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Ungeliebter Bullenmarkt

Mittwoch, 12. September 2012 um 16:19

Von Thomas Grüner
Der Großteil der wichtigen globalen Aktienmärkte hat im Jahr 2012 per Saldo eine äußerst positive Entwicklung zu verzeichnen. Die amerikanischen Aktienindizes S&P 500 und Dow Jones bewegen sich nicht mehr weit von ihren Allzeithochs entfernt: Der deutsche Aktienindex Dax hat seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent zugelegt und ist nur noch rund 10 Prozent von seinem historischen Rekordhoch (8.152 Punkte) entfernt.

Diese Entwicklung erscheint zumindest erstaunlich. Eine Krise jagt die nächste und trotzdem entwickeln sich die Aktienmärkte so prächtig? Eurokrise, weltweite Schuldenkrise, Rezessionsängste – die Medien haben es den Anlegern beileibe nicht einfach gemacht, die fundamental wichtigen Fakten im Fokus zu behalten: Weltweites Wachstum und eine historische Unterbewertung der Aktienmärkte. Diese positiven Fakten haben sich letztendlich jedoch durchgesetzt.

Viertes Jahr im Bullenmarkt

Um die bisherigen Geschehnisse des Jahres 2012 richtig einordnen zu können, muss die längerfristige, übergeordnete Marktentwicklung betrachtet werden. Seit März des Jahres 2009 befinden wir uns in einem fortdauernden Bullenmarkt. Trotzdem sind die Stimmen der Kritiker in diesem Zeitraum nie verstummt. Die Zuwächse in den ersten zwölf Monaten nach dem absoluten Tiefstand im März 2009 waren enorm – dennoch wurde der Bullenmarkt von Anfang an argwöhnisch beobachtet. „Sucker´s Rally“ hieß es oft. Die Angst vor einem double-dip und einer anschließenden Rezession war in der ersten Phase des Bullenmarktes stets präsent. Auch im weiteren Verlauf war die Stimmungslage alles andere als euphorisch. Im Gegenteil: Die deutliche Korrektur im Jahr 2011, verursacht durch die aufkommende Eurokrise, verschärfte die negative Stimmung und vernebelte vielen Anlegern den Blick auf das Wesentliche. Fortan wurde jeder weitere Aufschwung erneut zur „Idiotenrallye“ – eines Anstiegs verursacht durch das so genannte „dumme Geld“ der Kleinanleger – abgestempelt. Die globalen (positiven!) Konjunkturdaten und die hervorragenden Unternehmenszahlen sind ignoriert, vergessen und in den Hintergrund gedrängt worden. Und auch wenn sich die Kursgewinne der globalen Aktienmärkte seit dem Tief im Jahre 2009 mittlerweile auf teilweise mehr als 100 Prozent belaufen – noch nie zuvor in der Geschichte hat ein Bullenmarkt eine derart geringe Wertschätzung erhalten. Kurios!

Der Bullenmarkt befindet sich im fortgeschrittenen Stadium, hat aber keinesfalls an Kraft verloren. Die hervorragend aufgestellten Unternehmen werden auch in naher Zukunft weiteres Aufwärtspotential generieren und die positive Grundausrichtung der Märkte intakt halten. Auch wenn die Verschuldung einiger europäischer Staaten ausweglos erscheint und das Eingreifen der EZB unvermeidlich ist – es ist beileibe nicht das erste und einzige Problem, das den gegenwärtigen Bullenmarkt begleitet hat. Der positiven Entwicklung eines global aufgestellten Aktienportfolios wird dies auch in Zukunft keinen Abbruch tun.

Fazit: Die Aktienmärkte haben sich in diesem Jahr – teilweise unbemerkt von den Medien – hervorragend entwickelt. Vor dem Hintergrund des übergeordneten Bullenmarktes ist das Aufwärtspotential noch nicht ausgeschöpft. Zu zahlreich sind momentan die Vorteile einer Aktienanlage, zu beeindruckend sind die durchschnittlichen Gewinne der Unternehmen. Dieser Bullenmarkt hat sich noch nicht viele Freunde gemacht – wird er aber noch!

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per eMail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter
www.gruener-fisher.de

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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