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Jetzt in Skandinavien einsteigen?

Donnerstag, 6. September 2012 um 07:59

Von Armin Brack

Die Konjunktur Skandinaviens ist trotz Schuldenkrise im Euroland weiter äußerst stabil – und kaum einer bekommt es mit. Dabei machen niedrige Inflationsraten, ein vergleichsweise geringer Verschuldungsgrad und Arbeitslosigkeit als Randphänomen den hohen Norden nicht nur für konservative Geldanleger immer interessanter.

Mehr noch als Finnland und Dänemark bieten sich Schweden und Norwegen als attraktiver Hafen für Anlegergeld an.

Nach einer Studie von DB Research sind die beiden Nord-Länder im laufenden und nächsten Jahr in Sachen Wachstum europäische Musterschüler. Danach wird das Bruttoinlandsprodukt in Norwegen 2012 und 2013 um jeweils 2,0 Prozent wachsen, in Schweden liegt die Rate bei jeweils 1,5 Prozent. Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung von Euroland wird im laufenden Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen, erst 2013/14 könnte es – allerdings nur dann, wenn die Krise bis dahin einigermaßen überstanden ist – wieder ein kleines Wachstum geben.

Während die maladen Länder der Gemeinschaftswährung unter einer durchschnittlichen Verschuldung vom mehr als 80 Prozent des BIP ächzen, kommt Norwegen nur auf 29 Prozent Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, in Schweden liegt der Wert bei rund 38 Prozent. Nur rund 6 Prozent der Schweden sind arbeitslos, in Norwegen herrscht bei einer Quote von 2,2 Prozent praktisch Vollbeschäftigung.

Ihren wirtschaftlichen Erfolg haben die beiden Nordstaaten neben einer umsichtigen Politik in den vergangenen Jahren nicht zuletzt ihrem Rohstoffreichtum und ihrer gut aufgestellten Industrie zu verdanken. Norwegen verfügt über große Ölvorkommen, in Schweden werden Erze, Kupfer oder Blei abgebaut.

Auch Dänemark steht noch vergleichsweise gut da, wenn auch die Konjunktur vor allem in den vergangenen sechs Monaten immer wieder mal leicht ins Stottern kam: Mit 46,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt die Staatsverschuldung deutlich unter der im Maastrichter EU-Vertrag festgelegten 60-Prozent-Marke. Vor allem wegen der robusten Binnennachfrage erwartet die EU-Kommission in Dänemark sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent.

Niedrige Schulden, kaum Arbeitslosigkeit

Selbst Finnland hat sich in der Euro-Krise gut gehalten. Im Vergleich zu seinen skandinavischen Nachbarn – die allesamt auf den Euro verzichtet haben – fällt Finnland allerdings zunehmend zurück. Und das absolut schuldlos. Das steigert den Frust der Politik und der Bürger auf den Euro, denn eigentlich hat auch Finnland alles, was sich ein Staat in der Euro-Zone derzeit wünschen kann: Niedrige Schulden und eine moderate Arbeitslosenrate.

Wie seine drei skandinavischen Nachbarn kann Finnland eine Top-Note für seine Kreditwürdigkeit vorzeigen. Doch zanken sich die Politiker darüber, dass sie der Notanker der Euro-Zone sind und möglicherweise 2012 und 2013 an Wirtschaftskraft einbüßen werden. Lieber heute als morgen hätten die Finnen darum ihre Finnmark wieder (nach einer aktuellen Umfrage mehr als 60 Prozent!).

In Norwegen ist die Ablehnung des Euro sogar noch größer. 70 Prozent der Bürger sind strikt gegen eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Und in den EU-Mitgliedern Dänemark und Schweden gibt es ebenfalls keine Pläne, der Gemeinschaftswährung beizutreten.

Grundsolide Anlageprodukte

Die Anlagemöglichkeiten im hohen Norden sind – vergleicht man sie mit anderen Nischenmärkten – vielfältig. Neben Direktinvestments in Aktien bieten sich eine ganze Reihe von Fondsprodukten wie zum Beispiel der von Grund auf solide Nordea Nordic Equity Fund (WKN 973346) oder der FID.FDS-Nordic Y ACC. SEK (WKN A0NGVS). Dazu kommen ein ETF und eine Vielzahl von interessanten Zertifikaten.

Per Zertifikat kann der Anleger beispielsweise auf die Länderindizes, aber auch auf die Währungspaare setzen. Nicht zuletzt kann man Zins-Zertifikate als eigene Anlagekategorie bezeichnen. Die Papiere bewegen sich für den Euro-Investor wie eine Fremdwährungsanlage und vereinnahmen zudem noch den Marktzins der jeweiligen Anlageregion, der bei Schweden und Norwegen derzeit bei 1,5 Prozent liegt.

Mit einem solchen Zertifikat EUR/SEK SPOT RATE Index open end (RBS) auf die Schwedische Krone (WKN ABN2AH) ließen sich in den vergangenen drei Jahren rund 19 Prozent an Kurs- und Währungsgewinnen erzielen.

Überraschenderweise haben deutsche Fondsgesellschaften keinerlei Fonds mit dem Schwerpunkt Skandinavien im Köcher. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS schloss ihren erfolgreichen Skandinavien-Fonds 2009 im Zuge einer allgemeinen Produktstraffung in ihrem Fondsangebot. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass die wichtigsten skandinavischen Börsenindizes solide im „grünen Bereich“ liegen.

Der norwegische Auswahlindex OBX hat den EuroStoxx 50 in den vergangenen fünf Jahren um rund 25 Prozent hinter sich gelassen. 15 Prozent beträgt der Vorsprung des schwedischen OMX auf die europäischen Auswahl-Aktien. Und auch der wichtigste dänische Börsenindex OMX Copenhagen 20 legte in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 40 Prozent zu.

Auf Marktführer setzen

Einzelaktien aus den drei genannten Nordländern kann der Privatanleger über die meisten Broker und Banken direkt ordern. Zu empfehlen sind hier die Markführer aus dem Norden.

Die norwegische Statoil (WKN 675213) etwa gilt als eines der profitabelsten Ölunternehmen der Welt. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn verdoppelt und investiert weiter kräftig in neue Ölfelder.

Die Aktie des norwegischen Düngemittelkonzerns Yara International (WKN A0BL7F) hat nach dem Ausbruch der Lehman-Krise und der folgenden Rezession herbe Rückschläge zu verkraften. Seitdem läuft der Titel aber deutlich besser als der norwegische Gesamtmarkt.

Das dänische Vorzeige-Pharmaunternehmen Novo-Nordisk (WKN 866931) ist der Weltmarktführer in Sachen Diabetes-Pharmazie und die Aktie ist ein Abbild dieser Marktstellung.

Auch mit dem schwedischen Medienunternehmen Schibsted (WKN 884432) können Anleger wenig falsch machen. Der Medienkonzern ist in Skandinavien mit wichtigen Tageszeitungen, aber auch mit Filmproduktionsstudios aktiv. Der Konzern wächst seit Jahren stabil.

Die Papiere sind an deutschen Handelsplätzen allesamt in Euro notiert. Pluspunkt: Fällt der Wert der Gemeinschaftswährung gegenüber den Kronen aus Dänemark, Schweden und Norwegen, steigt der Wert der georderten Aktien in Euro gerechnet entsprechend.

Einige der skandinavischen Währungen verbesserten sich gegenüber dem Euro so sehr wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Noch ein kleiner Tipp für Anleger in norwegischen Aktien: Auf die Ausschüttungen der Konzerne wird nämlich zunächst die 25-prozentige norwegische Quellensteuer erhoben. Als deutscher Anleger kann man diese Besteuerung aber in einem zweistufigen Verfahren legal „umgehen“. Zunächst kann man auf Antrag 10 Prozent wieder zurückerstattet bekommen. Dazu genügt ein formloser Brief + Ausweiskopie und kurze Erklärung zu den Dividenden an das Central Office - Foreign Tax Affairs (P. O. Box 8031, NO-4068 Stavanger).

Ist die Rückerstattung erfolgt, hat der Besitzer der norwegischen Aktien die Möglichkeit, die verbliebene Quellensteuer bei seiner Steuererklärung mit der deutschen Abgeltungssteuer zu verrechnen.

Fazit: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Hinter dem Hoch in Skandinavien steckt eine geballte Wirtschaftskraft, die ihre volle Stärke wohl noch gar nicht gezeigt hat.

Alles deutet darauf hin, dass die nordischen Länder – mit Ausnahme Finnlands vielleicht – weiter gut durch die Schuldenkrise kommen werden. Selbst wenn die Weltwirtschaft weiter an Fahrt verlieren sollte, scheint Nordeuropa gut aufgestellt.

Wer in Fonds oder Einzelaktien investieren will, sollte auf die Marktführer setzen, die ihre Krisenfestigkeit schon bewiesen haben.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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