkulesaufgabe, die mit vielen Fragezeichen und damit Risiken für die Anleger verbunden ist.

So könnte es sein, dass viele Nutzer zunächst abwarten, wie gut Windows 8 tatsächlich läuft. In der Vergangenheit waren Nutzer bei neuen Versionen des Windows-Betriebssystems gut beraten, vor dem Kauf eine erste Überarbeitung kleiner lästiger Systemfehler (Bugs) abzuwarten. Umgekehrt ist es aber positiv, dass Microsoft den Zeitplan beim Launch von Windows 8 (Vermarktungsstart 26. Oktober) einhalten kann.

Eins ist sicher: Microsoft ist nach wie vor eine Cash Cow vom Feinsten. Der Umsatzrückgang von 8 Prozent im ersten Geschäftsquartal 2013 war vor allem auf die Zurückhaltung vieler Käufer vor dem Verkauf von Windows 8 zurückzuführen, ist also als temporär anzusehen. Trotzdem stand unter dem Strich ein Umsatz von 16 Milliarden US-Dollar und ein operativer Gewinn von 5,5 Milliarden US-Dollar. Das unterstreicht die nach wie vor exorbitant hohe Profitabilität.

Mit einem KGV von elf auf Basis der Gewinne im vergangenen Geschäftsjahr reicht der Aktie wohl sogar ein stagnierendes operatives Geschäft, um das aktuelle Kursniveau zu halten.

Dass Microsoft im Mobile-Sektor extrem hinterherhinkt ist längst im Kurs eingepreist. Die Aktie pendelt, abgesehen von ein paar kleineren Ausreißern, seit nunmehr zehn Jahren im Bereich zwischen 25 und 30 US-Dollar. Die Dividendenrendite von aktuell 3,2 Prozent macht das Papier fast schon zu einer Art Value-Aktie.

Wer an einen Windows 8-Erfolg auch im Mobile-Bereich glaubt, für den ist die Aktie sogar ein Kauf. Ich bin hier allerdings zunächst skeptisch und rate nur zum Halten.

Korrekturgefahr im Technologiesektor

Welche Auswirkungen hat das nun auf den Gesamtmarkt? Auffällig ist, dass schwache Ergebnisse bei den meisten Aktien mit ungewöhnlich hohen Kursverlusten quittiert werden. Das ist einleuchtend, weil die Prognosen ja bereits im Vorfeld reduziert worden waren. Dass diese nun trotzdem nicht erreicht werden ist umso enttäuschender.

Mit ganz wenigen Ausnahmen (Ebay, SanDisk) wurden bisher alle Technologie-Blue Chips nach Bekanntgabe der Quartalszahlen abgestraft.

Besonders heftig fiel die Korrektor bei den spekulativen und volatilen High Growth-Aktien aus der zweiten Reihe aus. Mellanox, Sourcefire, Align Technology und Chipotle Mexican Grill haben in den vergangenen Tagen allesamt mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

Die wenigen spekulativen Werte, die sich noch in der Nähe ihrer Hochs halten können, sind teilweise massiv überbewertet. Zum Beispiel das Cloud Computing-IPO Workday. Inklusive der ausstehenden Optionen steigt die Marktkapitalisierung bei Workday auf rund 10 Milliarden US-Dollar.

Dem stehen Umsätze von 134 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr gegenüber. Selbst wenn dem Unternehmen die angepeilte Umsatzverdopplung in 2012 gelingt, ist die Bewertung mit einem 2013er-Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 35 absurd hoch, zumal Workday bisher auch noch hochdefizitär ist.

Workday mag als Börsenneuling mit einem relativ geringen Free Float ein Ausnahmefall sein. Mangels Alternativen stürzen sich fast alle auf Momentum spezialisierten Trader auf die Aktie. Trotzdem ist der Technologiesektor auch als Ganzes weit von attraktiven Bewertungsniveaus entfernt. Selbst Marktführer Apple hat nun mehr als 10 Prozent oder fast 100 US-Dollar vom Allzeit-Hoch abgegeben und befindet sich in einer charttechnischen Korrektur.

Spannend ist die Frage, inwieweit es dem starken Hausbau-/Immobiliensektor gelingen wird, den Gesamtmarkt zu stützen. Zuletzt gab es hier glänzende Daten: Die Zahl der Baugenehmigungen ist gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent gestiegen und die Verkäufe bestehender Häuser sind im September zurückgegangen.

Hausbauaktien laufen von Hoch zu Hoch, im Schlepptau folgen Baumärkte, Innenausstatter, teilweise auch Bankaktien, die von zunehmenden Hypothekenkredit-Abschlüssen profitieren und Versicherungen. Goldman Sachs hält sich tapfer in der Nähe der Jahreshochs.

Kreditkartenanbieter wie Visa und Mastercard, die von den konstant zunehmenden Zahlungstransaktionen via Internet profitieren, setzen ihre beeindruckenden mehrjährigen Aufwärtstrends fort.

Es gibt also durchaus ein positives Gegengewicht zu Technologieaktien. Der altehrwürdige Dow Jones Industrial-Index zum Beispiel befindet sich innerhalb von 3 Prozent vom 52-Wochen-Hoch.

Auffällig ist aber, dass vor allem defensive und wenig konjunkturabhängige Branchen wie Healthcare oder Food zu den beliebtesten Sektoren zählen.

Fazit: Die Technologie-Blue Chips Intel, IBM, Google und Microsoft enttäuschten den Markt mit schwachen Quartalszahlen beziehungsweise verhaltenen Ausblicken. Die Folge waren deutliche Kursverluste. Auf Grund moderater Bewertungen können die Aktien aber vorläufig noch gehalten werden. Auffällig ist, dass der Markt selbst auf kleinste Planabweichungen bei Technologiewerten äußerst empfindlich reagiert. Meiden Sie aktuell Technologieaktien und setzen Sie auf defensive Branchen oder den boomenden Housing-Sektor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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