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Steht Vossloh vor der Übernahme?

Mittwoch, 5. September 2012 um 13:27

Von Stefan Böhm
Beim MDax-Unternehmen Vossloh tut sich etwas. Der zweitgrößte Aktionär, Heinz Hermann Thiele, stockt seinen Anteil von 20,2 Prozent auf und nun schießen die Spekulationen ins Kraut, welche Absicht sich dahinter verbirgt. Der Milliardär Thiele zählt nicht nur zu den 20 reichsten Deutschen, sondern ist auch der Eigentümer des Unternehmens Knorr Bremse. Bisher hat Thiele nur angekündigt, Einfluss auf die Besetzung der Gesellschaftsorgane nehmen zu wollen, aber nicht zu welchem Zweck.

Der Verdacht liegt nahe, dass er eine vollständige Übernahme plant, um beide Unternehmen zu fusionieren. Für den Aktienkurs von Vossloh kann das eigentlich nur Gutes bedeuten, denn es ist mit einem Übernahmeangebot und/oder weiteren Anteilskäufen über die Börse zu rechnen. Allerdings liegt die Mehrheit von Vossloh bei einer Gemeinschaft von etwa 100 Angehörigen der Vossloh-Familie. Und die will vermutlich die Kontrolle über das Unternehmen nicht verlieren. Doch wie immer ist das nicht zuletzt eine Frage des Preises und die Chancen von Thiele, den derzeit noch bei 35 Prozent liegenden Anteil der Vossloh-Familie unter 25 Prozent zu drücken, stehen durchaus nicht schlecht. Für Spannung ist daher gesorgt und auch dafür, dass die bislang eher ein Schattendasein fristende Aktie stärker in den Blickpunkt gerät. Auch dies kann für den Aktienkurs nur positiv sein.

Zusammenschluss wäre sinnvoll

Doch würde ein Zusammenschluss von Vossloh und Knorr Bremse überhaupt einen Sinn ergeben? Durchaus. Beide Unternehmen sind mittelständisch organisiert und die Umsätze von Knorr Bremse sind etwa dreimal so hoch wie die von Vossloh. Beide Unternehmen sind stark im Bereich Schienenfahrzeuge, Knorr bei den Bremssystemen und Vossloh bei der Infrastruktur und den Lokomotiven. Bei den Klimasystemen für Züge kämen beide Unternehmen zusammen auf einen Weltmarktanteil von 25 Prozent. Synergieeffekte würde die Fusion aber kaum bringen, da die Geschäfte sich eher ergänzen. Die Stärke läge daher in der Breite des Produktangebots und der Dienstleistungen auf dem Markt für Schienenfahrzeuge. Kartellrechtliche Bedenken bestünden aber nicht.

„Schienenfahrzeuge“ wirkt nicht gerade interessant als Markt, aber das täuscht. Besonders in den Schwellenländern findet hier ein hohes Wachstum statt, da nur so die zunehmenden Verkehrsströme zu bewältigen sind. Vossloh kommt das schon seit Jahren zugute und könnte durch den Zusammenschluss mit der noch stärker international ausgerichteten Knorr Bremse nur profitieren. Allerdings ist das Geschäft beider Unternehmen auch zyklisch. Das bekam Vossloh zuletzt ebenfalls zu spüren, denn gerade die Nachfrage aus China hat nachgelassen, zog aber seit Juni wieder an. Trotzdem besteht ein Risiko, dass die bisherige Jahresprognose für 2012 nicht erreicht werden kann. Das könnte auf den Aktienkurs drücken, weshalb Anleger zu einem Investment mit Risikopuffer greifen sollten.

Fazit: Die schwächelnde Nachfrage aus China ließ den Aktienkurs von Vossloh seit Mitte 2011 um mehr als ein Viertel fallen. Großaktionär Thiel scheint dies für eine gute Gelegenheit zu halten, seinen Anteil aufzustocken und die Übernahme anzustreben. Das wird den Aktienkurs zumindest stützen. Charttechnisch positiv ist auch, dass die Unterstützung bei 65 Euro gehalten hat.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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