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ThyssenKrupp vor besseren Zeiten

Donnerstag, 30. August 2012 um 08:09

Von Stefan Böhm
Es wurde viel Porzellan zerschlagen bei ThyssenKrupp in den vergangenen Jahren. Viel zu lange wurden an der 10-Milliarden schweren Fehlinvestition der Stahlwerke in Brasilien und den USA festgehalten und die wahren Probleme verschleiert. Erwartungen wurden enttäuscht, Prognosen verfehlt und das Vertrauen der Anleger verspielt. Der Aktienkurs spiegelt dies deutlich wider, er stürzte von 35 Euro Mitte 2011 bis auf 12 Euro im Juli 2012 ab. Seitdem gab es wieder eine Erholung auf 16 Euro. Und die Aktie wird sich weiter stabilisieren, denn endlich ist klar, wohin die Reise bei ThyssenKrupp gehen soll – und erste Etappen wurden bereits erreicht.

Doch der seit Anfang 2011 amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger steht vor einer Mammutaufgabe. Er soll die erfolgreiche Maschinenbausparte auf Kosten des derzeit noch dominierenden Stahlbereichs stärken – aus ThyssenKrupp soll ein diversifizierter Industriekonzern werden. Diese Umstrukturierung ist richtig: Zwar ist ThyssenKrupp auch in der Stahlproduktion technologisch führend, aber der Wettbewerb ist hart und weltweit gibt es Überkapazitäten. In den Bereichen Elevator, Plant Technology und Marine Systems dagegen kann der Konzern seine Vorteile in hohe Gewinnmargen ummünzen. Zudem läuft dieser Bereich immer noch hervorragend, sowohl die Bestellungen als auch der Auftragsbestand befinden sich auf Rekordniveau.

Hohe Abschreibungen

Hiesinger hat bereits einige wichtige Schritte beim Umbau des Konzerns vorgenommen: Verschiedene Stahlsparten wurden verkauft. Zuletzt gab es Gerüchte, dass für die auf Bleche für den Karosserie- und Fahrzeugbau spezialisierte Konzerntochter Tailored Blanks ein chinesischer Käufer gefunden wurde. Doch das größte Problem sind die neuen Werke in Brasilien und den USA. Die Investitionskosten wurden stark unterschätzt. Und die Prognosen für die Nachfrage erwiesen sich wegen der schwächelnden Konjunktur in Brasilien und den USA als zu hoch. Die hohen Abschreibungen drückten den Konzern 2011 und auch 2012 in die roten Zahlen. Trotzdem dürfte es nicht schwer werden, die technisch auf neuestem Stand befindlichen Werke zu verkaufen. Offenbar gibt es großes Interesse, unter anderem von Investoren aus Brasilien und China. Wann der Verkauf über die Bühne geht, ist schwer zu sagen, denn schließlich soll ein möglichst hoher Verkaufspreis erzielt werden – aber kommen wird er.

2012 könnten noch weitere Abschreibungen für Steel Americas anstehen. Aber die sind nicht cashwirksam – und das ist entscheidend. Wichtig ist vor allem, dass ThyssenKrupp diesen Klotz am Bein los wird, die Verschuldung durch den Verkaufserlös sinkt und der Ausbau des Bereichs Maschinenbau vorangetrieben werden kann. Dann ist eine Höherbewertung der Aktie zu erwarten. Bis dahin kann es aber noch Rückschläge geben, denn ThyssenKrupp muss bei den Investoren erst wieder ein positives Image zurückgewinnen. Zudem könnte die Konjunkturschwäche auf das Geschäft von ThyssenKrupp und damit auch auf den Aktienkurs drücken.

Fazit: ThyssenKrupp ist immer noch ein Investment mit Risiken – aber inzwischen mit mehr Chancen. Wir halten die Aktie für unterbewertet und rechnen zumindest mit einer weiteren Stabilisierung des Aktienkurses. Charttechnisch positiv ist auch, dass die Unterstützung bei 12 Euro, dem Tiefstkurs aus dem Jahr 2008, gehalten hat.

Stefan Böhm ist Chefredakteur des DaxVestor.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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