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PosterXXL-Anleihe auf dem Prüfstand

Mittwoch, 1. August 2012 um 13:53

Von Armin Brack

Gleiche Rendite wie bei PCC (7,25 Prozent) und fast die gleiche Laufzeit (5 Jahre gegenüber 4 Jahren bei der PCC), aber ein ganz anderes Unternehmensprofil, das eher auf jüngere, progressivere Anleger aus der iPhone-Generation abzielt. Das sind die Eckpunkte der Anleihe des Münchener Newcomers PosterXXL.

Profil und Strategie des Unternehmens sind vielversprechend. PosterXXL befindet sich als Fotodienstleister an der Schnittstelle zwischen digitaler Fotographie und Druck. Mehr als 6.000 Produkte sind im Angebot, von der Wandfotografie über bedruckte Kaffeetassen bis zu bebilderten iPhone Cases.

Auch die beliebten Fotobücher werden angeboten, wo das Unternehmen direkt mit großen Anbietern wie CEWE Color konkurriert, ohne aber deren analoge Altlasten aus früheren Tagen der Fotographie mitschleppen zu müssen. Die 2004 gegründete PosterXXL konzentriert sich vom Start weg auf moderne Digitaldruckmaschinen und legte in den vergangenen Jahren ein fulminantes Wachstum vor.

Von 2009 bis 2011 kletterte der Umsatz von 7,8 auf 20,5 Millionen Euro, der Jahresüberschuss von 0,12 Millionen auf 0,69 Millionen Euro. Das hört sich nicht nach viel an, aber das Geschäft ist an sich margenstark und die Investitionen in Technologieupdates bei den Druckmaschinen konnten aus dem eigenen Cash-Flow gestemmt werden. Das ist ein klares Qualitätsmerkmal.

Anleihe zur Finanzierung von Übernahmen

Mit der Ausgabe der Anleihe will man nun bei der Konsolidierung des noch relativ stark fragmentierten Marktes eine aktive Rolle übernehmen. Im Verhältnis zur Bilanzsumme von 9,5 Millionen Euro ist das Volumen der Anleihe mit 15 Millionen Euro beachtlich. Eine Aufstockung um weitere 15 Millionen Euro ist möglich.

Doch Vorstand Christian Schnagl ist es angesichts der bisherigen Erfolgsbilanz zuzutrauen, dass er den Emissionserlös sinnvoll in Übernahmen kleinerer oder ähnlich großer Konkurrenten investiert und so PosterXXL in eine neue Größenordnung hieven kann.

Auch die Absicht, durch die Anleiheemission unabhängig von Venture Capital-Gebern zu bleiben und den Börsengang für einen späteren Zeitpunkt "aufzuheben", scheint durchaus sinnvoll. Trotz starker Konkurrenz sind die Rohertragsmargen bei PosterXXL im vergangenen Jahr sogar von 60 auf 70 Prozent gestiegen, genauso die EBITDA-Marge (also die Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) von 5,6 auf 7,7 Prozent.

Das unterstreicht die Aussage von Schnagl, dass keine großen Investitionen ins operative Geschäft mehr erforderlich sind. PosterXXL hat die Kosten im Griff und da ist es nur naheliegend, durch Übernahmen Synergieeffekte für die Fortsetzung des profitablen Wachstums generieren zu wollen.

Allerdings muss man im Auge behalten, dass die jährliche Zinsbelastung durch die Anleihe beträchtlich ist und im siebenstelligen Bereich liegen wird, also in etwa so hoch wie der gesamte in den vergangenen drei Jahren erzielte Überschuss.

Bei der geplanten Übernahme – wir könnten uns vorstellen, dass man bereits ein oder mehrere konkrete Ziele im Hinterkopf hat – sollte man also nicht daneben greifen. Im Verhältnis zur bisherigen Größe kann man das geplante Wachstum schon als aggressiv bezeichnen. Da kann es schnell an die Substanz, sprich an die Eigenkapitaldecke, gehen, wenn die operativen Erfolge ausbleiben.

Wer die Anleihe erwerben möchte, kann dies aktuell nur noch direkt über den Markt tun. Die Zeichnungsfrist ist am 25. Juli abgelaufen. Haupthandelsplatz ist der m:access-Markt in München.

Fazit: PosterXXL ist gut positioniert in einer spannenden Wachstumsbranche mit ordentlichen Margen und hat seine Kosten im Griff. Die Strategie in dem aktuell noch stark fragmentierten Markt durch Übernahmen eine aktive Rolle bei der anstehenden Branchen-Konsolidierung zu übernehmen, erscheint sinnvoll.

Die Höhe der Anleihenemission von zunächst 15 Millionen Euro, die noch auf 25 Millionen Euro ausgebaut werden soll, deutet auf eine relativ große Übernahme hin. Durch die Zinsbelastung von mehr als 1 Million Euro, was in etwa dem Nettogewinn des Unternehmens in den vergangenen drei Jahren entspricht, ergeben sich aber auch Risiken.

Die Anleihe ist interessant, insbesondere für jüngere Anleger, die mit dem Geschäftsmodell von PosterXXL vertraut und von einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte überzeugt sind.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Report.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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