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Jetzt US-Aktien kaufen?

Freitag, 21. September 2012 um 10:23

Von Armin Brack

Die Entscheidung von US-Notenbankchef Ben Bernanke, eine neue Runde geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen einzuleiten, brachte die erwartete Kaufpanik am Aktienmarkt. "Don't fight the FED" heißt das altbekannte Motto. Wenn die Notenbank die Bazooka rausholt, um sich gegen den drohenden Konjunktureinbruch zu stemmen, dann steigen die Kurse. Zumindest kurzfristig.

Dieses Mal werden von der FED nicht langlaufende US-Staatsanleihen aufgekauft, sondern hypothekenbesicherte Wertpapiere. Zur Erinnerung: Diese so genannten Mortgage Backed Securities (MBS) standen im Zentrum der US-Immobilienkrise. Schlechte Kreditrisiken, also Subprime-Hypotheken mit erhöhtem Ausfallrisiko, wurden damals mit werthaltigeren Hypotheken vermischt. Daraus wurde durch Verbriefung eine eigene Gattung von Wertpapieren geschaffen (MBS). Diese wurden dann wiederum an andere Banken und Investoren verkauft, um die Risiken aus den eigenen Bilanzen zu bekommen. Am Ende wollte keiner mehr die dann "toxisch" genannten Papiere haben, weil die Werthaltigkeit fraglich war.

Mit dem "Quantitative Easing Teil 3", in dessen Rahmen die FED solche Papiere in einem Volumen von 40 Milliarden US-Dollar monatlich aufkauft, wird also direkt der US-Immobiliensektor gestützt. Heiß diskutiert wird unter Ökonomen, wie nachhaltig diese Maßnahmen sein werden. Der Kauf von langlaufenden US-Staatsanleihen, die so genannte "Operation Twist" war vor rund einem Jahr beschlossen worden und läuft noch bis Dezember 2012.

Aufgeteilt in zwei Phasen werden unter der "Operation Twist" langlaufende US-Staatsanleihen im Wert von insgesamt 667 Milliarden US-Dollar aufgekauft. Gleichzeitig werden Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten verkauft. Die FED schraubt damit an der Zinskurve. Die Rendite langlaufender Anleihen sinkt, während die kurzlaufender Anleihen steigt. Der Zweck des Ganzen: Langzeitkredite, die Konsumenten dann abschließen, wenn sie Häuser oder Autos kaufen oder andere Großprojekte finanzieren möchten, sollen günstiger werden. Kurzfristige, kleinere Kredite sollen aber relativ teuer bleiben, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern.

Wirkung von Operation Twist umstritten

Diese Art von Konjunkturstimulierung war notwendig geworden, weil das Mittel der Leitzinssenkung ja inzwischen erschöpft ist. Der Leitzins liegt bei 0 bis 0,25 Prozent, kann also gar nicht weiter gesenkt werden.

Auch die Wirkung von "Operation Twist" ist umstritten. In einer groß angelegten Umfrage waren mehr als 60 Prozent der US-Ökonomen der Ansicht, dass die Maßnahme keinerlei positiven Effekt auf die Wirtschaft habe. Lediglich 15 Prozent glauben an eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft durch "Operation Twist".

Diese eher kritische Einschätzung beruht teilweise auf den Ergebnissen der 1961er-Version von Operation Twist. Damals wurde ähnlich vorgegangen, um eine Rezession zu verhindern und das Handelsbilanzdefizit zu bekämpfen. Damals war die Wirkung minimal. Die Langfristzinsen fielen nur um 0,15 Prozent. Der Einfluss auf die Hypothekenzinsen war gleich null.

Die Befürworter argumentieren, dass die damalige Operation keine Ausweitung der Geldmenge mit sich brachte, weil in gleichem Maße kurzfristige Anleihen verkauft worden seien. Dieses Mal wird der Eingriff nur teilweise sterilisiert, das heißt die Geldmenge wird tatsächlich ausgeweitet.

Trotzdem war die Wirkung bisher nicht so, wie es sich die US-Notenbank erhofft hatte. Dabei spielte aber in der heute globalisierten Wirtschaft natürlich auch die Eurokrise eine wichtige, dämpfende Rolle.

Die entscheidende Frage ist nun, ob die Kombination aus der Einführung des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und Quantitative Easing Teil 3 die Konjunktur wieder richtig in Schwung bringt und auch den Arbeitsmarkt ankurbelt, vor allem in den USA? Die Börse hat auf jeden Fall bereits Vorschusslorbeeren verteilt und die wichtigen Aktien-Indizes auf neue Hochs gehievt.


So profitieren Sie von der Aktien-Rallye

Mein Punkt, den ich immer und immer wieder zu vermitteln versuche, ist folgender: Versuchen Sie nicht, Konjunktur-Fragen zu beantworten, an denen selbst die besten Ökonomen scheitern! Wir können die Konjunktur nicht prognostizieren. Wir können uns nur der Entwicklung des Marktes anpassen.

Oder anders formuliert: Hören Sie auf, schlauer als der Markt sein zu wollen! Der Aktienmarkt hat nun nach mehrwöchigem Kampf die 7.000 Punkte-Marke und das alte Jahreshoch aus dem März geknackt und damit den Weg nach oben freigeschaufelt. Die relative Stärke in den vergangenen Wochen sowohl am US-Markt als auch am deutschen Markt ist beeindruckend. Also folgen wir dem Trend und profitieren.

Der große Vorteil für und als Privatanleger ist unsere hohe Flexibilität. Wir können innerhalb von wenigen Tagen unser Depot räumen oder auffüllen. Wir können damit viel schneller auf Entwicklungen reagieren als beispielsweise Aktienfondsmanager, die immer mit dem Großteil des Kapitals investiert sein müssen und oft Wochen brauchen, um eine Position bei einer bestimmten Aktie abzubauen, wenn diese nicht ganz so liquide ist.

Diesen Vorteil müssen wir nutzen. Noch besser ist es, nicht nur breit in Standard-Titel zu streuen, sondern auf "läufige" Aktien aus starken Branchen zu setzen.

Ich persönlich bin dabei ein großer Freund des US-Aktienmarkts. Nirgendwo sonst haben Sie eine derart breite Auswahl an Aktien aus den verschiedensten Branchen mit denen Sie entsprechende Trends spielen können. Nirgendwo sonst haben Sie auch eine so große Liquidität, die es Ihnen ermöglicht schnell und mit minimalen "Reibungsverlusten" (= sehr niedrige Transaktionskosten, sehr niedrige Spreads) wieder aus den Papieren rauszukommen beziehungsweise in andere Papiere umzuschichten.

Ein Beispiel: Die Aktien von Hausbauern. Diese laufen in den USA schon seit mehreren Monaten exzellent und machen ständig neue Hochs. Die Entscheidung der FED, Hypothekenverbriefungen in großem Stil aufzukaufen, beflügelte den Sektor zusätzlich.

Sie haben hier in den USA die Qual der Wahl. Aus dem Gedächtnis und in zufälliger Reihenfolge mal ein paar Namen: Toll Brothers, Hovnanian Enterprises, Pulte Homes, M/I Homes, Dr Horton, KB Home, MDC Holdings – und das sind bei weitem noch nicht alle.

Bei fast allen Aktien werden mehrere Millionen am Tag gehandelt. Sie können hier also völlig problemlos rein- und raustraden. Bricht einer der Werte aus einer Konsolidierung auf neue Hochs aus, können Sie sich über eine vorher platzierte Stopp-Buy-Order einstoppen lassen. Bei Interactive Brokers sind die Transaktionskosten dabei vernachlässigbar gering. Wenn Sie 100 Stück einer 50 Dollar-Aktie kaufen, zahlen Sie für diese 5.000 Dollar-Transaktion gerade mal 1 US-Dollar an Gebühren. Billiger geht es nun wirklich nicht mehr.

In unmittelbarem Zusammenhang mit der Rallye bei Hausbauern haussieren gerade auch die Baustoffzulieferer sowie die Fußboden- und Deckenhersteller. Auch hier gibt es rund ein Dutzend Werte, die für einen Kauf nach der Trendstrategie in Frage kommen.

Hinzu kommen Aktien von Hypothekenfinanzierern und Technologiefirmen, die wiederum Softwarelösungen für diese Hypothekenfinanzierer anbieten. Auch bei letzteren gibt es verschiedene Papiere wie zum Beispiel Ellie Mae (US-Kürzel ELLI), mit denen wir im Nebenwerte-Trader-Musterdepot vor kurzem einen Tradingewinn von rund 50 Prozent innerhalb von zwei Monaten realisiert haben. Mit Corelogix (CLGX) brach zuletzt ein weiterer Wert aus diesem Sektor auf ein neues Allzeit-Hoch aus.

Auch außerhalb der Baubranche gibt es starke Trends in den USA, zum Beispiel bei bestimmten Aktien aus dem Bereich Cloud-Computing, bei Waffen-Aktien und bei bestimmten Einzelhändlern. Auch der Pharma- und Biotech-Sektor ist stark.

Mit Hilfe von Screening-Tools können Sie die betreffenden Aktien relativ leicht filtern.

In Deutschland Fehlanzeige

Warum schildere ich Ihnen das so ausführlich? Ganz einfach deshalb, weil ich Ihnen den Kontrast zum deutschen Markt aufzeigen will. Suchen Sie mal hierzulande nach starken Hausbau-Aktien. Sie werden nur einen einzigen Wert finden: Helma Eigenheimbau (WKN A0EQ57). Das ist ein Anbieter von Fertighäusern. Relativ solide und günstig bewertet, allerdings mit geringer Eigenkapitalquote.

Helma ist dazu noch ein Micro Cap mit einer Marktkapitalisierung von nur 28 Millionen Euro. Durchschnittlich werden hier pro Tag via Xetra Aktien im Wert von – halten Sie sich fest – 20.000 Euro umgesetzt. Sogar größere Käufe einzelner Privatanleger beeinflussen hier den Kurs. Sie müssen außerdem mit hohen Spreads zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs rechnen, sind also bei weitem nicht so flexibel wie beim US-Handel.

Der Hausbausektor ist auf Grund der unterschiedlichen Strukturen in Deutschland und den USA ein extremes Beispiel, weil in den USA Fertighäuser viel stärker verbreitet sind als in Deutschland. Der Vergleich mag daher ein wenig hinken, aber auch bei den Zulieferern gibt es in "God´s Own Country" eine viel größere Auswahl. Alleine der Vergleich an Aktien, die derzeit neue 52-Wochen-Hochs machen, spricht Bände.

Natürlich gibt es auch in Deutschland immer wieder gute und dynamische Trend-Aktien. Der "Königsmarkt" für Trend-Strategien ist aber eindeutig die USA. In Deutschland wird das US-Aktien-Trading immer noch absolut stiefmütterlich betrieben und behandelt. Die Banken und Online-Broker haben kein Interesse daran. Sie wollen ihre eigenen Produkte an die Kunden verkaufen. Oft lassen sich US-Aktien nur zu indiskutabel hohen Gebühren an der Heimatbörse kaufen. An deutschen Börsen geht der Handel von US-Werten ebenfalls gegen Null. Sogar im Börsenbrief-Bereich gibt es nur wenige Produkte, wo systematisch mit US-Aktien gehandelt wird.

Das ist schade. Deutsche Anleger verpassen so den für Trend- und Trading-Strategien im allgemeinen lukrativsten Markt der Welt.

Fazit: Ob die neuerlichen Konjunkturstimulationsmaßnahmen der FED dauerhaft Wirkung zeigen ist fraglich. Trotzdem sind die kurzfristig positiven Auswirkungen auf die Aktienmärkte beträchtlich. Ich empfehle Ihnen schon länger, sich nicht gegen den Markt zu stellen, sondern mit dem Trend zu gehen.

Mit dem Kauf von (US)-Trendaktien können Sie wesentlich stärker an der Aktien-Rallye profitieren als mit dem Kauf von Standardwerten. Die Auswahl an Werten ist riesig, die Liquidität hoch, die Gebühren niedrig. Sie brauchen nur den richtigen Broker und etwas Starthilfe.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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