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Warum Sie auf Aktien setzen müssen

Donnerstag, 11. Oktober 2012 um 08:10

Von Armin Brack

Die gesetzliche Rente schützt nicht vor Altersarmut. Eigentlich sollte das jeder Sparer wissen. Dennoch gab es einen Aufschrei in der Republik, als Arbeitsministerin Ursula von der Leyen warnte, dass die staatliche Rente nach 30 bis 40 Jahren halbwegs gut bezahlter Arbeit nicht über dem heutigen Existenzminimum liegen wird.

Die Zinsen sind auf Rekordtief und nach der jüngste Entscheidung der EZB, den Zinssatz bei 0,75 Prozent zu belassen, wird sich daran wohl auch nicht viel ändern. Die Inflation frisst die Renditen. Lohnt es, auf Aktien zu setzen?

Immerhin sind die deutschen Aktienkurse trotz der Schuldenkrise im Euroraum kräftig gestiegen. Oder sollte man Aktien und Fonds jetzt besser verkaufen? Aber wohin dann mit dem Geld? Festgeld, Sparbuch, Aktien, Anleihen, Fonds – wie legt man in diesen unsicheren Zeiten am besten an?

Bis zum Jahr 2030 soll das Rentenniveau von derzeit 51 Prozent des durchschnittlichen Nettoverdienstes auf 43 Prozent sinken. Laut Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung muss ein Durchschnittsverdiener, der 2030 in Rente geht, 32,6 Rentenbeitragsjahre vorweisen – um dann eine gesetzliche Rente zu erhalten, die auf Höhe des Grundsicherungs-Niveaus von exakt 680 Euro liegt. Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Die karge Rente macht private Vorsorge immer wichtiger.

Viele Spielarten der „konventionellen Vorsorge“ genießen allerdings keinen allzu guten Ruf mehr. Millionen Sparer zittern mit ihren Lebensversicherungen, ob diese den Garantiezins überhaupt noch halten können.

17 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben ihr Geld in Pensions- oder Betriebsrentenkassen, in Versorgungswerken oder bei ihrem eigenen Arbeitgeber angelegt. Nach Schätzungen stecken bis zu 90 Prozent ihrer Anlagegelder in sicheren Staatsanleihen und Pfandbriefen mit langer Laufzeit.

Noch retten die alten Bundesanleihen mit höheren Zinsen die Ertragsstatistik, doch jeden Tag müssen ungeheure Summen neu zu Niedrigzinsen angelegt werden. Fakt ist: Die Versicherer können aktuell kaum noch attraktive Renditen für die Kunden von privaten Rentenversicherungen anbieten.

Die fondsgebundene private Rentenversicherung ist in Wahrheit lediglich eine Vorsorge mit angezogener Renditebremse. Die Kosten für den Abschluss und die Verwaltung sowie die Kosten auf Fondsebene summieren sich auf rund 2,5 Prozent pro Jahr. Über lange Laufzeiten schmelzen die Erträge dahin.

Auch die Riester-Rente ist schwer angeschlagen. Zu kompliziert und wegen hoher Gebühren vieler Anbieter kaum ertragreich, lauten die schärfsten Kritikpunkte. Um Pro und Contra abzuwägen, sollte man unbedingt zwei Aspekte berücksichtigen: Welche Förderquote ist erzielbar? Und welche Art von Vertrag sinnvoll?

Ein alleinstehender Normalverdiener kommt etwa auf eine Förderquote von 30 Prozent. Die Riester-Rente wird er im Alter aber auch in ähnlicher Höhe versteuern müssen. Und dann ist der Fördereffekt überschaubar.

Letztlich gilt bei Riester: Nur für den Geringverdiener mit Kindern ergeben sich höhere Förderquoten und eine womöglich niedrigere steuerliche Belastung nach Rentenantritt, so dass ein Abschluss attraktiv sein kann. Für die breite Masse ist es ein Zuschuss-Geschäft.

Selbst Immobilien sind nicht per se der Stein der Weisen. Denn auch der Eigenheimerwerb zur Eigennutzung ist natürlich mit Kosten und Risiken verbunden.

Und: Das neue Haus von heute ist in 30 Jahren ein alter Bunker, den später keiner mehr haben will, die Technik ist veraltet, die Dämmung stimmt nicht mehr. Das muss man beim Kauf von „Betongold“ berücksichtigen.

Dagegen kann man Renditeimmobilien durchaus als vorteilhaftes Investitionsgut bezeichnen. Gerade in der Krise. Die Inflation des Geldwerts ist in gewissem Sinn förderlich für die Entwicklung des Immobilienmarktes.

So wirken sich die inflationsbedingten Mieterhöhungen auf den Objektwert aus, außerdem ist der Hauptanteil des Kaufpreises absetzbar und zudem abgeltungssteuerfrei. Allerdings muss der Standort stimmen.

Ein altes Immobilienprinzip lautet: Lage, Lage, Lage. Immer wieder wurde dieses Prinzip ignoriert, vergessen oder verdrängt. Und immer wieder hat sich gezeigt: Wer an den richtigen Standorten und an den richtigen Lagen gekauft hat, hat mit Immobilien nicht nur ein wenig, sondern groß gewonnen.

Das Problem: Nur wirkliche Insider kennen die besten Lagen der Republik, und sie kaufen dort, wo der höchste Wertzuwachs oder die größte Wertstabilität zu erwarten ist.

Inzwischen ist der Immobilienmarkt bundesweit „abgegrast“. Es sind nur noch wenige Schnäppchen zu machen. Eine goldene Nase haben sich in den vergangenen Monaten Makler und Notare verdient.

Apropos Gold. Das Edelmetall hat den Haken, dass es keine laufenden Erträge wie die Zinsen von Anleihen abwirft. Der Kauf von Barren oder Münzen ist zudem gerade bei kleinen Mengen mit hohen Gebühren belastet.

Dennoch kann es sinnvoll sein, 10 bis 20 Prozent seines Kapitals in physische Edelmetalle zu investieren, also Goldbarren oder Silbermünzen. Nicht wegen der Wertentwicklung, sondern als eiserne Reserve, auf die man zurückgreifen kann, wenn gar nichts mehr geht.

Sein Geld auf Tages- oder Festgeld-Konten oder gar auf ein Sparbuch anzulegen, ist dagegen kontraproduktiv. Wenn die Verzinsung das Inflationsniveaus von rund 2 Prozent nicht übersteigt, zahlt man effektiv drauf.

Der Negativ-Zins ist schon Realität. Bei deutschen Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit ist der Effektivzins negativ, der Bund verdient mit den Schulden Geld. Was vor der Euro-Schuldenkrise Normalität war – dass Anleger also Zinsen verlangen, wenn sie dem Staat Geld leihen – wird damit zusehends ad absurdum geführt.

Bleiben also nur Aktien beziehungsweise Aktienfonds. Aktien bieten einen guten Schutz vor Inflation, weil mit steigenden Preisen auch die Firmengewinne und damit die Kurse steigen.

Fest steht: Langfristig schlagen Aktien alle verzinslichen Anlagen, das zeigt die historische Erfahrung und belegen auch Zahlen des Deutschen Aktieninstituts: So hat der Dow Jones aus den USA von 1900 bis 2012 insgesamt um fast 19.000 Prozent zugelegt.

Doch ein Aktiensparer muss Kursschwankungen aushalten können und auch einmal über den Tellerrand hinausschauen in die aufstrebenden Emerging Markets. Denn nicht immer findet man die attraktivsten Anlagemöglichkeiten quasi vor der eigenen Haustür.

Eine breite Streuung bringt Sicherheit. Und selbst im krisengeschüttelten Europa, vor allem im Dax, kann man fündig werden, wenn man nach soliden Unternehmen sucht.

An den Märkten wird noch immer ein negatives Szenario für die Entwicklung der Eurozone eingepreist. Die im Dax notierten Schwergewichte sind sehr günstig bewertet. Mit 10,4 liege das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis deutlich unter dem langjährigen (13,6) und dem globalen (12,9) Durchschnitt.

Fazit: Drei Sparformen bieten wenigstens Schutz vor der Geldentwertung: Immobilien, Gold und Aktien. Sie haben nämlich den Vorzug, dass sie mit der Inflation wachsen. Dagegen muss derjenige, der sein Geld beispielsweise in Bundesanleihen oder Sparbriefe investiert, in jedem Fall mit Verlusten rechnen. Eine Bundesanleihe mit einer aktuellen Rendite von 1,5 Prozent ist in zehn Jahren nur noch rund drei Viertel wert, wenn die von Experten vorausgesagte Inflation von 4 Prozent Wirklichkeit wird. Wieviel Rendite erreichbar ist, hängt von den Märkten und der Risikoneigung des Sparers ab. Dabei kann auch sinnvoll sein, zum Beispiel zu 100 Prozent in breit streuende Aktienfonds zu investieren.

Egal wie Rücklagen für die Zeit nach dem Arbeitsleben aufgebaut werden: Wichtig ist in jedem Fall der Faktor Zeit. Der Zinseszins-Effekt, von Finanzmathematikern als achtes Weltwunder gepriesen, sorgt gerade bei langen Ansparzeiträumen dafür, dass aus kleinen Sparbeträgen ein Vermögen wird, mit dem die Aussichten auf das Rentnerdasein deutlich weniger getrübt sind.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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