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Noch mehr vergessene Vorteile

Mittwoch, 5. September 2012 um 14:26

Von Thomas Grüner
In den vergangenen beiden Wochen habe ich bereits über die vergessenen beziehungsweise übersehenen Vorteile von Aktien geschrieben: Hohe Dividendenrenditen generieren ansehnliche laufende Erträge, Aktien als Sachwerte bieten einen hervorragenden Inflationsschutz und man hat die freie Auswahl unter den besten Unternehmen der Welt. Auch sicherheitsorientierte Anleger sollten umdenken. Der Risikobegriff und „Fixed Income“ müssen neu definiert werden.

Das vielfältige Angebot auf den globalen Aktienmärkten erlaubt eine fein diversifizierte Zusammenstellung des Portfolios und kann persönliche Präferenzen jeglicher Art berücksichtigen. Die Auswahl der Titel unterliegt keinerlei Beschränkungen und erfordert keine Einbindung Dritter – wie beispielsweise Anwälten oder Maklern. Dem Investor bleibt somit eine wertvolle Unabhängigkeit erhalten. Durch diese Flexibilität kann das Risikomanagement präzise und sensibel gesteuert werden. Ganz im Gegensatz zu anderen Anlageklassen: Auf dem Immobilienmarkt beispielsweise muss meist ein erheblicher Anteil des Gesamtvermögens „auf das selbe Pferd“ gesetzt werden.

Historisch tiefe KGVs und hohe Nachfrage

Obwohl die Kursanstiege der vergangenen Wochen bereits zahlreiche Indizes in die Nähe ihrer Allzeithochs getrieben haben, sprechen die fundamentalen Daten immer noch für ein außerordentlich günstiges Einstiegsniveau. Die Mehrheit der Unternehmen konnte in den zurückliegenden Jahren konstant gute Gewinne erwirtschaften – und damit die durchschnittlichen KGVs trotz Kursanstiegen auf einem attraktiven Niveau halten. Auf der Suche nach einer vernünftigen Verzinsung werden auch die Unternehmen selbst in naher Zukunft nicht umhin kommen, ihre Pensionsfonds mit Aktienanlagen zu füllen. Diese gesteigerte Nachfrage kann die Kurse zusätzlich antreiben.

Historisch betrachtet sind die Aktienmärkte mit Abstand die ertragreichste Anlageklasse. Der weltweit wichtigste Aktienindex S&P 500 kann seit seiner Auflage eine durchschnittliche Zunahme von 6,6 Prozent pro Jahr verzeichnen – Anleihen und Gold hinken deutlich hinterher. Zudem ist die derzeitige Volatilität im Vergleich zu „früher“ keineswegs stark erhöht. Ein klassischer Irrtum: Im Rückblick erscheint uns die Volatilität vergangener Jahre weniger bedrohlich.

Mangelnde Alternativen

Wer momentan im Anleihebereich eine vernünftige Verzinsung haben will, muss sich diese durch Währungsrisiken oder schlechte Bonität des Emittenten teuer erkaufen – das Zinsänderungsrisiko ist bei langlaufenden Anleihen auf diesem Niveau zudem immens. Gold soll zwar ebenfalls ein guter Schutz vor realem Kaufkraftverlust sein, laufende Erträge zu generieren ist dagegen nicht möglich. Immobilien sind zwar bei vielen Investoren momentan sehr beliebt, jedoch – ähnlich wie Gold – bereits sehr hoch bewertet. Die Preisbildung ist teilweise sehr undurchsichtig, hohe Maklerprovisionen erschweren die Suche nach einem „Schnäppchen“. Zusätzlich belastend für die Investoren wirkt der hohe Zeitaufwand, der für Renovierung, Instandhaltung der Gebäude und Mieterkomplikationen anfallen kann.

Fazit: Es bleibt dabei: Die Vorteile von Aktien werden in der aktuellen Marktsituation von vielen Investoren übersehen oder ignoriert. Egal wie das Risikoprofil des Anlegers aussieht – fundamental betrachtet sind Aktien in vielfältiger Hinsicht äußerst attraktiv.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per eMail an feedback@gruener-fisher.de.

Thomas Grüner
ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Weitere Informationen unter
www.gruener-fisher.de

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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