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Goldpreis-Profiteur

Mittwoch, 29. August 2012 um 08:10

Von Armin Brack

Goldminen-Betreiber sind ihnen zu riskant? Explorer sowieso? Ein Direktinvestment in Gold und Silber ist Ihnen zu langweilig? Zertifikate meiden Sie wegen des Emittentenrisikos? Vom steigenden Goldpreis möchten Sie aber trotzdem gern profitieren? Sie sind ganz schön wählerisch. Aber Ihnen kann geholfen werden: Gold Streaming oder Gold Royalty-Firmen könnten eine interessante Anlage-Alternative für Sie sein.

Das Geschäftsmodell von Firmen wie Royal Gold, Franco Nevada, Allied Nevada Gold oder Sandstorm Gold ähnelt etwas dem einer auf Edelmetalle spezialisierten Bank. Die Unternehmen stellen Goldexplorern für neue Projekte Anschubfinanzierungen zur Verfügung und erwerben im Gegenzug dafür das Recht auf einen prozentualen Anteil am produzierten Gold.

Der große Vorteil dabei: Royal Gold und Co. profitieren von steigenden Goldpreisen und Produktionsmengen, sind aber nicht von steigenden Explorationskosten betroffen. Durch eine clevere Asset Allocation und die Diversifizierung auf verschiedene Projekte kann somit ein dauerhaft hoher Cash-Flow generiert und die Abhängigkeit von einzelnen Projekten reduziert werden.

Royal Gold mit Sitz in Denver, Colorado, hat inzwischen Ansprüche an 191 Bergbauliegenschaften auf sechs Kontinenten. Davon sind 39 produzierende Minen und 26 Minenprojekte in der Entwicklung. Im vergangenen Quartal und im Gesamtjahr 2012 (Ende 30. Juni 2012) wurden mehr als 92 Prozent der Umsätze aus Liegenschaften generiert, die in geopolitisch relativ stabilen Ländern liegen, namentlich in den USA, Kanada, Chile, Mexiko und Australien. Somit ist die Gefahr von stark steigenden staatlichen Steuern oder gar Zwangsenteignungen eher gering. Ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen Goldminen-Betreibern.

Wichtigste Projekte

Trotz einer Vielzahl an Liegenschaften fokussiert sich Royal Gold auf wenige Kernprojekte. Knapp 50 Prozent der Gesamteinnahmen für 2012 stammten von drei Eckpfeiler-Projekten: Penasquito in Zacatecas, Mexiko. Andacollo, rund 50 km südöstlich von La Serena in Chile gelegen. Voisey´s Bay in der Provinz Labrador in Kanada.

Neben den drei genannten trugen auch Holt (Ontario, Kanada), Canadian Malartic (Quebec, Kanada) und Wolverine (Yukon, Nordwest-Kanada; Zinkproduktion) zu der Umsatzsteigerung von 22 Prozent auf 263 Millionen US-Dollar und der Nettogewinnsteigerung von 30 Prozent auf 93 Millionen US-Dollar bei.

Rekord-Umsätze und -Gewinne sind bei Royal Gold inzwischen quasi zur Normalität geworden. 2012 war bereits das elfte Jahr in Folge, in dem die Amerikaner neue Umsatz- und Gewinnhochs erzielt haben. Daran hatte natürlich der in diesem Zeitraum extrem steigende Goldpreis einen wichtigen Anteil. Aber auch das Geschäftsmodell und das Management um Firmenchef Tony Jensen, das durch clevere Investments in neue Projekte Royal Gold auf eine Marktkapitalisierung von 5 Milliarden US-Dollar katapultierte und damit zu einer festen Größe in der weltweiten Rohstoff-Community machte.

Seit 2002 hat sich der Aktienkurs verachtfacht und das trotz der immer wieder notwendigen Verwässerung durch Aufnahme von neuem Kapital. Am 20. Juni begab das Unternehmen eine Wandelanleihe im Umfang von 370 Millionen US-Dollar und einem Zinssatz von 2,875 Prozent. Das führte zu einem deutlichen Anstieg der Zahl an ausstehenden Aktien, weswegen der Gewinn je Aktie in 2012 sogar leicht rückläufig war (1,61 US-Dollar nach 1,69 US-Dollar 2011).

Credit Crunch als Chance

Die Bäume wachsen also auch bei Royal Gold nicht in den Himmel. Trotzdem zeigt die Finanzierung bei genauerer Betrachtung einen der großen Vorteile des Geschäftsmodells. Die Anleihe hat eine sehr lange Laufzeit bis 2019 und einen attraktiven Zinssatz. Die Kapitalkosten können durch ein Investment in attraktive Projekte locker wieder verdient werden – und eine Überrendite oben drauf.

Im Gegensatz dazu haben nämlich viele Goldexplorer und kleinere Goldproduzenten aktuell mit einer Art Credit Crunch zu kämpfen. Mining-Firmen haben bis Mitte August 2012 gerade einmal rund 10 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital auftreiben können. Das ist der niedrigste Wert seit 2005.

Ein weiteres Problem: Durch Enteignungen, explodierende Kosten und die zunehmende Risikoscheu von Investoren lief es bei vielen Explorern zuletzt eher schlecht. In der Folge sind die Aktienkurse seit Monaten oder gar Jahren im Sinkflug. Kapitalerhöhungen führen bei diesen niedrigen Kursen zu einer starken Kapitalverwässerung. Deshalb suchen die Firmen nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten – und landen schließlich bei Firmen wie Royal Gold, die ihnen Anschubfinanzierungen bieten. Es ist dann immer noch attraktiver, einen Teil der Produktion abzutreten als viele neue Aktien auszugeben.

Das jüngste Beispiel betrifft das Mount Milligan-Projekt von Thompson Creek in der Nähe von Prince George, British Columbia (Kanada). Thompson, der vor allem als Molybdän-Spezialist bekannt ist, hatte zuletzt wegen operativer Probleme und des stark fallenden Molybdän-Preises Finanzierungsprobleme. Gleichzeitig verfügen die Kanadier aber mit Mount Milligan auch über ein höchst interessantes Kupfer-/Goldprojekt, das bereits Ende 2013 in Produktion gehen könnte.

Royal Gold erkannte die Chance und investierte weitere 200 Millionen US-Dollar in Mount Milligan. In Summe mit früheren Transaktionen beträgt das Investment nun 781,5 Millionen US-Dollar. Royal hat damit einen Anteil von mehr als 50 Prozent an dem Gold, das die Mine produzieren wird. Das Investment fließt dabei teilweise erst in den kommenden Quartalen abhängig vom Fortschritt bei der Fertigstellung der Mine. So kann das Risiko reduziert werden.

Läuft alles nach Plan wird Mount Milligan damit der neue Goldesel von Royal. Alleine aus diesem Projekt würde das Unternehmen dann Umsätze von 150 Millionen US-Dollar jährlich generieren, was 57 Prozent der Gesamtumsätze aus allen Projekten für 2012 entspricht. Mit der Pascua-Lama-Liegenschaft (Chile/Argentinien), die mehrheitlich Barrick Gold gehört, hat man ein weiteres Großprojekt in der Pipeline. Hieraus könnte man Umsätze von 70 Millionen US-Dollar jährlich generieren. Allerdings wurde der Produktionsstart von Barrick hier zuletzt auf Mitte 2014 verschoben.

Das zeigt: Auch das Geschäftsmodell von Royal ist nicht ohne Risiken. Bei der jüngsten Analystenkonferenz nach Vorlage der Jahreszahlen am 9. August kamen beispielsweise kritische Rückfragen zur finanziellen Situation bei Thompson Creek.

Deren Anleihen bringen aktuell mit 13 Prozent eine ungewöhnlich hohe Rendite, was auf ein gewisses Ausfall-/Insolvenzrisiko hindeutet. Jensen entgegnete zwar, dass das 300 Millionen-Investment von Royal Gold locker reichen sollte, um Mount Milligan in Produktion zu bekommen, aber ein Restrisiko bleibt.

Fakt ist jedoch, dass die Chancen auf weitere Kurssteigerungen bei der Aktie exzellent sind. Royal Gold verfügt über einen beeindruckenden langfristigen Aufwärtstrend und zuletzt gelang der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch. Das alte Hoch aus dem September 2011 bei gut 84 US-Dollar wurde überwunden, auch wenn das Handelsvolumen eher mau war.

Fazit: Dank Royalty-Geschäftsmodell ist Royalty Gold Goldinvestor und Kreditgeber gleichzeitig. Das Unternehmen profitiert direkt vom steigenden Goldpreis, ohne selbst Explorationsrisiken zu tragen.

Durch Diversifikation in viele verschiedene Investments sind die Risiken reduziert, wenn auch nicht ausgeschaltet. Eine Kursverachtfachung seit 2002 und elf Jahre in Folge mit steigenden Umsätzen und Gewinnen zeugen vom erfolgreichen Geschäftsmodell.

Der charttechnische Ausbruch auf ein neues Allzeithoch sorgt für ein charttechnisches Kaufsignal.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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