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Infineon spart für noch härtere Zeiten

Mittwoch, 8. August 2012 um 13:30

Von Armin Brack

Viele haben sie immer noch im Depot – Infineon-Aktien. Doch richtig glücklich ist wohl kaum jemand mit den Papieren des Münchener Halbleiterkonzerns. Auch aktuell gibt es wenig Positives zu vermelden: Infineon muss die Investitionen stark zurückfahren, konsequent sparen, weil die eingetrübte Konjunktur als erstes die Chip-Industrie trifft.

Das allerdings war zu erwarten und macht gleichzeitig ein wenig Mut für die Zukunft: Der Konzern rüstet sich für kommende härtere Zeiten und macht dabei derzeit viel richtig. Gibt es also doch noch ein "happy end" für Anleger?

Es hätte weitaus schlechter kommen können, so die durchaus korrekte Kurz-Analyse eines Investmentbankers auf die aktuellen Infineon-Quartalszahlen. Unter anderem Abschreibungen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei Autochips hatten im vergangenen dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) den Überschuss unerwartet kräftig einbrechen lassen. Der Umsatz blieb hingegen stabil. Den Ende Juni gesenkten Ausblick für den Rest des Jahres bestätigte der Vorstand.

Tatsächlich war von nicht wenigen Analysten ein stärkerer Umsatzrückgang befürchtet worden. Vor allem der schwache Euro hat Infineon wohl Rückenwind gegeben. Dazu kam eine überraschend stabile Nachfrage deutscher, koreanischer und japanischer Autohersteller.

Infineon hilft es, dass gerade bei den teureren hochklassigen Automodellen viele Chips verbaut werden. Oberklassehersteller wie BMW, Daimler oder Audi blieben bislang von der Absatzkrise, die vor allem Hersteller von Kleinwagen getroffen hat, weitestgehend verschont.

So musste Infineon für das gesamte Geschäftsjahr, das Ende September endet, auch „nur“ einen Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 3,88 Milliarden Euro sowie einen Gewinneinbruch um ein Drittel ankündigen. Das Segmentergebnis werde von 756 Millionen auf annähernd 525 Millionen Euro sinken, teilte Infineon-Chef Peter Bauer mit.

„Wachstum und Marge liegen aktuell zwar unter Plan“, sagte Bauer, der zum Ende des Geschäftsjahrs aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten räumen wird. „In den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind die positiven Trends allerdings weiterhin intakt.“

Lage spitzt sich zu

Doch wie lange noch? Was Bauer nur en passant ansprach: Die Lage in Europa spitzt sich aufgrund der Schuldenkrise zu, Asien und Nordamerika haben noch lange nicht zu früherer Dynamik zurückgefunden.

Die Schuldenkrise in vielen europäischen Ländern lässt sich deutlich an der veränderten Umsatzverteilung von Infineon ablesen. Der Umsatzanteil Europas schrumpfte im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozentpunkte auf 43 Prozent.

Auch die Bedeutung des Heimatmarktes sank: Deutschland steht nur noch für 22 Prozent der Erlöse und damit 2 Prozentpunkte tiefer. Die Kunden in den asiatischen Ländern wurden hingegen noch wichtiger für die Münchener.

Um auch in weiter stürmischen Zeiten profitabel bleiben zu können und bereit zu sein, beim nächsten Aufschwung zu reagieren und Marktanteile zu gewinnen, sollen jetzt Investitionen im neuen Geschäftsjahr von 900 auf rund 500 Millionen Euro gesenkt werden. Dazu werden keine neuen Stellen mehr geschaffen.

Im Juli wurden die Personalzahlen bereits weltweit eingefroren. An einen großflächigen Jobabbau ist angeblich aber (noch) nicht gedacht.

Infineon beschäftigt in Deutschland 8.320 Mitarbeiter, die meisten davon in Dresden, Regensburg und München. Weltweit hat der Konzern 26.450 Beschäftigte.

Für das laufende vierte Quartal rechnet Infineon zunächst mit einem „saisonalen Rückgang“. Auch bei Chips für das elektronische Energiemanagement ist eine schwächere Nachfrage bei dem eigentlich boomenden Segment der Smartphones nicht auszuschließen.

Fazit: Dass die Infineon-Aktie trotz der eher schwachen Zahlen im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal mit einem kräftigen Plus reagierte, zeigt, dass das Quartalsergebnis keinen Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt hat.

Zuversichtlich stimmt, dass Infineon an der bereits Ende Juni gesenkten Umsatz- und Gewinnprognose festhalten kann. Sollte die Chip-Nachfrage nicht weiter einbrechen, könnte Infineon Ende September sogar positiv überraschen. Zugegeben sieht es derzeit danach aber leider nicht aus.

Doch die Münchener sind gerüstet auch für einen noch schärfer wehenden Wind. Die Kostensenkungspläne inklusive des Einstellungsstopps sind notwendige Maßnahmen und sollten schnell Wirkung zeigen. Ich rechne mit einer Stabilisierung des aktuellen Aktienkurses. Auch wenn das kommende Geschäftsjahr zur Herausforderung wird.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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